Tram auf Tieflader

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Sithis
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von Sithis » 11.07.2010 16:45

Warum eigentlich? Es kann ja nicht so dringlich sein, wenn heute auch noch Fahrzeuge mit einem Scheinwerfer fahren.
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M73
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von M73 » 12.07.2010 06:47

Schienenfahrzeuge sind Nachts nach aktueller Vorschrift mit 3er zu signalisieren. Alte Fahrzeuge stehen unter Bestandsschutz.
Bestandsschutz gibt’s z.B. auch bei Autos. Fahrzeuge, die vor einem gewissen Stichtag gebaut wurden, brauchen z.B. keine Nebelschlussleuchte oder drittes Bremslicht.
Die einzige Nachrüstpflicht für Kraftfahrzeuge mit normaler Zulassung besteht für Scheinwerfer, Bremslicht, Rücklicht.(vielleicht nur für Fahrzeuge vor 1931 relevant)

Im übrigen haben meines Denkens alle R-Wagen ab Werk schon einen 3er-Spitz
Hier der Beweis:
http://www.strassenbahn-muenchen.de/29a36680.jpg
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Möckern-Peter
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von Möckern-Peter » 17.07.2010 03:54

Aber am c-Bw. in Wien gibt es hinten grad mal ein einzelnes Rücklicht, und die einzelnen RücklichtCHEN in Zürich sind noch "unauffälliger", und das alles ohne Blinker und Bremslicht. Und das sind immerhin fortschrittliche Staaten und nicht "hinter'm Ganges". Zeichen, dass auch das geht und hier nur Regulierungswut ist. Warum mussten an Gothas solche dämlichen Eck- bzw. Positionslichtchen dran - damit man einen Gotha-G4 nicht mit einer MZ TS 150 verwechselt, hä?, hihi!
Aber BRD ist ein Staat, der die Doofen vor sich selber schützt. Lieber erstickt man oder "braucht" Klimaanlagen, statt "richtige" Fenster wie im T6. Bin grad in Polen Eisenbahn gefahren: dort gibt es noch Übersetzfenster und Klappfenster, wo die Klappen den Namen noch verdienen! Hier darf ja alles nicht sein: es könnte jemand sein Köpfchen heraushalten und dann kommt der Mast... Sagt sich Polen offenbar: Nun, wer diese Karriere liebt.
Übrigens: Bis 1981 hatten wir in Leipzig noch Beiwagen ohne elektrischen Türantrieb (EB 54 GR 3-fenstrig) und bis 1987 noch Triebwagen (22S) ohne. Und wir sind NICHT scharenweise aus den Bahnen gefallen!!! Man passte nämlich auf sich auf. Sicher konnte man abspringen, aber tja, wer's braucht, sage ich da bloß. Aber wenn man sich die heutige Fahrgastklientel anschaut. Ich weiß, mein Memoiren-Buch wird "Im Spiegel" heißen: dort sieht man die tollsten Dinge, da ist ein Wallace langweilig dagegen. Aber Geduld: bis 2022 habe ich mindestens noch zu arbeiten.
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von Möckern-Peter » 17.07.2010 04:14

Im Pullman-Bw. hatten wir Holzplatten, getrennt in Sitz- und Rückenplatten. Etwa wie die Schulstühle, auf denen wir es auch 10 Jahre aushielten. Gar nicht so schlecht, nur beim Pullman ohne "Arschmulde". Auf jeden Fall besser für "Kunden", die Bier, Joghurt und sonstwas verkleckern müssen, oder Assi-Sauen die einpissen. Dann säßen sie wenigstens richtig in ihrem jeweiligen "Abgesonderten" und es verkröche sich nicht in ein Polster.
Was mir nicht zusagt, ist der neue Lack aus mittelblau und silber - München gehört weiß-blau. Aber das muss ja so bestellt sein, auch die blöden neuen Wagennummern. Auf jeden Fall werden die Wagen in Heiterblick restlos "ausgeräumt" und man staunt, dass alles wieder wird...
Spurweite: Die Sofia-Exporte bekommen ihre Bremsprobe, BEVOR die Achsen auf Normalspur umgepresst werden.
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M73
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von M73 » 17.07.2010 08:01

In der BRD gibt es auch einige Ausnahmen - aber diese Fahrzeuge haben dann keine Standartzulassung mehr, sondern unterliegen den Regeln einer durch die Zuständigen Verwaltungsbehörde ausgestellten Ausnahmegenehmigung. Diese Fahrzeuge können dann im allgemeinem nicht regelmäßig eingesetzt eingesetzt, sondern nur bei Sonderfahrten, die dann Einzeln zu genehmigen sind. Auch zwischen den Betrieben gibt es Unterschiede. Man muß ja schließlich auch mal an Haftungsfragend denken, wenns mal kracht. Wie schnell das auch mit historischen Wagen passiert, sieht man ja am Beispiel Sarajevo.
Was in Austria, bei den Schweizern oder in der DDR möglich ist bzw. war, entzieht sich meiner Kenntnis.
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von AMA » 17.07.2010 12:01

Möckern-Peter hat geschrieben:Aber am c-Bw. in Wien gibt es hinten grad mal ein einzelnes Rücklicht, und die einzelnen RücklichtCHEN in Zürich sind noch "unauffälliger", und das alles ohne Blinker und Bremslicht.
Die Wiener cx-Beiwagen haben zwar nur ein Rücklicht, aber zwei Reflektoren, zwei Bremslichter und zwei Blinker (links und rechts).

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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von Möckern-Peter » 17.07.2010 13:44

Wenn ich mich recht entsinne, haben die Mirage nur ein einzelnes rotes Lichtchen. Noch kann man ja ein paar in Zürich sehen, sonst fährt man halt nach Winniza... Aber an den Tram2000 ist es glaube auch nicht anders. Wie gesagt, im Hochtechnologieland Schwiiz geht das, man staune. Obwohl ich durchaus Freund der DDR-"Dreikammer-Lkw.-Heckleuchten" bin! (Wer es nicht weiß: Oben Brems-, unten Rücklicht, mittig "Blinkpunkt".) Aber die "Pullmänner" und die LOWA-Bw. hatten bis zu ihrem Ende 1977 bzw. ~81 nur Rücklichter, und außer den GR-LOWAs sogar nur eines, rechts. Damit man beim überholen nicht aneckt... Bremsen merkt man, wenn es vor einem langsamer wird, grins. Und das Blinklicht kam NUR vom Tw.-Seitenblinker. Gothas hatten dann zwar alles, aber den Seitenblinker auch nur die Tw. (Anfangs 2, später auch nur noch den vorderen: bei unserer 1335 ex Dresden 214 101 war sogar noch ein Blech aufgeschweißt, wo das Loch vom hinteren war.) Und das hat gereicht; es bog eben keine "Lichtorgel" ab wie beim Großzug. (Ich missbillige auch 3. und überhelle Kfz.-Bremsleuchten: das Rot-Geblende ist nur noch unübersichtlich; weniger ist manchmal mehr...) Und wie gesagt, einen Gelenkzug von einem Motorrad zu unterscheiden, braucht es keiner Positionslampen... Ja ich weiß, im Nebel, aber da sind die Lämpchen fort, und dann gab es ja noch die beleuchtete Liniennummer in der Dachhaube, hingegen kaum ein Motorradfahrer mit Helmscheinwerfer fährt - das ist eher Bergbaupraxis, lach.
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von koneggS » 17.07.2010 15:06

...wobei es auch in Zürich immer mal wieder Auffahrunfälle von Straßenbahnen gibt, weil eben kein Bremslicht vorhanden ist, sondern eben nur dieses kleine Funzelchen. Bei meinen (bisher) drei Besuchen in Zürich war mir das auch aufgefallen. Aich habe ich mal eine "Blinde Kuh" gesehen, die statt eines Rücklichtes einen Frontscheinwerfer im Heck hatte. Ob der dann bei Dunkelheit im Standlicht leuchtete oder ob dann einfach NICHTS da war, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wenn man von den Cobras nicht viel halten muss, aber immerhin haben sie "lichttechnisch" doch etwas mehr Sicherheit eingeführt.
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Möckern-Peter
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von Möckern-Peter » 18.07.2010 00:30

Ich meine ja gerade, dass das in der hochentwickelten Schweiz so uninteressant ist, wundert mich ja auch. Aber geht: irgendwie für die nicht wichtig. Obwohl es ja eben nicht Kasachstan oder so ist... Bei älteren nicht nachgerüstet, sehe ich ja noch ein (Karpfen und Mirages sind ja von ca.1960), aber die "2000" sind ja dann doch schon aus einer moderneren Zeit, und auch 1960 war das Tram in der kriegsverschonten Schweiz bestimmt schon nicht mehr alleine auf der Straße :lol: .
Die meisten Unfälle in ZH sind aber m.E. Flankenfahrten gewesen. Seit sich die Weichen mit Linienkennung selbst stellen (sollen!), hat es wohl in puncto Systemzuverlässigkeit immense Anlaufprobleme gegeben. Hier geht es, außer bei bekannten "Problemweichen" oder den Fall, dass sie in falscher Lage verriegelt (und du doch nen Schreck kriegst), ganz gut. Es nimmt uns aber auch niemand die Kontrolle ab: Wir sind weder von der Kontrolle des Signals noch der Weichenzungen entbunden! (Und wir sollen auch so heranfahren, wie wenn sie sich nicht stellt. Nun gut, Freitag fielen meine Schienenbremsen...) Und diese Verantwortung haben die Züricher Kutscher offenbar sofort aus der Hand gelegt, à la geht uns nix mehr an, ein Schweizer Uhrwerk haut immer hin. Das war zumindest anfangs wohl zuviel Vertrauen, und wenn Linksweiche + ausgerechnet Gegenzug, hat es halt gerumpelt.
Ein Cobra-Freund bin ich bestimmt nicht, aber es könnte sein, dass man die Skandalhütte auch in anderen Landen anbieten wollte und das Teil dann schon nach dortigen Erfordernissen elektrisiert sein sollte. Der Skandal wurde nur nicht so publik wie beim Combino, weil man die Cobra eben nicht weltweit exportieren konnte und es sich so nur auf diese eine Stadt auswirkte. Dann sehe ich unseren Leo-Schrott, wo die Achsen brechen. Irgendwie drängt es sich mir auf, dass man seit den 1990ern keine Bahnen mehr bauen kann, die "halten". Dass Typen oder Serien stillgelegt wurden, hat es doch bei Gotha und Tatra nicht gegeben und bei der alten Düwag sicher auch nicht. Das letzte Riesenproblem waren doch die Berliner Mitteleinstiegler mit Verbundsteuerung, die wohl 5 Jahre o.ä. geruht hatten. Das war glaube 1931!!
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von M73 » 18.07.2010 06:23

Ich sage mal, daß die Münchner R2 und R3 (Bj. nach 1990) doch relativ zuverlässig sind. Sicher mag die Ausfallquote höher sein, als bei den alten M und P-Garnituren. Jedoch scheint das ein Phänomen der heutigen Zeit zu sein...
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von Möckern-Peter » 18.07.2010 18:44

M73, eure basieren doch auf dem GT6N, den man von Bremen über Frankfurt/O, Berlin, Zwickau und Jena bis nach glaube Heidelberg und eben München sieht. Der scheint im Dilemma eine rühmliche Ausnahme zu sein. Die 1990er Jahre gingen ja noch, auch mit den NGT à la Leipzig, Kassel, Bochum, Rostock, Halle, Erfurt... Aber die 2000er Jahre scheinen schrottdominiert, ob sie nun Combino, Leo oder sonstwie heißen. Auch die Dresden-Familie hat wunde Punkte. Unsere kränkln am Fahrer-Klima und an den Umformern. Und wie man aus 600 V 24 macht, wusste man schon 1957 beim ET57 und da war ein Umformerausfall eine Seltenheit. Vorkommen tut jeder Schaden, nur wie präsent er ist.
Ich finde, Heiterblick verkitscht die Münchner nun sicher. Wo ist das alte weiß-blau... Bloß gut, wenn nicht noch ein Colani mit seiner unegalen Zunge dranrumlutscht bis alles windschlüpfrig ist.
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von M73 » 18.07.2010 18:58

Wo ist das alte weiß-blau...
:wink: Solange es nicht Rosa ist... :wink:

Sicher, die meisten „alten“ Münchner hätten „Ihre“ Tram gerne in Weiß Blau.
Den Zugereisten ist das eh egal.

Gott sei Dank haben die Fahrgäste soviel Grips, daß die Leistung doch wichtiger ist, als die Farbgestaltung.
Ich persönlich bin froh, daß noch was in München oberirdisch auf Schienen fährt.
Und die prognosensprengenden Fahrgastzahlen zeigen eine gewisse Zufriedenheit bei den Fahrgästen an.

Heut zu Tage darf man eben seine Ansprüche nicht zu hoch schrauben.
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von Sithis » 18.07.2010 23:56

Aber BRD ist ein Staat, der die Doofen vor sich selber schützt. Lieber erstickt man oder "braucht" Klimaanlagen, statt "richtige" Fenster wie im T6. Bin grad in Polen Eisenbahn gefahren: dort gibt es noch Übersetzfenster und Klappfenster, wo die Klappen den Namen noch verdienen! Hier darf ja alles nicht sein: es könnte jemand sein Köpfchen heraushalten und dann kommt der Mast...
Vorschriften von den Doofen für die Doofen. Nicht nur der Quatsch mit den Fenstern gehört zur Überregulierungswut. Auch solche schon im Forum besprochenen Vorschriften wie etwa daß man in bestimmten Betrieben aussteigen muß, wenn rangiert wird, sind vollkommener Blödsinn. Kürzlich mußte ja auch ein ICE geräumt werden, weil eine(!) Tür abgeflogen war...schon erstaunlich, daß der Zug dadurch überhaupt noch weiterfahren konnte... :lol:
In anderen Ländern würde man darüber lachen.

Mir fällt da noch eine Anekdote ein, die zwar nicht direkt was mit der Bahn zu tun hat, aber trotzdem dazu paßt. Im Hinterhaus bei Verwandten wurde wohl auf Einsturzgefährdung wegen eines Verdachts kontrolliert. Die Feuerwehr war dafür wohl auch zuständig. Ein Einwohner des Hauses wollte hineingehen, als ihm jemand von der Feuerwehr zurief: "Hier können Sie nicht durch!" "Warum nicht?" "Da könnte Ihnen was auf den Kopf fallen!" "Das ist mein Kopf!" - sprach er und ging hinein und nichts passierte :lol: .
Und wir sind NICHT scharenweise aus den Bahnen gefallen!!! Man passte nämlich auf sich auf.
Sind wir in Berlin auch nicht...bis 1989 U-Bahnen ohne Türantriebe in Ost-Berlin und bei der S-Bahn auch noch bis Ende der 90er Fahrzeuge, wo man die Türen bei der Fahrt öffnen konnte, ohne daß es gleich zur Notbremsung kam...lüften im Sommer...warum auch nicht? Rausgefallen ist dennoch keiner. Bei den aktuellen Temperaturen sehnt man sich das manchmal wieder herbei...
Der ...GT6N...scheint im Dilemma eine rühmliche Ausnahme zu sein. Die 1990er Jahre gingen ja noch, auch mit den NGT à la Leipzig, Kassel, Bochum, Rostock, Halle, Erfurt...
Die GT6x sind zwar relativ zuverlässig, benötigen aber gut gepflegte Gleise und eine etwas aufwendigere Wartung. Wobei die neueren Bahnen besser fahren als die alten, merkt man besonders in Berlin...

Der Kasseler/Bochumer Typ ist zwar auch noch relativ gut, hat jedoch pflegeaufwendige Einzelrad-Einzelfahrwerke in den Mittelteilen(außer Leipzig und Bonn) und in Oberhausen traten bedingt durch die flotte Fahrweise auch Risse auf.

Die Entwicklung ist schon merklich vorangegangen...
Aber die 2000er Jahre scheinen schrottdominiert, ob sie nun Combino, Leo oder sonstwie heißen.
Der Schrott ist nur deswegen solcher, weil es immer billiger werden sollte. 100 % Niederflurigkeit, günstig und trotzdem wirtschaftlich? Klar, daß der Combino ein Reinfall war. Auch der Leoliner entstand aus Kostengründen.
Die Flexity Classics mögen vielleicht vereinzelte Probleme haben, sind aber insgesamt wohl mit einer der zuverlässigsten Typen, neben dem Alsthom/LHB GT8.

Kosteneinsparungen bei den Fahrzeugen rächen sich immer. Krassestes Beispiel ist ja die S-Bahn Berlin. Die Verluste übertreffen die Gewinne bei weitem. Aber man mußte ja unbedingt innerhalb von nicht mal 10 Jahren prestigeträchtig einen kompletten Altbau-Fuhrpark ersetzen. Die BR480 wäre wohl weiterbeschafft worden, wäre aber zu teuer gewesen. Also sagte man sich: Bauen wir ein ähnliches Fahrzeug, nur billiger. Heraus kam eben Schrott...
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von M73 » 19.07.2010 08:03

Die GT6x sind zwar relativ zuverlässig, benötigen aber gut gepflegte Gleise und ...
Die kleinen Räder im Niederflurbereich werden immer anfälliger sein, als die "riesen" Raddurchmesser der vergangenen Tage.
Vor der großen Gleissanierung Mitte der 90ger hatten die R-Wagen auf vielen Abschnitten (hauptsächlich Altbaustrecken im Straßenplanum) nichts zu suchen. (z.B. das heute stillgelegte Betriebsgleis durch die Karlsstraße.
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Re: Tram auf Tieflader

Beitrag von Möckern-Peter » 19.07.2010 09:56

Die Groose Kleiß-Sahnierung, wie schreibt man das? In Leipzig ist das Münchener Wort unbekannt.
Noch sind wir nicht dort, aber auf dem Weg, uns Szeged und Stettin anzunähern. Dafür gibt es die berühmten Fahrleitungs"wimpel"...
Sicher war die Großverbundplatte nicht der Weisheit letzter Schluss, aber damit schaffte man eben mit 25 Bauarbeitern, paar Kannen Asphalt und 'ner Hand voll DDR-Mark bei einem so großen Netz 20 - 25 km im Jahr, pro Baustelle 6 - 8 Wochen. Heutzutage "tummeln" sich 5 - 10 Bauarbeiter dort 9 Monate, weil die wenigen dann noch Parkbuchten mit Feldsteinen, Fußwege mit fußunfreundlichem Popel-Pflaster und Gleise mit Betonsteinen auslegen müssen, damit es vornehm aussieht, Hunderttausende kostet, ewig dauert - und man letzten Endes auch nur draufherumfährt...! Und man motzt Haltestellen auf, der "Rest" (die Strecke!) bleibt wie sie ist, weil die barrierefreien Hst. wie Leuchttürme in der Wüste gefördert werden und die Strecke man selbst bezahlen muss. Nun, da die ganzen Strecken aus den 80ern nach 25 J. "kommen", d.h. sich "melden" (z.B. dass man durch das viele Bremsen und Anfahren in Hst. mal schnell auf dem Spurkranz fährt), fehlt es am "Gleis raus, Untergrund ebnen, Gleis rein und rechts, links 30 cm Asphaltfüllung" - heute wird ja "stilvoll kultiviert". Straße von links bis rechts ist zwar sinnvoll, kann man vielleicht in Schöneiche machen, aber nicht, wo das Netz unter den Rädern bröselt.
Auch kommen mir heutige Gleise weicher vor, z.B. sieht man auf Weichen die "reingefahrene Hauptfahrrichtung". Der Russen-Stahl brach zwar bei Kälte schneller, aber es gab nicht bei jedem zweiten Kurveneinlauf einen Schlag, wo die Räder geradeaus gewollt hätten. Ich denke auch, die "Sattelwagen" haben da Mitschuld. Bis 1995 konnte ja jeder Wagen(teil) stehen.
Mit kulturvoll, materialschonend und energiesparend haben auch die Fahrpläne nichts zu tun, so dass man zum Fazit kommt: das Benutzen von Strecken und Fahrzeugen ist für beide schädlich. Dann rattern eben die Kleinräder und sowas. Wobei eine "hörbare" Bahn in Bezug auf Unfälle vorteilhaft ist.
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