Südslawien

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Möckern-Peter
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Südslawien

Beitrag von Möckern-Peter » 11.11.2010 01:30

Zum Start: jugi, jushnyj oder jizní heißt nix anderes als südlich!

Wir stellen fest: Der sozialistische Gesamt-Staat beschaffte über einige Zeit eine nicht unerhebliche Menge von Wagen des Fabrikats Tatra verschiedener Typen.
Bekanntlich "büxte" der dortige Staat weitestgehend aus dem sozialistischen Staatenverband aus. (Z.B. gab es im Ggs. zu anderen Staaten keinen Auslieferungsvertrag, gestellte flüchtige DDR-Bürger wieder heimzuschicken / Ungarn hätte zwar sicher nicht geschossen, aber dennnoch ausgeliefert... / die Grenze zu Italien ist zwar kurz, die nach Österreich aber hinreichend lang für eine Flucht und bestimmt nicht mit riesigen Materialien gesichert gewesen / nur "gesiebte" DDR-Bürger durften also dorthin ausreisen)
Dass dennnoch Tatras in achtbaren Größenordnungen den Weg nach Südslawien antraten, liegt m.E. begründet in:
- es waren Fahrzeuge - in Größenordnungen - habhaft, die es bereits gab, deren Entwicklungszeit und Entwicklungskosten Null waren und die nur die Fertigungszeit benötigten,
- billiger als Produkte aus dem Nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet waren sie allemal (ob in Kronen oder Dinar bezahlt wurde, weiß ich nicht), weswegen man an CKD und nicht z.B. an SGP herantrat.
- Gab es einen "Druck", dass Fahrzeuge VIEL und SCHNELL benötigt wurden, etwa durch übergangenen Verschleiß, der so schnell wie möglich "ausgebügelt" werden musste, so dass sich quasi Eigenentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazität als wenig hilfreich darstellten?

Seht Ihr bitteschön diese Fakten genauso (weswegen sich also ein dem RGW nicht mehr zuzuordnender Staat gerade mit RGW-Produkten eindeckte)? Oder weiß jemand andere Fakten und Hintergründe zu dieser SFRJ/CSSR-Beziehung? Ich vermute, von CKD ist das eher nicht ausgegangen, da ja die SFRJ quasi als der "Unhold" in der Gemeinschaft - der in der Tat Abtrünnige - betrachtet wurde und eine allzu große Näherung sich quasi fast verbot. Den tatsächlichen Handel muss man ja auch sicher irgendwo erst "abgesegnet" haben... (wobei "West-Geld" sicher nicht im Spiel war).

Weiterhin: Gab es zur Lieferung der Tatras noch eine eigenständige Produktion parallel oder wurde der Industriezweig wie in der DDR aufgegeben?
Gab es zuvor Typen, die für diesen Staat soetwas wie ESW darstellten?

Wo wurden zuvor Straßenbahnen im GESAMTstaat gebaut (die heute daraus entstandenen souveränen Staaten waren ja in der dortigen "Bundesrepublik" irrelevant)?
UInd welche Hersteller gab es, als die Teilrepubliken noch Bestandteile des Wiener Kaiserreiches waren? Mir ist nur eine Fertigung in Neusatz bekannt = Novy Sad (obwohl das eigentlich Neuer Garten heißt!). Oder "importierte" man auch da aus anderen Reichsteilen, z.B. dem verhältnismäßig nahen Graz?

Welche Städte gab es gab es in der SFRJ außer den heutigen noch? Dubrovnik fällt mir ein, das war wohl schon eher ein Abenteuerbähnchen. Und von Ljubljana (österreichisch: Laibach) weiß man. Sicher ist das nicht vollständig.


Vielleicht macht sich hier eine dynamische Rubrik auf, auch wenn ich sie mal unter dieser Überschrift eröffne. Es ist immer noch der zutreffendste Titel.
Wenn alle Betriebe nur T6/KT4(t)/KT8 verwenden würden, wäre die Welt eintöniger. Schöner wäre sie trotzdem!

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Kava je balzam za srce in duso. (slowen.: Kaffee ist Balsam für Herz und Seele) Giuseppe Verdi
Gustav Mahler ergänzte: Hier ist es wunderherrlich und repariert ganz sicher Leib und Seele.

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