Vergleichskriterien von Straßenbahnbetrieben

Sonstiges zum Thema Straßenbahnen: Hier wird über das diskutiert, was thematisch nicht in die anderen Foren passt
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eishockeyfanost
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Vergleichskriterien von Straßenbahnbetrieben

Beitrag von eishockeyfanost »

Hi @ all,

ich will mir eine Tabelle erstellen mit allen Straßenbahnbetrieben in Deutschland. Bin zurzeit am überlegen was ich alles für Punkte aufnehme, die in die Tabelle kommen. Was meint ihr, welche Punkte sind relevant? Z.B Streckenlänge, Linienläbge, Fahrgastzahlen,...? Habt ihr noch weitere Ideen?
Was sind ausschlaggebende Punkte für ein Vergleich von Straßenbahnbetrieben? Sind das eher die Einwohner der Stadt oder die Einwohner pro km² oder andere Punkte? was meint ihr?

Vielen Dank für eure Ideen

Grüße

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Matze
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Re: Vergleichskriterien von Straßenbahnbetrieben

Beitrag von Matze »

siehe PN :)
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bim
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Registriert: 30.08.2005 16:48
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Re: Vergleichskriterien von Straßenbahnbetrieben

Beitrag von bim »

eishockeyfanost hat geschrieben:ich will mir eine Tabelle erstellen mit allen Straßenbahnbetrieben in Deutschland. Bin zurzeit am überlegen was ich alles für Punkte aufnehme, die in die Tabelle kommen. Was meint ihr, welche Punkte sind relevant? Z.B Streckenlänge, Linienlänge, Fahrgastzahlen,...?
Alle deutschen Verkehrsbetriebe, darunter die Betreiber von Straßen-, Stadt- und U-Bahnen sind im VDV http://www.vdv.de/index.html organisiert. Dieser Verband gibt jährlich eine offizielle Statistik heraus.
Du brauchst also nur die Zahlen aus http://www.vdv.de/module/layout_upload/ ... online.pdf (pdf-Datei, 5,4MB) abzuschreiben, ich meine die Tabelle auf den Seiten 60-63.

Da sind alle wichtigen Angaben beisammen: Streckenlängen (auch besonderer / unabhängige Bahnkörper), Anzahl der Fahrzeuge (unterteilt in Trieb- und Beiwagen), Betriebsleistungen in Zugkilometer / Platzkilometer. Linien und Linienlängen unterliegen in Großbetrieben starken Schwankungen nach Tageszeit, Wochentag oder Jahreszeit, so dass man hier kaum sinnvolle Vergleiche anstellen kann.
So long

Mario

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Möckern-Peter
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Re: Vergleichskriterien von Straßenbahnbetrieben

Beitrag von Möckern-Peter »

Die Kriterien sind mannigfach...
Im Grunde, so wie DU sie setzt, Eishockey! Jeder findet anderes wichtig.
Prinzipiell hat bim recht, wenn er auf eh zugängige Statistiken verweist.
Streckenlänge hat so seine Eier, weil da "Ungenauigkeiten" bestimmt anbei sind. Linienlänge summiert auf, ohne dass das mehr Schienen sind. Fahrgastzahlen sind relativ und nur korrespondierend mit der "Betriebsgröße" zu sehen. Da haben wir "Betriebsgröße"; was ist das?! Z.B. ist die Strb. in einer Stadt wie Chemnitz definitiv unterrepräsentiert, der Betrieb im Grunde zu klein für die Stadt. Einwohnerzahlen? Ja irgendwo schon. Nur hast Städte, die wirklich Stadt sind, und wie in Prag, Betonburgen "weitab jeder städtischen Behausung", die "Stadt" sind, Satellitenstadt also. Der Stadtgrenzen-Begriff wird aber in keiner Statistik vergleichbar. Auch muss man zwangsläufig gegenrechnen, welcher "Gummi" da ist: als sinnvolle Ergänzung oder eher bahnverhindernde Konkurrenz. Vergiss auch nicht den Benutzeranteil, der durch dienstliche und touristische Besuche der Stadt X entsteht. Und wenn ich wie in Prag eine Fahrkarte für 3 Tage kaufe, weiß auch keiner, wieoft ich damit herumrutsche... Auch die Ew./km2 sind sehr vage, da in Siedlungen manchmal mehr Leute wohnen als in Zentren. Dort aber kommen sie wegen der Institutionen hin, oder zwangsweise zum umsteigen. Und da ist jeder Betrieb verschieden gut oder schlecht strukturiert.
Du solltest Dir also ein ganz eigenes Schema schaffen. Man sollte da nicht von außen hineinreden, auch wenn Deine Frage natürlich sinnvoll ist. Aber Du musst entwickeln, was für Dich wesentlich ist und was nicht.
Erstmal ordnen, da empfehle ich alphabetisch - das ist neutral jedes Kriteriums. Aachen kommt nun mal vor Zwickau... Du kannst es gesamtdeutsch halten, ober auch wegen der unterschiedlichen Geschichtlichkeiten parallel. Du kannst auch die noch bestehenden nichtmehrdeutschen Betriebe aufnehmen; sie wurden ja im seinerzeitigen Deutschland "geboren". Und Du kannst nach Europa gehen oder noch weiter, wenn Du willst. Du kannst - ohne dass es sonderliche Aussagen trifft - auch das Inbetriebnahmejahr nennen. Und und und. Grenzen gesetzt sind wenige, aber vergleichbar ist wenig; es ist eben relativ. Und die Prioritäten setzen (was DIR wichtig ist!) musst Du mit der Zeit selbst.
Wichtig ist, dass Du bei Statistik oft nicht übergenaues haben/kriegen kannst. Was sagt die Zahl der Betriebshöfe? Nicht viel, wenn man die unterschiedlichsten Größen hat. Nicht mal die Wagenkapazität wäre zielführend: einige haben eben 45m als einen Wagen, andere 11m.
Man kann die Anzahl der Bf. als Anzahl der Objekte sehen und ggf. durch nutzbare Länge an Abstellgleis konkretisieren. Sicher für den Anfang zu weitreichend und schwererhältlich als Daten. Denn wo fängt ein Großbf. an... Auch gibt es womöglich immer noch Betriebe, die außerhalb von Bf. abstellen.
Eine Linienzahl wäre wünschenswert. Aber auch sie ist relativ. Man kommt mit einem Grundnetz aus, wo jede Straße nur mit einer Linie befahren wird. Manche Stadt macht das so. Viele Linien ergeben sich oft durch Überlagerungen. Auch hat manche, nicht jede, Stadt einen "Zentralen Platz". Die Anzahl von Linien sagt wiederum noch nichts über Kapazitäten aus, wenn nicht die Zugfolge berücksichtigt ist. Dann wiederum brauchst aber, ob da mit langen Einzelwagen, 2ern oder 3ern in normaler Länge gefahren wird... Natürlich ist man lange vom 7m-Wagen weg, vom Starrachser, wo 11 das Maximum war. Einteiler mit Drehgestell erschöpfen sich bei 15m+cm (Pjöngjang mit 18m war Ausnahme). Tja und alle Gelenkwagen sind oft schon "eigentlich mehrere Wagen"... Damit wäre auch die Wagenzahl nur relativ.
Aber man kann eine Tabelle nicht nach "dicht aber selten", "wenig Strecken mit kurzem Abstand" u.so aufstellen: MESSkriterien sind schon richtig/wichtig; es hat nur "seine Eier" bei der Vergleichbarkeit.
Unbedingt hinein sollte die Spurweite. Die hat nix mit dem Leistungsvermögen zu tun, aber ist ein Merkmal. Ein anderes Merkmal wäre der Antrieb. Gut, mit Gas, Pferden, Dampf ist über 100 Jahre her, aber z.Zt. bahnen sich doppelte Antriebe oder fahrleitungsloses Fahren den Weg.
Die Konzessionierung als Straßen- oder Eisenbahn sehe ICH nebensächlich. Rhein-Haardt oder Klingenthal z.B. Was mit Straßenbahnwagen durch Straßen fährt/fuhr, ist eine. Der Dampfzug in Wernigerode eben nicht. Und die Straßenbahn, die durch Karlsruhe fährt, ist eben eine, auch wenn ein Prozentsatz Wagenpark eisenbahnstreckentaugllich ist.
Wenn alle Betriebe nur T6/KT4(t)/KT8 verwenden würden, wäre die Welt eintöniger. Schöner wäre sie trotzdem!

Zazní-li výstraha, opust'te dverní prostor!

Kava je balzam za srce in duso. (slowen.: Kaffee ist Balsam für Herz und Seele) Giuseppe Verdi
Gustav Mahler ergänzte: Hier ist es wunderherrlich und repariert ganz sicher Leib und Seele.

Prosimo se med voznju ne pogovarjete z voznikom!

Kein Sarkasmus liegt mir völlig fern :-)

Der frühe Vogel kann mich mal... (am Abend treffen - was sonst!)

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