Berlin: Polizeischikane gegen Straßenbahn und Fahrgäste

Straßenbahnbetriebe in Deutschland
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Manitou
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Berlin: Polizeischikane gegen Straßenbahn und Fahrgäste

Beitrag von Manitou » 30.04.2019 20:50

Am heutigen späten Nachmittag / frühen Abend veranlaßte die Polizei, daß der Straßenbahnverkehr auf dem Streckenabschnitt Björnsonstraße - Virchow-Klinikum (Linien M13 und 50) für ca. 1,5 - 2 h unterbrochen wurde. Eine kleine, im Wedding jährlich stattfindende Demosntration, bei der in den Vorjahren es lediglich zu eine kurzfristigen Unterbrechung (5-10 min), Straßenbahn wartete den Durchzug der Demonstranten ab, wurde dieses Jahr die Strecke fast leergefahren (ein Zug der Linie 50 verbleib westlich der Müllerstr. auf der Strecke). Als dieser Zug bereits die Sperrstelle überfahren hatte, dauerte es noch ca. 20 min, bis der 1. Zug ab Björnsonstr. wieder fahren durfte.

Offensichtlich ist die neue Berliner Polizeitaktik, bei Demonstrationen massive Schikanen zu Lasten der Bevölkerung durchzuführen, um eine Sympathie mit den Zielen von Demonstranten zu vermeiden.
Ob die Gruppierungen, gegen die demonstriert wird, irgendwelchen Einfluß auf Senatsverwaltungen für Inneres bzw. Polizeiführung nehmen, ist nicht bekannt. Man kann sich aber des Eindruckes nicht erwehren, daß es solche Verbindungen gibt.

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Re: Berlin: Polizeischikane gegen Straßenbahn und Fahrgäste

Beitrag von Sithis » 01.05.2019 00:47

Ohne jetzt zu sehr in die Abgründe der Politik einzusteigen(bekanntlich ein Thema, wo jeder seine eigene Meinung hat), aber es ist unabhängig davon, wer demonstriert, egal welche Richtung, Verkehrsbehinderungen gibt es immer.

Demonstrationsfreiheit schön und gut, aber die Allgemeinheit sollte nicht darunter leiden. Ich mußte auch schon mal Umwege in Kauf nehmen wegen einer Demo, die ich zwar in Teilen von den Zielen nachvollziehen konnte, aber ja, da hielt sich meine Sympathie doch schon in Grenzen.
Der Verkehr sollte mehr Priorität haben als solch ein Unfug, was in dem Moloch von dieser Stadt allerdings eher Wunschdenken ist.

Ansonsten können wir uns ja auch über Marathon-Veranstaltungen usw. aufregen - die legen die Stadt auch regelmäßig lahm, sind aber völlig unpolitisch. Nun ja. Dafür klingelt hat die Kasse. Offensichtlich auch wichtiger als der Verkehr.
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Re: Berlin: Polizeischikane gegen Straßenbahn und Fahrgäste

Beitrag von Manitou » 01.05.2019 16:32

Es geht nicht um die Abwägung zwischen Verkehr und dem Demonstrationsrecht, sondern die überzogenen Sperrungen.
Wenn ca. 1000 Menschen friedlich demonstrieren und dabei eine Straßenbahnstrecke kreuzen, dann kann die Straßenbahn direkt an der betroffenen Kreuzung 5-10 min warten. Unverhältnismäßig ist dagegen, vorsorglich bereits die Strecke leerzufahren und für 1,5-2 h zu sperren.
Da scheinen sachfremde Interessen im Spiel zu sein, z.B. das Demonstrationsrecht in Frage stellen zu wollen, indem Anti-Demokraten in der Polizeiführung Wutbürger gegen das Demonstrationsrecht "züchten" wollen.

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Re: Berlin: Polizeischikane gegen Straßenbahn und Fahrgäste

Beitrag von Sithis » 01.05.2019 23:34

Nun ja - vielleicht sind die Demonstranten ja doch möglicherweise nicht so friedlich gewesen. Respekt vor fremden Eigentum ist ja bei gewissen Gruppen nicht gerade so hoch im Kurs. Ansonsten liegt der Fehler dann eher im genannten Demonstrationsrecht, welches es ermöglicht, ganze Verkehrswege lahmzulegen. Für sonstige Verschwörungstheorien sind dann wohl ohnehin dezidierte Foren dazu die bessere Wahl als eines über Straßenbahnen.
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Re: Berlin: Polizeischikane gegen Straßenbahn und Fahrgäste

Beitrag von Manitou » 02.05.2019 00:57

In den Vorjahren erfolgte immer nur eine Kurzzeit-Sperrung. Da es eine neue Polizeipräsidentin gibt, kann von dieser eine andere, die Bevölkerung stärker beeinträchtigende Herangehensweise von dieser ausgehen. Da es sich bei der Demo um eine gegen Luxus-Sanierung und Mitervertreibung gerichtete handelte, kann jeder vermuten, wer ein Interesse hat, unbeteiligte Bürger zu treffen und gegen das Ziel dieser Demo aufzubringen.
Insofern ist dieses Forum gerade geeignet, zu zeigen, daß mit der gezielten Sperrung von Verkehrswegen Politik gemacht wird.
Da nunmal die Entscheidung über Sperrungen bei der Polizei liegt und es keine Nachricht über Gewalt bei der Demo kam, zeigt dieser Vorgang, wie Politik funktioniert.
Gleichzeitig ist das Internet immer der beste Weg, Bürgerjournalismus zu betreiben.

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Re: Berlin: Polizeischikane gegen Straßenbahn und Fahrgäste

Beitrag von Sithis » 02.05.2019 15:37

"Bürgerjournalismus" - ja, das ist dann wohl auch sowas wie Facebook-Seiten, auf denen dann Beiträge mit 20 Ausrufezeichen und voller Rechtschreibfehler verfaßt werden und alle es teilen sollen, und alle spekulieren wild drauf los.
Wenn es jetzt die Demo war, von der ich annehme, daß diese gemeint ist, natürlich werden die Sympathien ansonsten deutlich höher sein, wenn keine Verkehrsschikanen vorgenommen werden.
"Deutsche Wohnen enteignen" klingt ja auch so ganz toll. Wer sich mal mit der Rechtslage(wenn wir schon bei Recht und Ordnung bleiben wollen!) befaßt hat, wird dann nur feststellen, daß die Enteignung Milliarden kosten würde, die die marode Stadt sicher nicht hat.
Demonstrieren kann für und gegen vieles, ändert nur nichts an der Realität. Und auch nicht an dem Umstand, daß es mit Straßenbahn recht wenig bis gar nichts zu tun hat.
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Re: Berlin: Polizeischikane gegen Straßenbahn und Fahrgäste

Beitrag von Jörg » 03.05.2019 07:16

Sithis hat geschrieben:
02.05.2019 15:37
Und auch nicht an dem Umstand, daß es mit Straßenbahn recht wenig bis gar nichts zu tun hat.
So ist es. Und deshalb ist das Thema hiermit auch beendet.

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