Linienkennzeichnung von Zusatzzügen

Straßenbahnbetriebe in Deutschland
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henry
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Linienkennzeichnung von Zusatzzügen

Beitrag von henry » 05.12.2014 20:43

Hallo zusammen,

zusätzliche Züge werden bei den verschiedenen Straßenbahnbetrieben sehr unterschiedlich gekennzeichnet. Neben Liniennummern die nur zu bestimmten Zeiten oder Veranstaltungen auftauchen gab und gibt es regelmäßige Verstärkerfahren. Ich würde mich freuen wenn der eine oder andere die Liste ergänzen könnte und vielleicht auch Besonderheiten darstellen könnte. Viele Infos sind aus Bildern gewonnen.

Schwerin
keine besondere Kennzeichnung
die verkürzte 4 wurde als 4A beschildert

Rostock
keine besondere Kennzeichnung, extra Liniennummer

Bremen
Liniennummer und nachgestelltes "E"
Liniennummer und nachgestelltes "S" (hält nicht an allen Hst.)
auch nur "E" ?

Woltersdorf
verkürzte Führung "E"

Leipzig
bis ca. 1950 Liniennummer weiß auf rotem Grund
ab ca. 1950 Liniennummer mit nachfolgendem "E" bei Fahrwegen die der Stammlinie oder einem Teil davon entsprachen
"linienunabhängige" Zusatzwagen mit "E" mit unterschiedlichen Farben zur innerbetrieblichen Unterscheidung

Dresden
Liniennummer und vorangestelltes "E"

Halle
Liniennummer und nachgestelltes "E"
linienunabhängig nur "E"

Erfurt
Liniennummer und nachgestelltes "E"

Chemnitz
Liniennummer und nachgestelltes "E"
nur "E"

Karlsruhe
Liniennummer und nachgestelltes "E"


Gruß Henry
ex 7771

Hexemer
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Registriert: 31.01.2008 20:41

Re: Linienkennzeichnung von Zusatzzügen

Beitrag von Hexemer » 26.06.2015 19:56

Mainz: nachgestelltes E

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Baertram
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Re: Linienkennzeichnung von Zusatzzügen

Beitrag von Baertram » 27.06.2015 07:56

Darmstadt
Bis 1986 war es einfach nur E
1986 versuchte man bei den ST 6 bis 9 mit der Liniennummer und einem einfach nachstellten E, damit die Fahrgäste, welche sich von hinten dem Straßenbahnzug näherten, erkannten, wohin der Wagen fährt. Vorhanden waren 2E (Böllenfalltor - Arheilgen @ Die Einsatzzüge von Böllenfalltor zum Merck wurden unter der Liniennummer zusammengefasst), 7E (Eberstadt - Luisenplatz/Schloß - Merck @ also genau die HVZ-Linie 6, aber nur außerhalb der HVZ-Zeiten) und 9E (Böllenfalltor - Schloß - Griesheim). Das setzt eine gewisse (Gleis-)Kenntnis voraus und scheiterte letztendlich. Man kehrte zum einfachen E zurück. Ein letztes Anzeigen der Linie 7E (aber nur die Fans unter den Straßenbahnfahrern zeigten diese Nummer) war vom 14. bis 30. Januar 1997, als die SB 9 ausfielen und die Liniengruppe 6-8 von Luisenplatz zum Frankenstein noch weiter zu verdichten (einigermaßen das Halten der Beförderungskapazität).
Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2003 ist das E aber so gut wie verschwunden. Es sollte stets mit der Liniennummer zum Ziel fahren. Mit der Einführung der LED-Anzeigen 2007 wird die Liniennummer mit dem verkürzten Ziel angezeigt: Eine Straßenbahnzug von Frankenstein fährt eine Verstärkerrunde nach Kranichstein: "6 Schnellinie Luisenplatz" schaltet dann um auf "5 Kranichstein" und dann entsprechend zurück.
Viele Grüße aus Darmstadt - Jörg "Baertram" D.
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M73
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Re: Linienkennzeichnung von Zusatzzügen

Beitrag von M73 » 29.06.2015 11:24

München:
In den 80gern gab es Fahrzeuge, die auf verschiedensten wechselnden Linienwegen zusätzliche Fahrten realisierten. Diese Fahrzeuge wurden aufgrund des relativ aufwendigen Liniennummernwechsels mit einem Großen E gekennzeichnet.

Fahrzeuge, die ausschließlich einen Teilabschnitts einer bestimmten Linie verstärkten, wurden mit z.B. E20, E17 ect. beschildert. Dieses wurde im großen und ganzen so beibehalten. Alltägliche (Werksalltägliche) Verstärkerabschnitte, werden heute aber durchaus mit eigenen Liniennummern bezeichnet.

Für bestimmte Ereignisse wurden aber auch andere Buchstaben für Verstärkerlinien benutzt. Z.B. W für die Wiesn-Linie (Oktoberfest) oder F für bestimmte Friedhofsverbindungslinien (Allerheiligen) oder X,Y,Z zu den Olympischen Spielen 1972…

Verstärkerfahrten, die den gesamten linienweg einer bestimmten Linie bedienen, werden seit Mitte der 90ger einfach mit einer zusätzlichen Kursnummer mit der normalen Linienbezeichnung beschildert. Dieses wurde in den 80gern oft nicht konsequent so gehandhabt. Teilweise wurde damals auch für Zusatzfahrten auf dem vollen Linienweg eine E20 ect. gezeigt, wenn der Wagen vorzeitig wieder im Betriebshof erwartet wurde.
Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch .
(Karl Valentin, Münchner Volksschauspieler und Humorist)

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M73
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Re: Linienkennzeichnung von Zusatzzügen

Beitrag von M73 » 01.07.2015 10:28

Ich habe hierzu im I-Net nochmals recherchiert und folgende Bilder gefunden (folllow the Links):

Mit E20 wurden Anfang der 90ger noch die Wagen der heutigen Linie 21 benannt – Damals ging es noch bis zum Sendliger Tor, da die Wende am Stachus noch nicht exestierte - das kleine E links von der Nummer ist aufgrund des ungünstigen Winkles gerade noch zu erahnen:

https://www.flickr.com/photos/isarsteve ... 94908@N23/

Hier eine Sonderlösung für Altbaufahrzeuge – Als die Linie E20 in die Linie 21 umnummeriert wurde, gab es den Sonderfall, daß die Kurse so etwa jede zweite Fahrt auch bis nach Moosach durchführten, also den Linienweg des 20gers befuhren. Weil wie schon erwähnt die Linienbeschilderung dieser Fahrzeuge nur sehr aufwendig geändert werden kann, wurden diese Schilder kreiert:

http://www.strassenbahn-muenchen.de/213ed5e0.jpg

Hier ein Bild der Linie E27, die auch heute noch zur Auer Dult die Linienwagen verstärkt:

http://www.michaeltaylor.ca/trams/germa ... h-a-mt.jpg

KSW-Wagen waren bis kurz nach der Olympiade 1972 in München noch als Verstärker- und Ersatzkurse im Einsatz – hier ein Fahrzeug, daß Verstärkerfahrt mit E liniert wurde:

http://img231.imageshack.us/img231/4206 ... k19zs0.jpg

Hier ein Wagen der Wiesn-Verstärker-Linie zum Oktoberfest:

http://img383.imageshack.us/img383/7175 ... ieswq1.jpg

Hier noch zwei Verstärkerlinien, die 1972 zur Olympiade eingerichtet waren:

http://img383.imageshack.us/img383/9934 ... k19wp4.jpg
http://img392.imageshack.us/img392/286/ ... ae1np2.jpg
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tatra 1206
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Re: Linienkennzeichnung von Zusatzzügen

Beitrag von tatra 1206 » 14.08.2015 18:26

Magdeburg:

Zu Fußballspielen des 1.FCM fährt seit vielen Jahren die Einsatzlinie 15 als Zubringer und zum Abtransport der Fans.
1998 gab es einen Vorlaufbetrieb für eine neue Linie 8. Diese Linie fuhr von Buckau über Hbf. zum Neustädter See und wurde als Linie E bezeichnet.

Tatra 1206

Tobias Walter
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Re: Linienkennzeichnung von Zusatzzügen

Beitrag von Tobias Walter » 17.07.2016 22:45

Zu Leipzig

GLSt.: Linienkennzeichnung wie Stammlinie mit rotem Diagonalstrich von links unten nach rechts oben (Linie "R")
????: rote runde Scheibe mit weißer Ziffer/ Zahl
städt. GLSt./ LVB: weiße runde Scheibe mit schwarzer Ziffer/ Zahl und darunter angeordnetes "E"* - mit der Einführung der Tatras dürfte das "E" hinter die Ziffer/ Zahl (hochgestellt) gewandert sein.

* = Laut Info ist für die Entsprechenden Darstellung ist der damals aus Breslau stammende LVB-Direktor "schuld".
"Mit dem wissen von heute, sag ich dir nur eins: "Scheiß auf Regeln und lebe dein Leben."

Die Worte einer 93-jährige Patientin zu mir... :shock:

Manitou
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Re: Linienkennzeichnung von Zusatzzügen

Beitrag von Manitou » 19.07.2016 00:25

In der DDR war (in den 70er und 80er Jahren) das Nach- (seltener Vor-) -stellen eines großen "E" Standard, wenn der Linenweg einer Stammlinie teilweise oder vollständig gefahren wird. Zusatzzüge, die abweichend fuhren (z.B. Großveranstaltungen und Ersatzverkehre) zeigten nur ein "E" (z.B. fuhr als Schienersatzverkehr des S-Bahn in Berlin neben Bussen mit halt an allen S-Bahnhöfen eine Straßenbahnlinie E Ostkreuz (Schleife der Linie 82, abgebaut in den 90er Jahren) - Schöneweide ohne Zwischenhalt).

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