Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

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Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

Beitrag von T3D-Fan » 14.07.2008 23:27

An dieser Stelle möchte ich in Zukunft möglichst aktuell über den Stand der Umbau-Aktivitäten an den B4 zur Anpassung an die Niederflurwagen NGT8D in Braunschweig berichten. Erste Ausführungen/Bilder zu diesem Thema hatte ich bereits an anderen Stellen vorgenommen:

- "Braunschweiger Straßenbahnen" :arrow: Bilder vom Umbau des Bw 7476 im Juni 2007
- "Erster Beiwagen für Niederflurbahnen in Braunschweig" :arrow: Erste Aufnahmen vom Test im Betriebshof im Oktober 2007
- Im Rahmen von "Neue Niederflurbahn für Braunschweig" :arrow: Bw 7476 nach weiteren Umbauten im Dezember 2007 wie auch bei längeren Probefahrten im März 2008

Weitere Erläuterungen und aktuelle Bilder zu den Umbauten werde ich in den nächsten Tagen hier einbringen und weitere Neuigkeiten möglichst zeitnah ergänzen.

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Vorgeschichte und erster Umbau-Bw 7476

Beitrag von T3D-Fan » 28.07.2008 20:59

Hintergrund der Umbauten:

Im Jahre 2007 nahm die Braunschweiger Verkehrs-AG 12 neue Niederflurbahnen vom Typ NGT8D des Herstellers Alstom LHB in Betrieb, welche ab Mitte/Ende 2006 gefertigt und bis Ende 2007 ausgeliefert und in Betrieb genommen wurden. Sechs dieser Wagen (0754-0759) wurde mit einer Heckkupplung ausgestattet, um beim Einsatz in der Hauptverkehrszeit (HVZ) im Verbund mit Beiwagen genügend Platz zu bieten. Erklärtes Ziel der Braunschweiger Verkehrs-AG ist es, alle Busse und Bahnen zu jeder Tageszeit (auch in der HVZ) durchschnittlich mit maximal 70% der gesamten (Sitz- und Steh-)Platzkapazität auszulasten. Aus diesem Grund soll ein variabler Einsatz der Niederflurbahnen mit und ohne Beiwagen möglich sein.

Im Hinblick auf den Beiwageneinsatz standen zunächst drei Varianten zur Debatte:
1. Neubeschaffung von Beiwagen.
2. Umbau/Modernisierung von vorhandenen Beiwagen durch eine externe Firma.
3. Umbau von Beiwagen in der eigenen Werkstatt.

Variante 1 schied aus, da es bereits ein enormes Problem darstellte, Beiwagen angeboten zu bekommen. Die angebotenen Wagen waren auch dementsprechend teuer.
Variante 2 schied im Vergleich zur Variante 3 wegen der höheren Kosten und Aufwände aus.
Variante 3 wurde schließ favorisiert, da man damit auch Arbeitsplätze im eigenen Unternehmen sichern konnte.

Nach dieser Entscheidung stand nur noch die Frage, welche Wagen hierfür umgebaut werden sollten. Da durch den Einsatz der neuen Bahnen die 1973er - 1975er Züge freigesetzt werden konnten, die 1977er Züge aber weiter im Einsatz bleiben sollten, leitete sich daraus der Umbau der 1974er Beiwagen B4 des Herstellers DUEWAG ab.
Zunächst sollten nur 4 der 6 vorhandenen Wagen umgebaut werden. Zwei Züge mit 1975er GT6 und 1974er Bw sollten weiter als Reserve vorgehalten werden. Heute plant man jedoch aufgrund des reduzierten Fahrzeugbedarfs im Zuge des neuen Liniennetzes, welches ab Oktober 2008 eingeführt werden soll, und der damit nicht mehr notwendigen Reserven den Umbau aller vorhandenen 1974er Beiwagen. Zusätzlich befindet man sich momentan in der Diskussion, ob nicht ebenfalls die 1977er B4 (Lizenzbau von LHB) umgebaut und die anderen NGT8D ohne Kupplung (0751-0753 und 0760-0762) entsprechend nachgerüstet werden sollen.

Erster Umbau – B4 7476:

Zur Klärung der technischen Umsetzung, für Tests und zur grundsätzlichen technischen Abnahme begann man im Frühjahr 2007 mit dem prototypenhaften Umbau des Beiwagens 7476. Der entsprechende Zug mit Triebwagen 7556 war zuvor bereits abgestellt worden. Die ersten Details zum Umbau konnte man zum "Tag der Schiene" am 02.06.2007 besichtigen:

Bild
Wie auf dem Bild zu sehen, wurde der Wagen zunächst komplett "entkernt".

Bild
Die Trittstufen der hinteren Tür wurden entfernt, nur der Rahmen blieb erhalten.
Dieser wurde später zur Installation eines Faches zur Aufbewahrung der Heckkupplung verwendet. Die Tür selbst wurde durch ein Fenster ersetzt und somit der Bereich verschlossen. Ebenfalls verschlossen wurden die Dachluken. Im Dachbereich (zu sehen auf dem oberen Bild) wurden zusätzliche Längsträger für eine neue Deckenkonstruktion eingeschweißt. Ansonsten blieb der Wagenkasten im originalen Zustand erhalten. Die Trittstufen der beiden vorderen Türen wurden erneuert, die DUEWAG-Falttüren wieder verwendet.

Angepasst wurden zudem die Ansteuerung der Bremsen und die elektrische Kupplung des Wagens. Damit ist ein Umbau-Wagen nur noch mit einem Niederflurwagen kuppelbar. Um dies kenntlich zu machen, wurde der elektrische Aufsatz der Kupplung wie auch die Kupplungsnase rot markiert.

Nachdem Abschluss der Umbauten erhielt der Wagen eine neue Lackierung. Dabei folgte man dem Schema der Modernisierungen an den GT6 7756 und7759: Von außen wurde der Wagen weiß, von innen lichtgrau lackiert. Die Trittstufen und diverse Halterungen erhielten dunkelgrauen Lack, während die Haltestangen, die Sitzgestelle und Sitzflächen wie auch die Innenseite der Türen in Rubinroten (aktuelle Hausfarbe der Braunschweiger Verkehrs-AG) lackiert wurden. Zudem erhielt der Wagen einen dunkelgrauen Fußboden, dunkelgraue Kästen an Front, Heck und für die Türmechanik sowie eine neue hellgraue Decken- und Seitenwandverkleidung. - Die originalen Seitenfenster (mit den alten Alu-Klappfenstern) wurden zunächst beibehalten.

Erste Probefahrten zusammen mit NGT8D 0754 fanden im Oktober 2007 zunächst nur im Betriebshof Altewiek statt:
Bild
Hier erkennt man auch gut die ergänzten LED-Seitenblinkern vor dem letzten Seitenfenster.

Bei weiteren (nächtlichen) Erprobung im Straßenbahn-Netz traten dann Probleme mit der neuen Bremssteuerung auf, weshalb die Testfahrten bis zum November 2007 eingestellt wurden. Nach der Lösung der Probleme konnten die Erprobung fortgesetzt werden. Zudem erhielt der Wagen nun eine komplett neue Verglasung, inklusive neuer Klappfenster mit schwarzem Rahmen, wie auch Sitzaufpolsterungen. Parallel dazu begann im Dezember 2007 der Umbau des zweiten Beiwagens - B4 7475.

Im März 2008 konnte man dann das Gespann aus NGT8D 0754 und B4 7476 auch tagsüber im Liniennetz sehen:
Bild
Hier an der Haltestelle Bürgerpark.

Seit dem Abschluss der Erprobungen ist der Wagen 7476 im Betriebshof Altewiek abgestellt. Zusammen mit Bw 7475 (vielleicht auch einem weiteren Bw) soll er ab Oktober 2008 im regulären Linienverkehr eingesetzt werden.

Hier nun noch Bilder vom aktuellen Zustand, aufgenommen am 01.07.2008:
Bild
Links am Bildrand zu sehen: Bw 7474. Bw 7476 im Gegensatz dazu mit niedrigerer Bauchbinde und der roten Markierung an der Frontkupplung.

Bild
Das neue Fach für die Heckkupplung im Bereich der ehemaligen Trittstufen der hinteren Tür.

Bild
Blick von hinten links in den Innenraum: Neben dem neuen Fenster (an Stelle der dritten Tür) ist weiterhin eine Notbremse mit Nothammer installiert. An der neuen Decke stechen besonders die neuen, runden Lautsprecher hervor. Im Bereich der mittleren Tür kann man zudem zwei der insgesamt vier Überwachungskameras erkennen.

Bild
In der Mitte befindet sich ein neues Leuchtenband. Links und rechts wurde die Deckenkonstruktion mit schräg montierten und hellgrau lackierten Blechteilen abgeschlossen.
An Stelle des Doppeltüröffners für die letzte Tür befinden sich nun an den beiden hintersten Haltestangen neue STOP-Taster. Rechts im Bereich der ehemaligen Tür ist ein weiterer Doppelsitz hinzugekommen. Die Sitzpolster entsprechen denen der Niederflurbahnen NGT8D und sind damit neben der neuen Deckenkonstruktion ein weiterer Unterschied zu den bisherigen GT6-Modernisierungen.

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Re: Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

Beitrag von fahrmidda13 » 29.07.2008 02:53

Bis hier hin erstmal vielen Dank für diese aktuellen und interessanten Informationen aus BS :D .
Zusätzlich befindet man sich momentan in der Diskussion, ob nicht ebenfalls die 1977er B4 (Lizenzbau von LHB) umgebaut und die anderen NGT8D ohne Kupplung (0751-0753 und 0760-0762) entsprechend nachgerüstet werden sollen.
Ich habe ehrlich gesagt nie so recht verstanden, warum man nicht gleich die ganze Serie von NGT8D für Beiwagenbetrieb ausgerüstet hat, wenn eine solche Zugbildung doch ohnehin vorgesehen war und ist.
Der - wegen recht wenigen Wagen - wohl eher bescheidene Spareffekt dürfte angesichts der geringeren Flexibilität im Einsatz wohl kaum zu rechtfertigen sein, erst recht nicht, wenn jetzt, mit erhöhtem Aufwand, doch das einzig richtige angedacht wird, nämlich wenn schon alle NGT8D für den Beiwagenbetrieb fit zu machen.
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Zwei Fuzzies stehen auf einer Signalbrücke.
"Weißt du", sagt der eine, "wenn ich hier oben stehe und den Zug knipse, fällt irgendwie alles von mir ab."
"Schön" sagt der andere. "Hauptsache, es fällt mir nicht in die Fotolinie."

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Re: Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

Beitrag von Sithis » 29.07.2008 20:18

Ich habe ehrlich gesagt nie so recht verstanden, warum man nicht gleich die ganze Serie von NGT8D für Beiwagenbetrieb ausgerüstet hat, wenn eine solche Zugbildung doch ohnehin vorgesehen war und ist.
Der - wegen recht wenigen Wagen - wohl eher bescheidene Spareffekt dürfte angesichts der geringeren Flexibilität im Einsatz wohl kaum zu rechtfertigen sein, erst recht nicht, wenn jetzt, mit erhöhtem Aufwand, doch das einzig richtige angedacht wird, nämlich wenn schon alle NGT8D für den Beiwagenbetrieb fit zu machen.
Mir stellt sich eher generell die Frage nach dem Sinn und Zweck dieses Unterfangens. Was ist mit den GT6-B4-Zügen und dei GT6S? Diese sind von der Kapazität her kleiner als ein NGT8 mit B4. Die paar Züge dürften für einen größeren Ansturm nicht ausreichen, auf schwächer frequentierten Strecken oder in der SVZ fahren sie heiße Luft spazieren.

Im Übrigen würde ich noch gerne anmerken, Braunschweig bitte nicht mit "BS" abkürzen. Das ist die englische Abkürzung für "Bullshit" :mrgreen: .
Zynismus ist der geglückte Versuch, die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist. - Jean Genet

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Re: Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

Beitrag von koneggS » 30.07.2008 11:41

Im Übrigen würde ich noch gerne anmerken, Braunschweig bitte nicht mit "BS" abkürzen. Das ist die englische Abkürzung für "Bullshit" :mrgreen: .
Passt aber irgendwie zum Zustand dieser Stadt ;)
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Re: Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

Beitrag von Sithis » 30.07.2008 17:33

Was paßt dir jetzt an Braunschweig nicht? :roll:
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Re: Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

Beitrag von koneggS » 30.07.2008 20:29

Der Betrieb ist interessant, aber das Stadtbild ist eher....na ja...es gibt schönere Städte um es nett auszudrücken ;)
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Re: Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

Beitrag von Sithis » 30.07.2008 20:36

koneggS hat geschrieben:Der Betrieb ist interessant, aber das Stadtbild ist eher....na ja...es gibt schönere Städte um es nett auszudrücken ;)
Warst du jemals in Braunschweig? Ich persönlich fand die Stadt ganz ansprechend. Nicht zu großstädtisch, fand es ganz gemutlich.

Ich weiß ja nicht, was für dich die Schönheit einer Stadt ausmacht. Vielleicht solltest du Architektur studieren, wenn dir so viel am Stadtbild liegt. Abgesehen davon muß ich ganz ehrlich sagen, wer Frankfurt-Oder als "schön" bezeichnet und wiederum Braunschweig nicht mag, muß an Geschmacksverirrungen leiden...nichts für ungut. Aber Braunschweig ist sauber und gepflegt, was man von FFO nicht behaupten kann.
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Re: Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

Beitrag von koneggS » 30.07.2008 20:37

Warst du jemals in Braunschweig?
Ja 8)
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Ankündigung der Fortsetzung

Beitrag von T3D-Fan » 07.08.2008 22:59

fahrmidda13 hat geschrieben:Bis hier hin erstmal vielen Dank für diese aktuellen und interessanten Informationen aus BS :D .
Nachdem hier andere Personen wieder genügend heiße Luft produziert haben, werde ich in den nächsten Wochen hier weitere Ausführungen zu den aktuell im Umbau befindlichen Wagen ergänzen.

Bis dahin grüßt aus BS der T3D-Fan :wink:

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"Serien-Umbau" weiterer Beiwagen

Beitrag von T3D-Fan » 19.09.2008 00:35

Nach einer längeren Pause möchte ich an dieser Stelle meinen Bericht über die Umbauten der Braunschweiger B4-Beiwagen fortsetzen:

Nachdem, wie zuvor beschrieben, mit dem Beiwagen 7476 als "Prototyp" die technische Umsetzung des Umbaukonzeptes bereits geprüft war, konnte man sich dem serienmäßigen Umbau widmen. Hierfür gingen im Dezember 2007 der Bw 7475 und im März 2008 der Bw 7472 in die Werkstatt. Bw 7471 sollte zwar folgen, wurde aber im August 2008 zusammen mit GT6 7552 (einzigster Zug ohne Matrixanzeige!) nochmals auf der Linie 1 gesichtet. (Der Zug 7552/7471 trägt noch die alte EN|BS-Werbung.)

Serien-Umbau – B4 7475 und 7472 (Stand Juli 2008):

Der serienmäßige Umbau der Beiwagen vollzieht sich in folgenden Schritten:

1. Entkernung:
Nachdem der umzubauende Wagen in die Werkstatt gelangt ist, werden zunächst alle An- und Einbauten entfernt. Dazu zählen: die Außenbeleuchtungseinrichtungen, die Türen und Dachluken, die umlaufende Rinne, die Verglasung, Bestuhlung und Haltestangen, Innenbeleuchtung, Deckenteile, Seitenwandverkleidung und der Fußbodenbelag.

2. Instandsetzung Unterboden:
Im zweiten Schritt wird der Wagen von seinen Drehgestellen gehoben und von unten her wieder flott gemacht. Dabei werden zusätzlich die Kupplungen und Stoßstangen entfernt wie auch die (eingeschraubten) mittleren Trittstufen und die (eingenieteten) Verblechungen in den Trittstufenkästen.
Der Unterboden des Wagens und die verbliebenen Rahmen der Trittstufenkästen werden instandgesetzt und neu (grau) lackiert. Die Heckkupplung erhält ebenfalls neuen Lack, wie auch die neuen Bleche für die Trittstufen der beiden noch verbleibenden Türen.
Anschließend werden an den Wagenkasten die aufgearbeitet Heck- und eine neue Frontkupplung (mit neuer elektrischer Kupplung) montiert und bereits alle elektrischen Verbindungen am Unterboden wieder hergestellt. Die beiden vorderen Trittstufenkästen erhalten ihre neue Verblechung und die neu lackierten, mittleren Trittstufen, die dann bereits mit Edelstahl-Riffelblech als Rutsch-Schutz versehen sind.
Parallel dazu werden die Drehgestelle zerlegt. Die Rahmen werden neu lackiert, die Räder erhalten neue Radreifen und die Bremsen werden für das Zusammenspiel mit den NGT8D angepasst sowie beim Zusammenbau der Drehgestelle elektrisch neu angeschlossen.

3. Aufarbeitung des Wagenkastens:
Nachdem der Wagen von unten bereits wieder flott gemacht wurde, folgt nun die "Oberseite". Dies umfasst zum einen das Entrosten des Wagenkastens (vorallem im Bereich der Fensterkanten). Zum anderen werden nun die eigentlichen Umbauten vorgenommen.
Als erstes wird die Verblechung am Rahmen der hinteren Tür ein wenig zurückgenommen, um dort das neue Fenster einzubauen. Anschließend wird in den unteren Bereich des Tür-Rahmens ein vorgefertigter (und bereits grundierter) Kasten zur späteren Aufnahme der Heckkupplung eingebaut. Zum Schluss wird der Bereich zwischen Fenster und Kasten verblecht sowie die Bohrung für das neue seitliche Blinklicht vorgenommen.
In einem zweiten Schritt werden die Dachluken verschlossen und im Inneren Verstrebungen zur Befestigung der neuen Deckenkonstruktion eingeschweißt.
Während vom Äußeren der Bw 7475 vollständig dem Prototypen 7476 folgt und dort die Dachwerbetafeln entfernt wurden, gestaltete man den Bw 7472 im Dachbereich neu:
Ergänzend zu den bereits zuvor genannten Umbauten erhielt der Bw 7472 eine neue Dachkante am Heck. Im seitlichen Bereich bildet diese die Verlängerung der bereits vorhandenen, aufgeschraubten Dachwerbetafeln und besteht aus drei aufgeschweißten Seitenblechen, wovon sich das hintere der beiden zum Ende hin verjüngt. Verbunden werden sollen die Seitenbleche über ein geschraubtes Abschlusskante, ähnlich der bei den NGT8D verwendeten.
Inwiefern die selbe Konstruktion auch an der Front des Wagens verwendet wird, war im Juli 2008 noch nicht klar.

4. Neugestaltung Fahrgastraum:
Wenn alle mechanischen Arbeiten am Äußeren des Wagenkasten abgeschlossen sind, wird der Wagen auf seine "neuen" Drehgestelle gesetzt. Nun folgen die Anpassungen im Inneren, was zum einen die Gestaltung um das zusätzliche Fenster, die Türmechanik-Kästen aber auch die neuen (seitlichen) Deckenteile betrifft. Letztere werden aus Blech gefertigt und müssen an die Form angepasst sowie für die spätere Montage vorgebohrt werden. Nach Abschluss dieses Vorgangs werden diese Teile wie bereits zuvor das Wageninnere hellgrau lackiert.

5. Lackierung:
Anschließend wird der Wagen für die Außenlackierung vorbereitet, gespachtelt, gefüllert und zum Schluss von Außen weiß lackiert. Die Regenrinnen und Alu-Leisten für die Front- und Heckfenster werden parallel dazu schwarz lackiert. Die Sitzschalen, Sitzgestelle und Haltestangen erhalten eine rubinroten Lack, alle Halterungen und Befestigungsteile sowie die angepassten Türmechanikkästen werden dunkelgrau lackiert.

6. Montage:
Zum Abschluss der Arbeiten erhält der Wagen seine Verglasung mit neuen Klappfenstern an den seitlichen Fenstern. Der Fußboden wird mit einem dunkelgrauen Belag ausgelegt. Die neuen Deckenplatten und -seitenteile werden eingebaut ebenso wie das neue Leuchtenband, die neuen Lautsprecher und die Überwachungskameras. Der Wagen erhält eine neue hellgraue Seitenwandverkleidung (selbes Material wie die Deckenplatten) sowie eine dunkelgraue Front- und Heckwandverkleidung. Anschließend werden die Sitze (noch ohne Polster) und Haltestangen montiert. Den Abschluss aller Arbeiten bildet das Verfugen des Fußbodens sowie der Decken- und Seitenteile und die Montage der Alu-Zier- und -Abschlusskanten im Inneren wie auch der Regenrinnen und Stoßstangen außen.
Als letzter Schritt erfolgt die Aufpolsterung aller Sitze im Design der NGT8D-Sitzpolster.

Einige Bilder:

Einen kleinen Eindruck vom Umbau der beiden Beiwagen 7475 und 7472 konnte man während einer Betriebshofführung am 01.07.2008 im Rahmen einer der ganzjährig stattfindenden Veranstaltungen zur Verabschiedung des Betriebshofes Altewiek gewinnen:

Bild
Beiwagen 7475 bereits umgebaut und für die Außen-Lackierung vorbereitend gespachtelt. Gut zu erkennen sind die zu diesem Zeitpunkt schon fertiggestellten Drehgestelle und Trittstufen.

Bild
Hier der Bereich des neu eingebauten Fensters. Unten gut zu sehen: Der Kasten für die Heckkupplung im Bereich der ehemaligen Trittstufen mit dem Dorn zur Kupplungsfixierung. Rechts vom Fenster erkennt man die Bohrungen für das zusätzliche Blinklicht.

Bild
Heckansicht von Bw 7475. Im Inneren ist man gerade mit der Anpassung der neuen, seitlichen Deckenteile beschäftigt. Der Wagen selbst ist von Innen bereits hellgrau lackiert.


Bild
Front von Beiwagen 7472 ...

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... bereits mit der neuen Kupplung.

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Gut zu sehen: Die bereits vollständig aufgearbeiteten Trittstufen sowie der fertige Unterboden.

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Eines der beiden aufgearbeiteten Drehgestelle.

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Die neuen Trittstufen der vorderen ...

Bild
... und der mittleren Tür.

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Hier ein Bild vom Inneren des Daches. Man erkennt die zusätzlichen Verstrebungen für die neue Deckenkonstruktion und die verschlossenen Dachluken.

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Das Heck des im Umbau befindlichen Beiwagens 7472: Zusätzlich zu den anderen Wagen erhielt dieser eine Verblechung der Dackkante, welche an der Seite an das Dach geschweißt ist und im hinteren Bereich, wie auf dem nächsten Bild zu sehen, verschraubt wird.

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Das neue Fenster wurde bereits eingeschweißt und der Kasten für die Heckkupplung eingepasst. An der hinteren Dachkante erkennt man neu aufgeschweißte Halterungen, an denen später die hintere Kante befestigt werden soll.

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Erster Beiwagen geht in den Fahrgast-Einsatz

Beitrag von T3D-Fan » 12.10.2008 23:58

Mit der heutigen Änderung des Liniennetzes in Braunschweig steht nun auch der erste Einsatz der 07er Niederflurbahnen mit Umbau-Beiwagen bevor. Dafür stand heute bereits der NGT8D 0754 zusammengekuppelt mit dem Umbau-B4 7476 vorbereitet auf dem Betriebshof Altewiek. Der Einsatz wird vermutlich auf der Metrolinie M2 (Heidberg - Siegfriedviertel) oder auf der Linie M1 (Stöckheim - Wenden) bzw. 6 (Stöckheim - Radeklint) erfolgen.

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Erste Fahrzeugeinsätze

Beitrag von T3D-Fan » 02.11.2008 23:17

Entgegen meinen ersten Vermutungen erfolgt der reguläre Einsatz des Zuges 0754/7476 nun montags bis freitags jeweils auf einem Kurs der Linie M3. Dazu heute hier mal an dieser Stelle einige Fotos:

Bild
Der Zug an der Haltestelle "Schloss" am 13.10.2008 ...

Bild
... und hier nochmal am 23.10.2008 an der selben Haltestelle.

Und hier noch ein paar Bilder von der Endhaltestelle Volkmarode, aufgenommen am 24.10.2008:

Bild

Bild
Interessantes Detail: Beim Beiwagenbetrieb sind am Triebwagen die Rück-/Bremsleuchten abgeschaltet.

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Bild

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Am Wochenende ist der Zug im Betriebshof immer auf seinem "Stammgleis" abgestellt. Ausnahme bildetet das erste November-Wochenende. Wegen mehreren Veranstaltungen (Mumme-Meile, Eröffnung des "Schloss-Carree"s und verkaufsoffener Sonntag) und dem damit erhöhten Fahrgastaufkommens kam der Zug auch auf der Linie M1 zum Einsatz (Bild vom 01.11.2008):
Bild

Und hier gibt es auch ein kleines Video:
http://img531.imageshack.us/my.php?imag ... 55aeo5.flv

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Re: Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

Beitrag von fahrmidda13 » 03.11.2008 00:24

Die optische Erscheinung ist in der Tat etwas gewöhnungsbedürftig... trotzdem danke für die Bilder :D .
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Zwei Fuzzies stehen auf einer Signalbrücke.
"Weißt du", sagt der eine, "wenn ich hier oben stehe und den Zug knipse, fällt irgendwie alles von mir ab."
"Schön" sagt der andere. "Hauptsache, es fällt mir nicht in die Fotolinie."

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Re: Umbau der Braunschweiger DUEWAG-Beiwagen B4

Beitrag von koneggS » 03.11.2008 21:34

Aber da sehen die Tatra-Niederflurzüge in Leipzig verbotener aus ;-)

€dit: 11111. Beitrag^^
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