Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

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Tramfan1000
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Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Tramfan1000 » 20.11.2011 10:07

Gestern war ich mit Möckern-Peter bei einer Sonderfahrt in Würzburg. Anlass für die Sonderfahrt war die 10 Jährige Fahrplanruhe in Heidingsfeld.
Wir fuhren mit dem GTW-D8 236 vom Betriebshof Sanderau nach Heidingsfeld, von dort ging es durch die Innenstadt in die Zellerau und dann ging es wieder zurück ins Depot.

Aber nun genug Text, jetzt kommen die Bilder :)

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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Sithis » 20.11.2011 19:29

Fahrplanruhe?

Soll das neben den Kinderansagen mal wieder die Kinderfreundlichkeit der WSB unterstreichen, daß das Schild aussieht, als hätte es ein Grundschüler mit Edding gestaltet? :roll:
Ehrlich gesagt verschandelt das den ansonsten gutaussehenden Wagen. Hauptsache, Ihr hattet euren Spaß, aber das fällt mir nur mal auf.
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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Tramfan1000 » 23.11.2011 14:02

Also ich finde das Schild eigentlich gar nicht mal so schlimm. Bisher hatten alle Linie 3 Sonderfahrten solche Pappschilder. Bin mal gespannt ob die nächste Sonderfahrt in wahrscheinlich 5 Jahren auch wieder so ein Pappschild hat.

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M73
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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von M73 » 28.11.2011 07:56

Vielleicht eine saudumme Frage, aber ich stell sie mal:
Hat auf die Schnelle jemand eine Antwort parat, warum die Strecke nach Heidingsfeld nicht mehr regulär befahren wird, obwohl sie offenbar betriebsbereit ist? Um wieviel Meter Gleis geht es da?
Ist dieses Gleis so wichtig, daß man es mit einer Jahresfahrt würdigen muß oder ist es "nur" eine Freakangelegenheit?
Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch .
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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Tramfan1000 » 28.11.2011 18:07

Die Strecke nach Heidingsfeld wird seit dem 08.06.2001 nicht mehr regulär befahren da sich die Strecke durch die mittig gelegen Gleislage als totales Hindernis entwickelt hat, vor allem seit dem die GT-N nach Heidingsfeld fuhren und regelmäßig die Spiegel von parkenden Autos abgebrochen haben. Früher bei den Düwags war das noch kein so großes Thema, aber die Niederflur Kartons haben da schon einigen Autos die Spiegel zerdeppert.

Da bis Ende der 90er die Linie 5 nach Rottenbauer fertig gebaut war, entschied man sich die Linie 5 nicht mehr doppelt zu befahren (Früher fuhr immer ein Wagen nach Rottenbauer, der nächste zum Heuchelhof) sonder stattdessen die Linie 3 von Heidingsfeld nach Heuchelhof umzulegen, ich vermute mal dass man damit auch das Geld für die anstehenden HUs bei den GTW-D8 sparen wollte, da diese ja nicht zum Heuchelhof fahren dürfen.

So hat man die Strecke also offiziell stillgelegt, jedoch ist sie noch komplett erhalten und befahrbar, sie wird noch manchmal von den Düwags auf Werkfahrt und vom Schoppenexpress befahren.

Die Sonderfahrten nach Heidingsfeld sind eigentlich als Denkanstoß an die Stadt gedacht, so habe ich das jedenfalls aufgefasst. Alle 5 Jahre gibt es eine Sonderfahrt nach Heidingsfeld, und die diesjährige hat sich echt gelohnt, da man jetzt wieder ernsthaft darüber nachdenkt die Linie 3 nach Heidingsfeld wieder regulär zu befahren und außerdem überlegt man zur Zeit auch ob man die beiden Heidingsfelder Bahnhöfe (Heidingsfeld Ost+West) wieder eröffnen soll. Als reine Freak-Angelegenheit würde ich die Fahrt jetzt nicht halten, da steckt schon ein Sinn dahinter.

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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von M73 » 28.11.2011 18:30

Erstmals herzlichen Dank an Tramfan1000!!!
Nun ja, ich war zwischenzeitlich auch weiter auf Infosuche und habe das herausgefunden:

Ich vermutete richtig (nach einer ausgiebigen Google/Maps-Tour) daß es um ein fast ausschließlich eingleisigen (so sieht es in Google zumindest aus)Streckenast geht, der ab der Maingasse die Wenzelstr., Klosterstr usw. bis zu einer Häuserblockschleife Am Ostbahnhof führt. Die Strecke dürfte so geschätzt einen knappen km lang sein.

Die Schwierigkeiten in der Engstelle und die anderen Gründe, die zu der Linienwegänderung führte, habe ich allerdings noch nicht eruieren können.
Nochmals herzlichen Dank!

Wenn man die Bahngleise im Bereich des vermuteten Bahnhofsgebäudes anschaut, ging ich davon aus, daß hier geraume Zeit keine Umsteigebeziehung zur Eisenbahn mehr existiert, was nun auch bestätigt ist.

Naja, ob man hier wirklich eine Linie laufen lassen muß? Die Bebauung ist nicht so üppig, daß momentan hier eine Straßenbahn not täte, aber als Umleitungsabschnitt ect. sicher erhaltenswert. Und wenn der Bahnhof wieder flott gemacht würde, könnte ich mir auch wieder einen Sinn in einem Linienbetrieb vorstellen.

Was mich jetzt brennend interessiert, sofern die Strecke wirklich eingleisig ist, wie hier im damaligen Regelbetrieb verhindert wurde, daß sich zwei entgegen gesetzte Trambahnen auf dem Eingleis begegneten? In München gibt es keine eingleisigen Abschnitte – und früher (Irgendwann um 1900) wurden auch nur ausschließlich an Wendeanlagen Gleise in beide Richtungen befahren (also absolut überschaubare Bereiche).

PS – Korrektur:

Es gab vereinzelt Engstellen, wo temporär Gleise in gegen der Normalfahrtrichtung befahren wurden. Z.B. in der Steinstraße – dort hätte sonst der Lieferverkehr für die anliegenden Geschäfte den Straßenbahnbetrieb lahm gelegt – so wurde während des Ladevorgangs das Gegengleis über einen Gleiswechsel befahren. Aber selbst hier war die ganze Gaudi recht überschaubar, was in Würzburg/ Heidingsfeld definitiv nicht der Fall ist.
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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Manitou » 29.11.2011 01:38

Für eingleisige Abschnitte gibt es drei Betriebsverfahren.

Kreuzungsplan: Im Fahrplan sind Kreuzungshalte festgelegt, wird in kleine Betrieben (Straußberg, Wolterdorf) angewendet.

Erlaubnis-Stab/Schein: Sicherung einzelner Abschnitte, vorzugsweise bei Bauzuständen/Signalstörungen


Signalanlage: Meist wird heutzutage ein Gegenfahrt-Selbstblock angewendet, wo ein sich nähernder Zug, wenn die Strecke frei ist, das Signal auf der Gegenseite in Haltstellung verriegelt (rot bzw. "-") und dann selber Fahrt (grün bzw. "I") bekommt.

Auf Sicht in Gegenrichtung fährt man nur beim Rangieren (in Betriebshöfen oder beim Umsetzten an Endstellen).

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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von #853 » 29.11.2011 12:05

Tramfan1000 hat geschrieben:Die Strecke nach Heidingsfeld wird seit dem 08.06.2001 nicht mehr regulär befahren da sich die Strecke durch die mittig gelegen Gleislage als totales Hindernis entwickelt hat, vor allem seit dem die GT-N nach Heidingsfeld fuhren und regelmäßig die Spiegel von parkenden Autos abgebrochen haben. Früher bei den Düwags war das noch kein so großes Thema, aber die Niederflur Kartons haben da schon einigen Autos die Spiegel zerdeppert.
lololololol

Wenn eine Straßenbahn einem Auto den Spiegel abrasiert, ist der Triebwagen (ist ja ein Niederflurer) Schuld oder auch die mittig verlegten Gleise...
Ich würde ja sagen, dass eher der Parker bzw der Strabafahrer schuld sind. Bei uns gibt es regelmäßig "Fahrplanabweichungen wegen Falschparker" Dann geht halt erstmal nichts, bis das Auto - gebührenpflichtig - entfernt wurde.

Davon abgesehen finde ich Deinen Fotobericht interessant, hätte mir aber gewünscht, dass ich nicht erst guhgeln muss, was mit Fahrplanruhe gemeint ist.

Gibs zu, das Pappschild findest Du auch albern...!
Ich liebe Schachtelsätze.

Wer Ostern tankt, hat keinen billigen Sprit verdient.

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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Tramfan1000 » 30.11.2011 16:22

M73 hat geschrieben:Ich vermutete richtig (nach einer ausgiebigen Google/Maps-Tour) daß es um ein fast ausschließlich eingleisigen (so sieht es in Google zumindest aus)Streckenast geht, der ab der Maingasse die Wenzelstr., Klosterstr usw. bis zu einer Häuserblockschleife Am Ostbahnhof führt. Die Strecke dürfte so geschätzt einen knappen km lang sein.
Die Strecke ist ab der Reuterstraße komplett eingleisig, zwei Gleise würden im engen Heidingsfeld auch keinen Platz finden :)
M73 hat geschrieben:Wenn man die Bahngleise im Bereich des vermuteten Bahnhofsgebäudes anschaut, ging ich davon aus, daß hier geraume Zeit keine Umsteigebeziehung zur Eisenbahn mehr existiert, was nun auch bestätigt ist.
Der Bahnhof Heidingsfeld West ist schon seit mehr als 30 Jahren stillgelegt, darum ist es auch nicht so verwunderlich dass da relativ wenig an ein ehemaliges Bahnhofs Gelände erinnert.
M73 hat geschrieben:Was mich jetzt brennend interessiert, sofern die Strecke wirklich eingleisig ist, wie hier im damaligen Regelbetrieb verhindert wurde, daß sich zwei entgegen gesetzte Trambahnen auf dem Eingleis begegneten? In München gibt es keine eingleisigen Abschnitte – und früher (Irgendwann um 1900) wurden auch nur ausschließlich an Wendeanlagen Gleise in beide Richtungen befahren (also absolut überschaubare Bereiche).
Dazu hat Manitou schon die richtige Antwort gegeben, bei der Heidingsfelder Strecke gibt es an der Reuterstraße ein Signal welches auf "-" schaltet sobald die Bahn die Haltestelle Richtung Heidingsfeld verlässt und wieder auf "I" schaltet sobald die Bahn wieder an der Haltestelle Reuterstraße angekommen ist. An der Ostbahnhof Wendeschleife gibt es noch ein zusätzliches Signal welches die Wendeschleife sperrt oder eben dann wieder freigibt.
401 hat geschrieben:Wenn eine Straßenbahn einem Auto den Spiegel abrasiert, ist der Triebwagen (ist ja ein Niederflurer) Schuld oder auch die mittig verlegten Gleise...
Ich würde ja sagen, dass eher der Parker bzw der Strabafahrer schuld sind. Bei uns gibt es regelmäßig "Fahrplanabweichungen wegen Falschparker" Dann geht halt erstmal nichts, bis das Auto - gebührenpflichtig - entfernt wurde.

Davon abgesehen finde ich Deinen Fotobericht interessant, hätte mir aber gewünscht, dass ich nicht erst guhgeln muss, was mit Fahrplanruhe gemeint ist.

Gibs zu, das Pappschild findest Du auch albern...!
Da konnten natürlich die Autofahrer zum teil auch was dafür, aber die Straßen dort sind zum teil so dermaßen eng dass die Kartons halt manchmal an den Spiegeln hängen geblieben sind, und das auch bei Autos die wirklich gut geparkt waren.

Was ist eigentlich an dem Pappschild so albern? Ich find das echt nicht so schlimm.

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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von M73 » 30.11.2011 16:41

Dazu hat Manitou schon die richtige Antwort gegeben, bei der Heidingsfelder Strecke gibt es an der Reuterstraße ein Signal welches auf "-" schaltet sobald die Bahn die Haltestelle Richtung Heidingsfeld verlässt und wieder auf "I" schaltet sobald die Bahn wieder an der Haltestelle Reuterstraße angekommen ist. An der Ostbahnhof Wendeschleife gibt es noch ein zusätzliches Signal welches die Wendeschleife sperrt oder eben dann wieder freigibt.
Ich weiß, ich bin recht Hartnäckig in meinen Fragen (fast schon nervig):

Daß bedeutet ja, daß immer nur ein Zug den Abschnitt befahren kann. Sicher aber nicht ideal… z.B. wenn es zu Fahrplanverschiebungen kommt, muß also der einfahrende Zug solange warten, bis der ausfahrende Wagen den Abschnitt komplett verlassen hat, egal, ob die ausfahrende Garnitur noch "stundenlang" in der sicheren Wendeanlage auf die Abfahrtszeit warten muß. Bei der Länge der Strecke wäre meines "Denkens" wünschenswert, wenn der eingleisige Abschnitt nur bei direkter Befahrung gesperrt wäre… Naja – im normalen Fahrplanablauf eher Randgeplänkel.

Was ist, wenn z.B. die Signalanlage ausfällt? Ich vermute mal, daß dann über Funk und Leitstelle die Engstelle geregelt wird.
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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Sithis » 30.11.2011 18:17

Welchen Takt fuhr die Linie damals? Der grundlegende 15-Minuten-Takt in Würzburg ist ja nun nicht so dramatisch...
Zynismus ist der geglückte Versuch, die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist. - Jean Genet

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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Tramfan1000 » 30.01.2012 17:15

@M73

Ideal war das sicherlich nicht, da es allerdings wegen der Autofahrer des öfteren Verspätungen gab musste die Bahn an der Reuterstraße sowieso meistens länger warten als im Fahrplan angegeben.

Was da los war wenn die Signalanlagen ausfielen weiß ich nicht, als die Strecke noch regulär befahren wurde habe ich auf sowas nicht wirklich geachtet :)

@Sithis

Den genauen Takt der Linie weiß ich nicht, ich weiß nur, dass der Takt gegen Ende immer weiter gestreckt wurde bis dann ab c.a. 2000 die Bahnen nur noch von Montag bis Samstag nach Heidingsfeld fuhren, und Samstag auch nur bis in den Nachmittag.

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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Möckern-Peter » 04.03.2012 05:35

Abfertigung über Funk oder Telefon war auch schon zu DDR-Zeiten bei der Thüringerwaldbahn üblich. Also ein übliches Verfahren.

Ein stadtauswärtiger Zug kann zur Endstelle fahren, trotz Vorderzug. Dann kann nur dieser nicht stadteinwärts. Die Endstelle gilt quasi als "Ausweiche" in Länge von 2 Hst.: von X bis zur Endstelle und von dort bis X, da es eine Blockschleife ist. (Bei einer örtlichen Schleife wären es 0.)
Wie herum man eine Blockschleife befährt, ist nur eine Frage, in welche Richtung man bei Schleifeneinfahrt-Weiche, aus dem eingleisigen kommend, die Rückholfeder ausrichtet.

Generell kann bei eingleisigen Strecken in gleicher Richtung nachgefahren werden, wenn die Anlagenprogrammierung es gestatten soll. Es gibt Anlagen, die kein Nachfahren erlauben, dann muss auch der Vorderzug diese erst verlassen haben. Eine Anlage kann aber auch 2 (und mehr) Züge gleicher Richtung durchlassen. Bei einer kleinen Schleife am Ende des Eingleisigen z.B. muss berechnet werden, welcher Zug nicht mehr kommen dürfte, um die Endstelle im Störfall nicht so zu füllen, dass ein Ausfahren eines Zuges nicht mehr realisiert werden kann und dann "nie" wieder einer von der Endstelle loskäme.
Unsere alte Anlage nach Knautkleeberg z.B. ließ (auch nach Verlassen der ersteren) nur 3 Züge dortin fahren, dann "verlangte" sie zuerst einen Gegenzug. Damit wurde sichergestellt, dass jener 3. noch im Gleisdreieck drehen konnte. Die 2 vorigen mussten freilich auf dem Abfahrtsgleis zurück in die Abstellgleise gedrückt werden; sie waren damit quasi aus der Signalanlage "ausgeschieden". Anmelden musste man jeden Zug neu: ob von einem Abstellgleis vorziehend oder unmittelbar wendend.
Man kann natürlich eine Anlage auch so schalten, dass ein Zug erst wieder grundhaft herauskommen muss, ehe man einem anderen die Fahrt gestattet. In diesem Fall wird also die gesamte Strecke einschl. Schleife als eingleisig aufgefasst: er schaltet sich also in der Endschleife nicht wirklich aus.

Auf Sicht fahren wird die BO Strab wohl nicht zulassen!
In Leipzig wurde bis in die 70er in der Lindenthaler Str. reichliche 10 m eingleisig gefahren (d.h. maximal ein Wagen eines 3ers war im eingleisigen); die funktionierte auf Sicht.
Analog verhielt es sich an der Hintereinfahrt zum Bf.Reudnitz im Täubchenweg. Die Strecke von/nach dem Stadtzentrum war 1948 zur Schienengewinnung ab- und nie wieder aufgebaut worden; es verblieb nur der landseitige Teil zum Erreichen des Betriebshofes. Dort gab es auch dann auch so eine kurze auf Sicht befahrene "Strecke" von ein paar Metern. In der Regel war dies Rangierbereich. Wurde aber der Bf. auf 2 versch. Gleisen von Linienzügen durchfahren, war es Streckenfahrt im Rangierbereich, eine Art Grauzone. Dazu hatte man festgelegt, dass erst die Straße geräumt = in den Bf.. eingefahren wird, ehe ausgefahren wird. Korrespondiert mit der Leipziger Regel "stadtwärts vor landwärts", womit man Züge, die noch immens Weg vor sich hatten, vor denen, die an der Endstelle auch mal später zur Wendezeit ankommen konnten, bevorrechtigen wollte. War der andere jedoch schon drin, hatte man den fahren zu lassen :mrgreen: - und wenn sich die Fahrer verständigten, ging es sicher auch mal andersherum.
Technisch haben Anlagen durch Fehler immer mal Gegenüberstellungen "zugelassen", was nie hätte sein dürfen. Auch ich habe mir in Wahren - Stahmeln schon mit einem Zug gegenübergestanden und wir waren beide schuldlos. War aber nur einmal in 32 Jahren. Die wirklich schweren Frontalzusammenstöße - von 2-mal Li.4 bei Windorf in einer unüberschaubaren Kurve, 2-mal Li.13 hinter der Autobahn im Nebel, sowie an der alten Brücke über den Güterring an der Torgauer Str. mit Li.13 und Atw. - waren aber stets durch menschlichen Fehler bedingt, indem einer bei gesperrtem Signal eingefahren war.
Zuletzt geändert von Möckern-Peter am 05.03.2012 05:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Manitou » 05.03.2012 00:09

Man kann (soweit es noch erlaubt ist) auch mit Nachzugzeichen auf eingleisigen Strecken nachfahren. Dies wurde in Berlin noch in den 90er Jahren (z.B. während des U-Bahn-Bau's in der Berliner Straße in Pankow) angewendet.

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Re: Sonderfahrt "10 Jahre Fahrplanruhe in Heidingsfeld"

Beitrag von Möckern-Peter » 05.03.2012 05:27

Das Nachzugzeichen ist ein legitimes Zeichen der Signalordnung zur BO Strab; insofern ist das auch weiter erlaubt.
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