Eberswalder O-Bus gefährdet

Diskussionen über straßenbahnähnliche Systeme wie O-Bus und GLT-Fahrzeuge
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Sithis
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Eberswalder O-Bus gefährdet

Beitrag von Sithis » 18.11.2007 01:04

Der O-Bus in Eberswalde ist von der Stillegung bedroht. Laut einem Gutachten soll es wirtschaftlicher sein, ab 2015 Hybrid-Busse zu verwenden.
Angeblich läuft die wirtschaftlich nutzbare Zeit der aktuellen Fahrzeugflotte ab.

Dies halte ich aber irgendwie für fragwürdig. So alt sind die Wagen doch gar nicht(vom Anfang der 90er). Zudem wäre es ein großes Ärgernis, wen die historischen Busse nicht mehr fahren könnten. Schon so sind ja ehemalige Berliner aus Ost und West dort geparkt, die in Berlin nicht mehr fahren können.

Immerhin möchte die CDU etwas gegen die Stillegung tun. Hoffen wir, daß dies auch Wirkung hat.
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koneggS
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Beitrag von koneggS » 18.11.2007 01:07

Dies halte ich aber irgendwie für fragwürdig. So alt sind die Wagen doch gar nicht(vom Anfang der 90er).
Und 2015 sind die über 20 Jahre alt, das ist ein ausmusterungswürdiges Alter ür einen Bus.
Ich bin gespannt, wie das mal wird. Der Dresdner Hybridsolaris soll von der Wirtschaftlichkeit nicht so der Renner sein (weil der Motor immer neu starten muss usw.) und nicht genug Speicherkapazität da ist. Sollten die Hybridbusse 2015 soweit sein, dass sie Serienreif sind, hätte ich dagegen nichts einzuwenden. Ob der Strom jetzt von einem Kohlekraftwerk oder einem Dieselmotor erzeugt wird, ist doch egal.
Es wäre schade um ein interessantes Transportmittel, aber man kann nicht immer alles haben.

Die historischen Busse bekommen vielleciht eine Museumsstrecke, warum soll es beim Bus sachen nciht geben, die bei der STraßenbahn möglich sind? Im Notfall halt einen Hänger mit Aggregat drauf, funzzt auch.
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Sithis
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Beitrag von Sithis » 18.11.2007 15:13

Bis 2015 ist aber noch eine Weile hin und man überlegt ja jetzt schon, die O-Busse zu ersetzen. Dabei sind diese mit Baujahr 1994 ja nun wirklich nicht so alt.

Ich fände Hybridbusse ganz ehrlich Quatsch. Wozu denn Hybrid? Wenn schon, dann einen reinen Elektroantrieb. Bis dahin dürfte es ja auch leistungsfähige Akkus geben.

Und der O-Bus gehört nun mal dazu in Eberswalde! Einen Hänger zur Stromerzeugung dranhängen sähe häßlich aus und es wäre auch ein Hohn gegenüber den Bemühungen, die historischen Wagen zu erhalten.

Und Museumsstrecke...Eberswalde hat doch eh nur zwei Linien. Ein reiner Museumsbetrieb wie bei der Naumburger Straßenbahn wäre da fragwürdig, denn der O-Bus gehört ja zur Barnimer Busgesellschaft und nimmt in diesem Unternehmen nur eine kleine Stellung ein.
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Beitrag von koneggS » 18.11.2007 22:34

Ein Bus ist nicht für die Ewigkeit gebaut, ein Bus ist nur ein großes Auto. Und Baujahr 1994 ist nun wirklich alt. Bei Unternehmen mit Dieselbussen stehen diese jetzt schon auf der Abschussliste. 2015 sind diese Busse 20 Jahre alt, was ein normales Alter ist. Ein Bus wird für 8 Jahre gebaut, nicht für die Ewigkeit! Beim Obus liegt nur der Vorteil, dass dieser keinen unruhigen, sich mit der Zeit selbst zerstörenden Dieselmotor besitzt, dafür ist die Karosserie nach 20 Jahren einfach hinüber. Und der Hybridbus wird irgendwann serienreif sein. Er ist unterm Strich genauso umweltfreundlich wie der Obus, denn der Strom für den Obus wird auch im Kohlekraftwerk des Vertrauens erzeugt...Man kann nicht immer alles um jeden Preis haben und erhalten, nur weil es schön ist. So ist das Leben nun mal.
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Beitrag von Sithis » 18.11.2007 23:09

Woher willst du denn wissen, wo der Strom für den O-Bus in Eberswalde erzeugt wird? Immerhin 12 % sind aus alternativen Energien, 10 % aus Kernenergie, was manche zwar auf die Palme bringt, aber immer noch besser als fossile Energie ist.
http://www.stadtwerke-eberswalde.de/str ... giemix.php

Außerdem sind O-Buse eher für ca. 20 Jahre ausgelegt. Und da wären noch einige Jahre drin. Aber selbst ein normaler Bus ist nach 8 Jahren nicht hinüber(ok vielleicht ein Citaro).
Es gibt auch Pläne für Netzerweiterungen, die von der FDP allerdings abgelehnt werden.

Außerdem frage ich mich, was du gegen den O-Bus hast? Wenn ich jetzt schreiben würde, daß es gut ist, daß die ollen T4D aus Dresden verschwinden, würde dich das sicherlich auch ärgern.
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Beitrag von fahrmidda13 » 19.11.2007 00:50

Immerhin möchte die CDU etwas gegen die Stillegung tun. Hoffen wir, daß dies auch Wirkung hat.
Na wenn aus dieser politischen Ecke schon mal ein Votum für den ÖPNV kommt, noch dazu für den Erhalt eines unter wirtschaftlichen Aspekten eher fragwürdigen Verkehrsmittels, dürfte das schon Wirkung Zeigen. :wink:

Aber wie in Deiner (vermutlichen) Informationsquelle eine Seite vorher zu lesen ist, werden in Solingen demnächst 15 neue Swisstrolley-Gelenkbusse in Dienst gestellt, vielleicht nimmt man sich das ja auch in Eberswalde nochmal zu Herzen.
Die in Solingen jetzt zu ersetztenden MAN-Obusse sind übrigens alle so um die 20 Jahre alt (Bj. 86/87), womit wir auch eine Referenz für die Lebens- und Einsatzdauer eines Obusses hätten.
Und der O-Bus gehört nun mal dazu in Eberswalde! Einen Hänger zur Stromerzeugung dranhängen sähe häßlich aus und es wäre auch ein Hohn gegenüber den Bemühungen, die historischen Wagen zu erhalten.

Und Museumsstrecke...Eberswalde hat doch eh nur zwei Linien. Ein reiner Museumsbetrieb wie bei der Naumburger Straßenbahn wäre da fragwürdig, denn der O-Bus gehört ja zur Barnimer Busgesellschaft und nimmt in diesem Unternehmen nur eine kleine Stellung ein.
Da muß ich Dir zustimmen, zumal der Eberwalder Obus der älteste seiner Art in Deutschland ist. Da wäre es schon schade, wenn er wegfallen würde.

Rein wirtschaftlch rechnet sich so ein Obus freilich kaum:
-> gleiche Beförderungskapazität wie ein Diesel- oder Hybridbus,
-> Wartungsarbeiten an der Oberleitung,
-> teure (weil wenig gebrauchte) Ersatzteile für die E-Ausstattung am Bus,
-> hohe Anschaffungskosten für Neufahrzeuge.

Ob das alles durch die geringeren Ausgaben für Steuern und "Treibstoff" ausgeglichen werden kann, ist gerade bei einem kleinen Betrieb wie Eberswalde zu bezweifeln.

Naja, bleibt nur zu hoffen, daß sich im Kreis Barmin irgendwo noch Gelder für den Erhalt dieses Kultobjektes finden.
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Zwei Fuzzies stehen auf einer Signalbrücke.
"Weißt du", sagt der eine, "wenn ich hier oben stehe und den Zug knipse, fällt irgendwie alles von mir ab."
"Schön" sagt der andere. "Hauptsache, es fällt mir nicht in die Fotolinie."

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Beitrag von Sithis » 19.11.2007 13:59

Der O-Bus hat ja durchaus seine Vorteile. Die Wirtschaftlichkeit ist ja nur wegen seiner geringen Verbreitung ein Problem. Eben das Problem, daß auch gering verbreitete Straßenbahntypen haben.

Der O-Bus ist leiser und läuft ruhiger als ein Dieselbus. Ganz ehrlich, ich tät in so einer Wendeschleife am Morgen lieber einen O-Bus zu stehen haben, als einen Dieselbus, wo der Fahrer den Motor laufen läßt, um seinen Hintern zu heizen, wenn ich direkt daneben wohne, was in Eberswalde ja der Fall ist.
Es gibt einfach Dinge, die kann man nicht nur mit Wirtschaftlichkeit und Sparwut regeln. Wenn die Politiker nicht so unfähig wären(gewesen sind und es immer noch sein werden), das Geld sinnvoll zu verwenden, müßten die Verkehrsbetriebe in Brandenburg auch nicht so sehr um ihre Existenz fürchten. Aber gerade jetzt, wo man doch so sehr große Sprüche von wegen Öko und CO2 klopft, wäre der O-Bus doch ein zukunftsreifes System. Jedenfalls sinnvoller und umweltfreundlicher als schwachsinnige andere Regelungen in diesem Zusammenhang(Tempolimit auf Autobahnen). Ein Dieselbus verbrät ja locker zwischen 30-60 Liter auf 100km. Und Hybrid-PKW zeigen, daß die Ersparnis auch dort eher gering ist.

Wenn man den O-Bus kippen würde, dann müßte man auch teuer die Fahrleitung demontieren. Das kostet auch nicht wenig Geld, wie die gewisse Quelle in Zusammenhang mit anderen Betrieben erwähnt.
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Re: Eberswalder O-Bus gefährdet

Beitrag von Sithis » 20.11.2009 19:33

Das Thema ist zwar schon älter, aber es gibt Neuigkeiten(wenn auch nicht mehr supertaufrisch):

Der O-Bus scheint erstmal gesichert. Man beschafft nun neue Busse von Solaris. Allerdings mit zwölf Exemplaren etwas weniger als man bisher im Einsatzbestand hat. Anderswo wird es ja heiß diskutiert, daß nun zwei Busse weniger kommen. Ich denke jetzt mal, daß dies nicht so wild ist. Bei einem 15-Minutentakt auf beiden Linien stehen eh einige Busse im Depot, das Angebot wird ja maximal auf 12 Minuten in der HVZ während der Schulzeit verdichtet. Natürlich gibt es nun Abstriche bei der Reserve - ob die neuen Fahrzeuge eine höhere Zuverlässigkeitsquote als die alten aufweisen, wird sich ja zeigen.

Nebenbei, so schön es für Eberswalde ist, daß der Betrieb gesichert bleibt, aber ich frage mich dennoch, ob die MAN-O-Busse schon jetzt ersetzt werden müssen. So alt sind ja nun wirklich nicht und bei meinem letzten Besuch wirkte der allgemeine Zustand recht gut, sieht man mal von einigen Vandalismusspuren im Innenraum ab. Ich hoffe ja mal, daß die Busse Abnehmer in Osteuropa finden, außerdem wäre es gut, noch eine eiserne Reserve vorzuhalten. Die Qualität von Solaris ist ja oftmals immer noch ein heißes Thema.
Zuletzt geändert von Sithis am 20.11.2009 23:33, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Eberswalder O-Bus gefährdet

Beitrag von Tatra-Fan » 20.11.2009 22:13

Wenn der OBus-Betrieb eingestellt werden soll, wieso hat man dann erst neue Trolleybusse (= keine Hybridbusse!) bestellt?! Die werden ja schließlich gefördert, warum also die Diskussion?
T4D-Fahrerkabinen Besitzer, danke an die fleißigen Spender! :mrgreen:

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Re: Eberswalder O-Bus gefährdet

Beitrag von Sithis » 20.11.2009 22:30

Ähm, die Diskussion ist schon etwas älter. Das Blatt dürfte sich nun gewendet haben, denn ausschlaggebend für die Stillegungsdiskussion waren auch die in den nächsten Jahren notwendigen Investitionen in neue Fahrzeuge. Da man nun neue Fahrzeuge bestellt hat, dürfte das Thema erstmal vom Tisch sein, wie es aussieht.
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Re: Eberswalder O-Bus gefährdet

Beitrag von koneggS » 20.11.2009 23:29

Due Busse sind nicht mehr taufrisch, normale Omnibusse werden in diesem Alter doch auch ersetzt. Und ob jetzt wirklich alle alten Fahrzeuge ersetzt werden muss doch auch nicht sein, denn 12 Busse weniger sind schon ganz schön krass. Vielleicht bleiben ja doch noch einige als HVZ-Reserve erhalten.
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Re: Eberswalder O-Bus gefährdet

Beitrag von Sithis » 20.11.2009 23:33

Korrektur: Ich meinte mit 12 Bussen sind es drei weniger als bisher im Bestand.
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Re: Eberswalder O-Bus gefährdet

Beitrag von koneggS » 20.11.2009 23:39

Na gut, das geht ja noch.
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Re: Eberswalder O-Bus gefährdet

Beitrag von Sithis » 20.11.2009 23:45

Ja. Notfalls kann man ja auch mit Dieselbussen aushelfen, der Betreiber (Barnimer Busgesellschaft) besitzt ja eigentlich mehr als genug.

Ich denke aber nach wie vor, daß die Busse noch für ein paar Jahre gut genug gewesen wären. Ich vermute eher mal, daß man sie jetzt schon ersetzt, da die Lage für den O-Bus momentan positiv aussieht. Hätte man 2015 darüber diskutiert, wäre das vielleicht wieder anders gewesen.
Mit dem Kauf neuer Busse werden ja auch vollendete Tatsachen geschaffen. Selbst wenn die Kohle wieder knapper werden würde: Die recht frischen Fahrzeuge sind dann ein Argument für den Erhalt des Systems.
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Re: Eberswalder O-Bus gefährdet

Beitrag von Tatra-Fan » 21.11.2009 06:38

Dieselbusse werden in der Regel nach maximal 15 Jahren ausgemustert, Trolleybusse hingegen halten bis zu 20 Jahre. Das die Busse jetzt ersetzt werden ist also kein Problem. Man muss auch immer bedenken, dass die Ersatzteilbeschaffung für Elektrik und Außenhaut sich nach 20 Jahren nicht vermehrt ;)
T4D-Fahrerkabinen Besitzer, danke an die fleißigen Spender! :mrgreen:

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