Das "Rhein-Neckar-Dreieck"

Übersicht über die Straßenbahnbetriebe in Deutschland
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Baertram
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Das "Rhein-Neckar-Dreieck"

Beitrag von Baertram » 19.03.2009 14:20

Hinter der Bezeichnung verbergen sich die Straßenbahnen (und Kleinbahnen) im Großraum Weinheim an der Bergstraße/Heidelberg - Mannheim - Ludwigshafen am Rhein - Bad Dürkheim. Seit dem 1. März 2005 werden die betroffenen Bahnen von der Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe (RNV) koordiniert und eingesetzt.
Perdebahn I
Erste Betriebe in dem Bereich war die regelspurige (!) Pferdebahn des Charles de Féral in Mannheim am 2. Juni 1878. Bis 1900 wuchs ein kleines Netz in der Quadratestadt mit jeweils einer Strecke in die Neckarstadt, Schwezinger Vorstadt und ins benachbarte Ludwigshafen. Mit Ludwigshafen wurde folgendes vereinbart: Die Stadt Ludwigshafen stellt die Infrastruktur und die Bahnen kommen aus Mannheim. Diese Vereinbarung hielt sich bis zum 31. Dezember 1964 (also wurde mit der elektrischen Straßenbahn weitergeführt). Seit 1886 wird die Pferdebahn von der Societé anonyme de tramways de Mannheim et de Ludwigshafen geführt. 1900 wurde die elektrifizierzierung und Umspurung der Pferdebahn beschlossen. Am 30. April 1902 fuhr die letzte Pferdebahn in Mannheim.
Pferdebahn II
Auch in Heidelberg gab es ein kleines Pferdebahnnetz. Seit 13. Mai 1885 wurde sie von der Heidelberger Straßen- und Bergbahn-Gesellschaft Leferenz & Co geführt. Seit dem18 Juli 1887 macht es die Heidelberger Straßen- und Bergbahn AG. Auch diese Prdebahn wurde elektriefiziert und somit fuhr am 6. Oktober 1902 die letzte Pferdebahn.
Feudenheimer Dampfbahn
Am 4. Mai 1884 wurde die Feudenheimer Dampfbahn eröffnet. Sie begann am nördlichen Ende der Neckarbrücke bei Mannheim (Heute "alte Feuerwache") und endete im damals noch selbstständigen Feudenheim und wurde von der Firma Lutz und Cie sowie der Gemeinde Feudenheim geführt. Seit dem 1. Oktober 1904 ist es die Stadt Mannheim. Am 22. März 1914 fuhr auch hier die letzte Dampfbahn. Auch sie wurde elektrifiziert.
Dampfbahn der OEG
Das Badische Eisenbahn-Konsortium (darunter Herman Bachstein, Bank für Handel und Indrustrie in Darmstadt, Bankhaus Ladenburg & Söhne in Mannheim und der Rheinischen Krdeitbank in Mannheim) eröffnete am 12. Septmber 1887 die Dampfbahn Mannheim (Neben der Feudenheimer Dampfbahn) - Käfertal - Viernheim - Weinheim, welche bis zum Jahr 1890 an der Bergstraße entlang bis nach Heidelberg verlängert wurde. Am 6. Juni 1891 und 13. Juli 1891 wurde schlieslich die Dampfbahn Heidelberg - Mannheim südlich des Neckar eröffnet. Bei der Mannheimer Kettenbrücke (später Friedrichsbrücke, heute Kurpfalzbrücke) lagen nun auf beiden Seiten des Neckar ein ein Bahnhof.
Am 11. Februar 1895 wurde die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschafft (SEG) mit Sitz in Darmstadt gegründet (welche auch unter anderem die Straßenbahnen in Wiesbaden, Essen und auch die darmstädter Dampfbahn betrieb). Die SEG eröffnet noch die Strecke Käfertal - Heddesheim am 1. Mai 1909.
Schlieslich wurde diese Dampfbahnen von der SEG ausgegliedert und mit den Städten Mannheim und Heidelberg (seit 1922 allerdings nur noch mit 0,2 %) als Oberrheinische-Eisenbahn-Gesellschaft 1911 gegründet. 1912 bis 1915 wurde die Strecken Mannheim Weinheimer Bahnhof - Käfertal - Weinheim und Käfertal - Heddesheim elektriefizeirt. Der Abschnitt Mannheim Heidelberger Bahnhof - Heidelberg Bismarkplatz wurde ab dem 6. Oktober 1929 elektrisch Betrieben. Der Restabschnitt Weinheim - Heidelberg Bismarkplatz wurde allerdings erst 1. September 1956 elektrisch betrieben.
elektrische Straßenbahnen Mannheim und Ludwigshafen
Am 10. Dezember 1900 ging es schlieslich in Mannheim mit den elektrischen Straßenbahnen los. Zunächst wurde die Pferdebahn nach und nach umgespurt und elktrifiziert - zum Teil mit neuen Führungen (also nicht mehr durch den Schloßhof). Auch die Feudenmheimer Dampbahn wurde so behandelt. Im Laufe der Jahre wuchs das städtische Streckennetz bis nach Rheinau, Neckarau, Neuostheim, Vogelstang, Waldhof, Schönau und Sandhofen. In Ludwigshafen wurde bis nach Friesenheim, Oppau (BASF) Oggersheim und Rheingönnheim gebaut. Auch hier wurde, wie bei der Pferdebahn, die Infrastruktur von der Stadt Ludwigshafen am Rhein finanziert. Das Wagenmaterial kam auch hier aus Mannheim. Die Fahrzeuge wurde auch in Ludwigshafen in zwei Betriebshöfen (Friesenheim, bis zu der Zerstörung im zweiten Weltkrieg, danach nur noch Luitpoldhafen) untergebarcht.
Seit dem 1. Januar 1965 wird auf Wunsch der Stadt Ludwigshafen der Wagenpark aufgeteilt und die Fahrzeuge wurde nach einem bestimmten Schlüssel auf die neuen "Verkehrsbetriebe Ludwigshafen am Rhein" (VBL) und "Mannheimer Verkehrsgesellschaft" (MVG) verteilt. Das Netz wurde jedoch weiterhin gemeinsam betrieben -> Grenzüberschreitente Linien wurden von beiden Verkehrsgesellschaften bedient.
In den 50er Jahren wurden nur kurze Abschnitte eingestellt. Ende der 60er/Beginn der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde durch einen massiven U-Bahnbau, hauptsächlich in Ludwigshafen, gekennzeichnet. Dabei entstand die zweite Rheinbrücke zwischen den Städten Mannheim und Ludwigshafen.
Im Frühjahr 1985 (Linien 1 - 29 -> 30 - 49) und im September 1995 (Linien 30 - 49 -> 1 - 12) wurde das Liniennetz neu geordnet. Seit der Neuordnung 1995 wird der OEG-Abschnitt Käfertal - Heddesheim von den Fahrzeugen der MVG und VBL im Auftrag der OEG bedient (als Teil der Linie 4).
elektrische Straßenbahn Heidelberg
Hier machte allerdings ein neuer Betreiber den Anfang. Die "elektrische Straßenbahn Heidelberg - Wiesloch" (ESHW) eröffnete am 23. Juli 1901 den ersten Abschnitt Wiesloch - Heidelberg Friedhof, welche bis zum 1. Oktober 1901 bis zum Heidelberg Hauptbahnhof verlängert wurde. Nachdem die Stadt Heidelberg die ESHW 1905 übernommen hatte,wurde der Betrieb 24. Juli 1923 komplett in die HSB integriert.
die HSB iherseits begann mit der Elektrifizierung am 16. März 1902. Nachdem die Pferdebahn umgestellt war, wurden bis in die 50er Jahre Straßenbahnenstrecken bis nach Handschuhsheim (mit der OEG, allerdings keine gemeinsame Linie) Schliebach, Neckargemünd, Rohrbach, Leimen, Nußloch, Wiesloch (die letzen vier Orte durch ehemalige ESHW), Eppelheim, Plankstadt, Schwetzingen und Wieblingen gebaut. In Wiesloch bestand zudem noch Verbindung zu der inzwischen eingestellten Straßenbahn von Walldorf.
Jedoch begann in den 60er Jahren eine Schrumpfung des Streckennetzes, welche bis zum 4. Juli 1976 anhielt. Die Straßenbahn fuhr nur noch bis nach Handschuhsheim, Rohrbach, Leimen und Eppelheim. Die Einstellung Altstadtstrecke war der Letzte, aber leider auch "selbstmörderichste". Eine mögliche Erweiterung nach Osten wurde, zumindest südlich des Neckar, unmöglich gemacht. In Heidelberg wurden die Linien 1 - 4 betrieben.
Die OEG elektrisch
Wie bereits erwähnt, wurde die Dampfbahn der OEG von 1912 bis 1956 auf elektrischen Betrieb umgestellt. Hier noch eine Besonderheit: 1930 - 1956 wurden die OEG-Dampfzüge im Bereich Heidelberg von elektrischen Triebwagen der ersten Serie gezogen. erst nach der Komplettelektrifizierung aller Strecken gab es dann Rundkurse: Manheim Heidelberger Bahnhof - Heidelberg - Weinheim - Käfertal - Mannheim Weinheimer Bahnhof (Linie A). Weiterhin gab es Verstärkerzüger Vom Heidelberger Bahnhof in Mannheim bis nach Edingen (LinieB), außerdem die Bedienung der Strecke Weihnheimer Bahnof - Käfertal - Heddesheim (Linie C).
Ab dem 30. September 1973 wurde der Weinheimer Bahnhof in Mannheim nicht mehr bedient. Die Züge der Linie A und C fahren nun zum Hauptbahnhof Mannheim. Dabei wird die Strecke nach Heidelberg im Zuge der Friedrich-Ebert-Brücke überquerrt. 1995 wurde eine neue Verbindung bei dem Heidelberger Bahnhof in Mannheim zur städtischen Straßenbahn gebaut. Die OEG konnte nun von Heidelberg kommend ebenfalls in die Mannheimer Innenstadt. Bei der Liniennetzordung 1995 wurde die OEG in das Liniensystem als Linie 5 eingebunden (Käfertal - Hautbahnhof - Colini-Center - Edingen - Heidelberg - Weinheim - Käfertal - Hautbahnhof - Colini-Center - Edingen). Gleichzeitig wurde die Bedienung des Abschnittes Käfertal - Heddesheim als Teil der Linie 4 den stätdischen Verkehrsbetrieben als Auftrag abgetreten.
Die OEG ist zum Großteil im Besitz von Mannheim, blieb aber immer eigenständig.
Die Rhein-Hardt-Bahn
Ursprünglich sollte auch dieser Betrieb innerhalb der OEG behandelt werden, aber aus irgentwelchen Gründen entschied man sich für einen eigenen Betrieb, der am 4. September 1913 eröffneten Strecke Oggersheim - Bad Dürkheim. Während auf diesem Abschnit die Regeln einer Eisenbahn (gilt auch für die OEG außerhalb der Städte) gelten, fahren die RHB-Züge nach der Regeln der Straßenbahn (gilt auch für die OEG). Die RHB-Linie wurde ausschlieslich elektrisch betrieben, hat auch einige Fahrzeuge im Besitz und wurde von der Mannheimer Fahrzeugpark gegebenfalls unterstützt. Während die OEG ihre Linien mit den Buchstabe A - C bezeichneten, kam es bei der RHB zur Bezeichnung Linie D. Die RHB betrieb letztendlich nur diese Strecke. Die Endstation im Bereich Mannheim / Ludwigshafen wechselte aber hin und wieder. Auch nach Trennung der städtischen Straßenbahn wurde die RHB von der MVG Fuhrparkmäßig unterstützt. Erst 1977 übernahm die VBL diesen Part. In gegnsatz zur OEG erhielt die RHB 1995 keine eigen Liniennummer.
Gemeinsam sind wir stärker
Unter diesem Mott wurde bereits Anfang der 70er Jahre die ZWM gegründet. Die ZWM (Zentral Werkstatt Mannheim) übernahm nun sämtliche Hauptuntersuchungen und größere Instandsetzungsarbeiten aller beteiligten Verkehrsbetiebe (HSB, OEG, MVG, VBL und RHB). Auch fremde Fahrzeuge gelangen ab und zu hierhin (z. B. Darmstadt, Freiburg, Mülheim an der Ruhr).
1994 wurde die erste gemeinsame Fahrzeugbeschaffung durchgeführt (Neufahrzeuge für die MVG,VBL und RHB). Erst nach Neubaschaffungen der OEG und HSB wurde an einem Strang gezogen: Die Beschaffung der Variobahnen in verschiedenen Versionen für alle.
Seit dem 1. März 2005 werden nun alle Betriebe unter einem Namen geführt: Die Rhein-Neckar-Verkehrbetriebe. Nach und nach werden nun alle Fahrzeuge mehr oder minder einheitlich lackiert. Die Heidelberger Straßenbahnlinien und auch die RHB wurde in das Linienschema eingepasst: 1 - 7 und 9 Mannheim (5 = OEG), 10 - 12 und 14 Ludwigshafen (14 = RHB) und 21 - 24 und 26 (1 - 4 und eine neue Linie 6) Heidelberg.
Beim letzten Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008 wurde die Linie 12, und damit ein Großteil der Ludwigshafener U-Bahn-Strecken eingestellt. Gleichzeitig wurden die Linien 4 und 14 zur neuen Linie 4 zusammengefasst.
Derzeitiges Linien Netz
1 Mannheim Schönau - Mannheim Waldhof - Mannheim Paradplatz - Mannheim Haptbahnhof - Mannheim Neckarau - Mannheim Rheinau
2 Mannheim Feudenheim - Mannheim Friedrich-Ebert-Brücke - Mannheim Wasserturm - Mannheim Paradeplatz - Mannheim Rheinstraße - Mannheim Neckarstadt
3 Mannheim Sandhofen - Mannheim Paradeplatz - Mannheim Wasserturm - Mannheim Hauptbahnhof - Mannheim Neckerau West - Mannheim Reingoldhalle
4 Heddesheim - Mannheim Käfertal - Mannheim Schafweide - Mannheim Paradplatz - Ludwigshafen am Rhein Berliner Platz - Ludwigshafen am Rhein Hauptbahnhof - Ludwigshafen am Rhein Oggerheim - Bad Dürkheim
5 Mannheim Käfertal - Mannheim Friedrich-Ebert-Brücke - Mannheim Hauptbahnhof - Mannheim Paradeplatz - Mannheim Neuostheim - Edingen - Heidelberg Hautbahnhof - Heidelberg Römerkreisel - Heidelberg Bismarkplatz - Heidelberg Handschuhsheim - Weinheim an der Bergstraße - Mannheim Käfertal - Mannheim Friedrich-Ebert-Brücke - Mannheim Hauptbahnhof - Mannheim Paradeplatz - Mannheim Neuostheim - Edingen
6 Ludwigshafen am Rhein Rheingönnheim - Ludwigshafen am Rhein Berliner Platz - Ludwigshafen am Rhein Rathaus - Mannheim Rheinstraße - Mannheim Paradeplatz - Mannheim Wasserturm - Mannheim Planetarium - Mannheim Neuostheim bzw. Rangierbahnhof
7 Mannheim Vogelstang - Manheim Friedrich-Ebert-Brücke - Mannheim Paradeplatz - Mannheim Wasserturm - Mannheim Hauptbahnhof - Ludwigshafen am Rhein Berliner Platz - Ludwigshafen am Rhein Rathaus - Ludwigshafen am Rhein Friesenheim - Ludwigshafen am Rhein Oppau.
8 Mannheim Rheinau - Mannheim Neckarau - Mannheim Hauptbahnhof - Ludwigshafen am Rhein Berliner Platz - Ludwigshafen am Rhein Rathaus - Ludwigshafen am Rhein Friesenheim - Ludwigshafen am Rhein Oppau.
9 Mannheim Neuostheim - Mannheim Planetarium - Mannheim Hauptbahnhof - Mannheim Neckerau West
10 Ludwigshafen am Rhein Luitpoldhafen - Ludwigshafen am Rhein Berliner Platz - Ludwigshafen am Rhein Hauptbahnhof - Ludwigshafen am Rhein Friesenheim
21 Heidelberg Handschuhsheim - Heidelberg Betriebshof - Heidelberg Hauptbahnhof - Heidelberg Römerkreisel - Heidelberg Bismarkplatz
22 Heidelberg Bismarkplatz - Heidelberg Betriebshof - Heidelberg Eppelheim
23 Heidelberg Handschuhsheim - Heidelberg Bismarkplatz - Heidelberg Römerkereisel - Heidelberg Rohrbach - Leimen
24 Heidelberg Handschuhsheim - Heidelberg Betriebshof - Heidelberg Hauptbahnhof - Heidelberg Römerkereisel - Heidelberg Rohrbach
26 Heidelberg Bismarkplatz - Heidelberg Römerkreisel - Heidelbeg Kirchheim
Viele Grüße aus Darmstadt - Jörg "Baertram" D.
RMV senkt die Preise? - Eher fährt unser Tw 37 aus eigener Kraft von Wixhausen nach Leimen

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Baertram
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Das "Rhein-Neckar-Dreieck" Teil 2

Beitrag von Baertram » 19.03.2009 20:49

Standseilbahn und Aerobus
Erwähnenswert ist noch die Standseilbahn in Heidelberg. Diese führt von der Altstadt zum Schloßberg hinauf. Mit insgesamt vier Fahrzeugen wird die Standseilbahn auf zwei Abschnitte bedient. Die Anlage wurde erst vor kurzen generalüberholt.
Der Aerobus hingegen war nur ein kurzes Phänomen in Mannheim. 1975 verband diese Hängebahn den Luisenpark mit neuen Meßplatz im Rahmen der Bundesgartenschau. Bald nach dem Ende der Schau wurde die Bahn bis auf einem kleinen Rest wieder abgebaut. Die Hoffnung, weitere Intresenten zu dieser Technik zu finden, zerschlug sich und somit war der letzte Rest Anfang der 90er JAhre verschwunden.
Fuhrpark
Das Rhein-Neckar-Dreieck zeichnet sich dadurch aus, das die fünf Verkehrsbetriebe die "Museumspflege" unterschiedlich handhaben.
Nicht elektrische Fahrzeuge
Bei dieser Sorte ist heute nur noch der alte Pferdebahnwagen 6 der HSB vorhanden. Allerdings entstand dieser wagen aus dem Bw 102 der HSB. Wo der Wagen sich heute aufhält ist mir derzeitig nicht bekannt.
Von der OEG ist es die Dampflokomotive 56 im Landesmuseum in Mannheim. weiter Fahrzeuge der Dampfbahn der OEG sollen angeblich woanders noch vorhanden, weiß ich aber nicht genau.
Vorkriegswagen und "Nichtgelenkwagen"
Bei dieser Sorte ist es die OEG, die noch viele Fahrzeuge hat. Allen voran ist es Tw 2 (ex 1) der OEG. Dieser 4xWagen wurde 1914 von der Firma Fuchs in Heidelberg gebaut und wartet auf seine Aufarbeitung.
Von der HSB ist auch der 4xTw 44 (ex 99) vorhanden. Allerdings trifft auf ihn dasselbe zu wie beim Pferdebahnwagen 6.
Von der OEG widerrum ist der Halbzug 45/46, ebenfalls von Fuchs 1928 gebaut, vorhanden. Es handelt sich hierbei um eine 4x Tw mit einem 4xSteuerwagen, die fest verbunden sind. Zwei Halbzüge bildeten eine Vollzug. Tw 45/46 ist heute als historscher Halbzug im grünen Anstrich unterwegs.
Von der RHB ist heute noch der Tw 1122 vorhanden. Erst vor kurzem wurde seine Aufarbeitung abgeschlossen.
Tw 66, womit wir wieder bei der OEG sind, wird derzeitig aufgearbeitet. Es handelt sich hier um einen sog. "Spitzmaus" aus dem Hause Fuchs aus dem Jahre 1952.
Bis vor kurzem ist auch der 2xTw 80 der HSB noch fahrbereit gewesen. Der Vendstyp II Tw aus dem Jahre 1955 hat praktisch das selbe Schicksal wie der Pferdebahnwagen 6 und Tw 44.
Wieder zurück zur OEG: Hier sind noch verschiedene 4xTw (gebaut 1958/63 von der Firma Rastatt) vorhanden. Tw 71 als Museumswagen, einige Andere als Arbeitstw mit Nummern im 350er Bereich. Ebenfalls vorhanden sind einige Bw, die zu der Triebwagenserie 71 - 77 passen.
Auffällig ist das Nichtvorhanden sein von Museumswagen der "großen" Betriebe Mannheim und Ludwigshafen. In den beiden Betrieben hält man nichts von der Traditionspflege. Bei der Hundertjahrfeier im Juni 1978 wurden die Tw Darmstadt 37 (Serie ST 2) und der Heidelberger Tw 44 ausgeliehen. Der Darmstädter kehrte zur Präsentation des neuen Tw 601 im Mai 1994 zurück. Auch zur 100-Jahrfeier der elektrischen Straßenbahn wurden auf die Heidelberger Museumswagen zurückgegriffen.
Die letzten nicht DüWag-Gelenk-Hochflurwagen
Etwas eigentümlich diese Bezeichnung, aber die beiden OEG-Tw 80 (ex 85 ex 75) und 81 wurden 1961 und 1963 von Rastatt gebaut. Einer von ihnen wurde vor Kurzem verschrottet und der andere "verirrt" ab und zu noch auf die Linie 5 zum Einsatz.
DÜWAG 6x ER
Außerhalb des Ruhrgebietes gilt das Rhein-Neckar-Dreieck als der größte Abnehmer von den klassischen 6xTw der Firma DÜWAG. Die Straßenbahn Mannheim/Ludwigshafen am Rhein fingen 1958 an, diese Wagen einzusetzen, die bis in die 90er Jahre das Stadtbild Mannheim und Ludwigshafen prägten. Von der Nummer 312 - 450 wurden die 6xTw an die Straßenbahn Mannheim/Ludwigshafen ausgeliefert. 1965 wurden sie nach einem Schlüssel auf die VBL und MVG verteilt. In Ludwigshafen erhielten sie die Nummern 101 ff, während die MVG-Wagenzunächst ihre Nummern behielten.
Auch Heidelberg erhielt einige 6xTw von der DÜWAG. Aber nach den Streckeneinstellungen gelangeten sie nach Mainz und Mannheim, wo sie die Nummerlücken wieder auffüllten.
Die Ludwigshafener Tw wurden in den 70er Jahre zum Teil zu 8xTw umgebaut. Auch waren die Ludwigshafener zum Teil in der Lage nach Bad Dürkheim zu fahren. Noch heute ist als einziger der Tw 152 vorhanden. Wenn er zum einsatz kommt, dann ist es auf der Linie 10. Andere 6xTw fahren heute noch in Arad.
Die Mannheimer 6xTw wurden Anfang der 70er Jahre durch 20 Tw "Typ Mannheim" (ebenfalls 6x) verstärkt. Alle 6xTw bildeten das Rückgrad der Mannheimer Straßenbahn. Erst 1991 wurden 43 Tw (und dazu kamen noch 3 6xTw aus Ludwigshafen) zu 23 8xTw umgebaut. Alle anderen wurden nach Ossijek, Zagreb, Sarajewo, Graudenz, Görlitz, Gotha und Kaliningrad verkauft oder sie wurden verschrottet. Die kurzeitige Besinnung auf Erhalt von Musemswagen mit Tw 312 war aber leider nur von kurzer Dauer. Heute könnte noch Tw 450 in Mannheim vorhanden sein.
Besondere 6xTw waren die Wagen für RHB. Sie hatten weniger Türen und sind mit 6xBw (ebenfalls mit einem Gelenk) unterwegs gewesen. Von den 10 Zügen ist einer oder zwei in Arad unterwegs, zwei Züge sind noch im Rhein-Neckar-Dreieck. Der Rest verschrottet.
Auch die OEG hatte 4 6xTw in Einrichtungsbauweise. Sie kamen aus Bielefeld und wurden mit Großraumbeiwagen (ebenfalls aus Bielefeld) auf der Linie C eingesetzt. Heute sind alle 4 Züge (die selbst untereinander nicht kompatibel waren) in Arad.
DÜWAG 6x ZR
31 Tw in Zweirichtungsbauweise gelangten zur HSB nach Heidelberg. Zum Teil wurden sie verschrottet, nach Schöneiche verkauft oder fahren nun in Traktion zu festen DoppelTw auf der Linie 23 in Heidelberg. Zumindest ein Tw ist heute Schleifwagen in Mannheim.
DÜWAG 8x ER
Hier machte Ludwigshafen den ersten Schritt. Zunächst wurden 6xTw verlängert, später kamen neue hinzu. Sie sind zum Teil in der Lage nach Bad Dürkheim zu fahren. Heute werden sie noch auf der Linien 4, 6, 7, 10 und möglicherweise auch 8 eingesetzt.
In Mannheim hat man doch tatsächlich aus 43 6xTw, 3 6xTw aus Ludwigshafen und neue Mittelteile mit Niederfluranteil von DÜWAG 23 8xTw mit Niederflur (sog. Hängebauchschweine) geschaffen. Die hohe Zahl an "Spenderfahrzegen" war nötig, da von der DÜWAG keine Drehgestelle und Gelenkportale geliefert wurden (-> Aus 2 6xTw mach 1 8xTw mit Niederflur). Heute kommen sie vereinzelt noch auf der Linie 2 zum Einsatz und sind in Helsinki sowie in Polen zu finden.
DÜWAG 8X ZR
Hier ist die OEG diejenige, welche diese Fahrzeuge in großer Stückzahl einsetzten und es auch heute noch tun. Von den Betriebsnummern 82 - 116 wurden diese 2,5-meter-breite Tw mit nur dreiTüren auf jeder Seite in drei Serien von 1966 bis 1989 ausgeliefert. Inzwischen werden auch diese Wagen durch neue Fahrzeuge ersetzt, aber dennoch kann nicht auf sie verzichtet werden. Heute werden sie noch auf der Linie 5 und auch auf der Linie 21 in Heidelberg eingesetzt.
In Heidelberg sind auch 4 8xTw ZR aus dem Jahre 1975 noch vorhanden. Sie werden auf den Heidelberger Linien (21 - 24 und 26) eingesetzt.
1985 wurden die Heidelberger noch durch 8 M8C verstärkt. Auch sie sind auf den Heidelberger Linien im Einsatz, wobei einer von ihnen beim letzten Betriebstag der Linie 12 in Ludwigshafen mitgefahren war.
DÜWAG 12x ER
Rund 40 meter lang, funf Teile, 12 Achsen: Das sind die Charakteristica der vier 12xTw der RHB. Erst in diesem Jahrzehnt verloren sie den Titel "Längster Straßenbahntriebwagen der Welt". Leider ist heute nur noch Tw 1022 übrig. Kommt erzum Einsatz, passiert es auf der Linie 4.
Erste Niederflurgenerationen
50 Tw für Mannheim, 12 Tw für Ludwigshafen und 5 Tw für die RHB. In den Jahren 1994 - 1996 gelangetn sie in das Rhein-Neckar-Dreieck. Die Mannheimer und Ludwigshafener sind 5-Teilig mit 6 Achsen, während die RHB mit sieben Teilen und 8 Achsen etwas länger sind. Alle 67 Tw sind inder Lage sowohl nach Heddesheim (OEG) als auch nach Bad Dürkheim zu fahren. Die Mannheimer sahen sich gezwungen auf der Linie 1 zwei 6xTw zu einer Traktion zusammen einzusetzen. Ein RHB-Wagen reichte gegebenenfalls aus. Heute sind die Wagen auf der Linien 1 - 4 und 6 - 10 zufinden. Auf den Linien 1 und 4 in Doppeltraktion (auf der letzteren kommte es eigenlich weniger vor).
Zum selben Zeitpunkt beschaffte die HSB ebenfalls die ersten Niederflurtw. Auch sie sind 6xTw, aber nur mit zwei Gelenken und in Zweirichtungsbauweise. Alle 12 Tw sind heute auf den Heidelberger Linien im Einsatz.
Zuletzt kam die OEG mit Niederflur zum Zuge. Mit "nur" 6 Einheiten kam die erste Variobahn-Generation ins Rhein-Neckardreieck. In der Regel sind sie heute auf der Linie 5 im Einsatz.
Der RNV-Vario
Die nächste Beschaffung sollte wieder zusammen erfolgen, was gar nicht so einfach war. Die HSB wollte lange ZR-Tw, die OEG breite ZR-Tw, die MVG lange und die VBL kurze ER-Tw. Zur Probe kamen aus Darmstadt Tw 9864 oder der Prototyp das Combino, doch der OEG Vario überzeugte letztendlich. Die OEG gab in der Breite nach und so kam es zur Bestellung von vier möglichen Varianten, welche seit 2002 ausgeliefert werden:
Kurze Einrichtungstriebwagen (Tw 213 ff): Das Haupteinsatzgebiet dieser Fahrzeuge sind die Linien 4, 6, 7 (,8) und 10. Sie können auch auf der Linie 2, 3 oder 9 zum Einsatz kommen.
Lange Einrichtungstriebwagen (Tw 701 ff): Das Haupteinsatzgebiet sind die Linien 1 und 4.
Kurze Zweirichtungstriebwagen (Tw 123 ff bzw. 761ff): Das Haupteinsatzgebiet ist die Linie 5. Aber solche Tw sind schon auf den "Stadtlinien" in Mannheim gesehen worden.
Lange Zweirichtungstruebwagen: Sie werden hauptsächlich in Heidelberg auf der Linie 23 eingesetzt.
Die Fahrzeuge wurden bis 2005 in den jeweiligen "Hausfarben" der Betriebe lackiert ausgeliefert, seit 2005 in der Hausfarbe des RNV.
Viele Grüße aus Darmstadt - Jörg "Baertram" D.
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