Die Leipziger 1611

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bim
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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von bim » 16.05.2012 12:58

Manitou hat geschrieben:Haben Dresden und Magdeburg sortiert oder sind die durcheinander gefahren?

In Berlin sind KT4D meist ungerade Nr. + gerade folgende Nr. (219 001+219 002 / 219 051+219 052), die KT4Dt meist gerade Nr. + ungerade folgende Nr. (219 292+219 293)
In Dresden waren solche Sortierungen wegen des Nummernsystems schwieriger und von Hof zu Hof unterschiedlich.
Während Tolkewitz meist fortlaufende Nummern bei Trakten und Großzügen zusammenstellte, musste Waltherstraße meist bunt durcheinander kuppeln. Nach Möglichkeit fuhren aber oft Triebwagen eines Baujahres (gleiche Hunderterstelle) in Traktion. Trachenberge machte es eher wie Tolkewitz und die kleineren Höfe Naußlitz, Reick, Bühlau und Klotzsche hatten ohnehin nicht viel Auswahl.

In Cottbus blieben die KT4D-Traktionen mit fortlaufenden Nummern ebenfalls fast immer zusammen.

Seit der Modernisierung mit Chopper spielt die Zugzusammenstellung technisch keine Rolle mehr, insofern sind in Berlin fortlaufende Wagennummern in einer Traktion reiner Zufall.
So long

Mario

Leo-Fahrer
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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von Leo-Fahrer » 16.05.2012 22:00

Also in Leipzig wurden in der Anfangszeit der Tatras Triebwagenpärchen gebildet. Allerdings fuhren mal gerade und mal ungerade Wagennummern vorne. So gab es bei uns auf der Angerbrücke z.B. 1604 + 1603, 1608 + 1607, 1626 + 1625, 1629 + 1630, 1659 + 1660, 1662 + 1663. Die Beiwagen wurden willkürlich dran gehangen. Später wurde alles mögliche zusammen gehangen. Allerdings passten viele Wagen nicht zusammen, was sich beim Fahren und Bremsen bemerkbar machte durch Rucken und Zucken. Dann gab es auch Zusammenstellungen von Uralttatras 16xx + nagelneue Tatras 21xx. Ich hatte mal so eine Traktion. In der ersten Linkskurve nach dem Ausrücken gingen die E-Teile auf den Kupplungen auf, weil die Kontakte nicht passten und das Sicherheitsrelais löste aus. Da der Wagenzug aber im geraden Gleis zum Stehen kam, waren die E-Teile wieder zu. An der nächsten Rechtskurve war dann Schluß, weil wieder das Sicherheitsrelais wegen der Kupplungskontakte auslöste. Diesmal mußten die E-Teile neu gekuppelt werden. Was aber in der Kurve und dann später auch im Geraden nicht so richtig ging. Das Ergebnis war dann eine Schleppfahrt mit dem 2.Triebwagen zurück zum Betriebshof.

Nach der Modernisierung fährt meistens ein 21xx + ein 20xx + Bw zusammen.

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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von 24V » 17.05.2012 07:00

In Leipzig gab es auch das vorrangig die Nummern 1700 ihre 1699, 1800 öfters die 1799 und die 2000 die 1999 anführten. Das die 1999 die 2000 dran hatte gab es mal eine Woche. Das sind Momentaufnahmen, manche wechselten sehr oft und sahen ihre Partner selten wieder. So die 1639 nach ihrem schweren Unfall mit einem W 50 - Dreiseitenkipper unweit der Angerbrücke, hinten dran war die 1603. Nach Ihrer Genesung wurde sie nur einmal von der 1640 gesteuert gesehen, sonst hing sie anscheinend immer an Stelle der Ausfaller der letzten Woche oder der von Heiterblick zurückgekommenen vorn dran. Auch an 21xx, Jahre später auch mal 3 Tage wieder vor der 1640. Möckern Peter kann bestimmt den Zeitpunkt präzisieren ab wann das so war. Ungefähr ein halbes Jahr war sie zur Instandsetzung weg und es müsste nach 1974 gewesen sein, denn die bei ihrer Wiederfertigstellung angebauten Rücklichter gab es erst dann. Die originalen tschechischen wechselten wohl an einen anderen Wagen so lange sie in Heiterblick stand. Vielleicht meinte auch einer die 1639 wird nicht wieder. Originalersatzteile für solche Kleinigkeiten gab es kaum. Das war auch bei den LKW und Bussen so. Sogar für Armeefahrzeuge.
Wie war das damals geregelt. Wer legte das fest - Schrott - Teilespender - Neuaufbau - Umnumerierung - Ersatzfahrzeug aus den Neuanlieferungen mit Umnumerierung nach so einem Vorfall? Die Neuanlieferungen hatten ja schon Nummern.

Die Kombination 1604 1603 und die 501, diese letztere mit einem Zusatzschild im Seitenfenster rechts "20 Jahre Tatrawagen in Leipzig am 7.12.1968 Lieferung dieses Wagens als ersten nach Leipzig" war auf der Linie 13 und 4 zusehen. Hier waren anscheinend absichtlich die ältesten Tatras zusammengefasst worden. Und davon gibt es ein Foto aus dem Jahre 1988 auf der Linie 13 E ( gekennzeichnet mit U. Berger ).

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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von 24V » 20.05.2012 20:31

Weiter mit der ersten Fahrt, hier einige von den vielen neuen Eindrücken die die Jahre überstanden haben. Ich hoffe in meiner Datensammlung über den Schultern ist nicht allzuviel verrutscht.
Zwischenzeitlich waren wir auf eine Linie 4 aufgelaufen ( Pullmann und 2 Niederflur ). Dabei zeigte sich langsam fahren geht nur mit Ein- und Ausschalten. Kurz vor dem Hauptbahnhof die erste Weiche mit Strom, also nur den gefederten Drehschalter in die Stellung unter Strom drücken und sie stellte sich. ( Nicht tausende Schalter einzeln nacheinander wie Umformer aus, Deckel auf, Weichenstelltaste, Umformer ein. ) Dann die zweite unter Strom. Nun war der Weg wieder frei vor uns . Aus allen Richtungen richteten sich Blicke auf diesen Wagen. Besonders in der recht schmalen Wintergartenstraße nach dem weiten Hauptbahnhofsvorplatz. Hier hörte man das für unsere Ohren fremde Wimmern der Fahrmotoren und den leichten Knall des Schützes besonders gut. Das Abbiegen in die Hermann- Liebmann-Straße in einem recht engen Radius ohne Quietschen und ohne das bei 2 Achsern, oder besser Nichtdrehgestellfahrzeugen doch häufig auftretende Rucken zur Kurvenaussenseite hin. Das Gleiche nochmal beim Einbiegen in die Gorkistraße nach der anderen Seite und talwärts. Wir meinten gute Laufeigenschaften. Auch den Anstieg vorher zur Eisenbahnbrücke hoch, kraftvoll. Jetzt hatten wir Platz bekommen, zum Stehen an der Trennwand (nicht mehr gequetscht werden ), erstmal, denn so kurz vor Endstelle stiegen die meisten Fahrgäste aus und es waren ja nicht alle Nahverkehrsfans. An den sonstigen Unterwegshaltestellen, vor allem am Hbf. mussten viele zurückbleiben.
„Schönefeld Endstelle, bitte alle aussteigen“. Das lenkte unseren Blick von der soeben wieder per Weichendrehschalter gestellten Weiche auf die nun grün leuchtende Türöffnertaste , bevor einer zugreifen konnte knackte der Türschalter im Führerstand ein weiteres Mal und die Türen gingen alle auf, das grüne Licht in der Taste blieb. Wir stiegen aus. Einen weiteren Blick hinterher und auf den Fußweg rüber auf die andere Seite.
Der Wagen fuhr ungewöhnlich leise, kurz um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen unterbrochen von dem Auf- und Abschwellen der Glocke, in die Endstellenschleife, nur das leise Knallen des Schützes unterbrach das Rollgeräusch. Es ging also auch sacht.
Beide Fahrer stiegen aus und vertraten sich die Beine im hinteren Bereich der Schleife.
Dann ging es wieder los vor zur Abfahrtshaltestelle, dort standen wir bereits jeder seinen Groschen in der Hand. Schnell eine Runde außen herum. Überall großzügige runde Formen. Kaum Zierwerk bis auf die Stoßstangen. Ein langgezogenes Klingel mit der großen Glocke ( Fans kommt ? ) Dann hinein. Nun hatten wir bis in die Gorkistraße noch Gelegenheit uns die Sitze näher anzusehen auch mal Platz zu nehmen. Unser Fall waren diese Sitze nicht. Genauso besahen wir Türantriebskästen, die hinteren Schilderhalter, die Sandkasten. Was ist das für eine Heizung - Warmluftheizung mit Gebläseunterstützung, unten Ausströmschlitze aus den ovalen Sitzdomen? Nein. Der Umformer trieb zwar anscheinend ein Gebläse an, aber Luft kam von dort nicht durch die warmen Sitzdome nach innen in den Fahrgastraum geströmt. Interessant, keine Notsignalknöpfe und ganz hinten ein Rangiersignaltaster in die Verkleidung des Türantriebes versenkt. Dafür insgesamt 3 Notbremstaster in die jeweiligen Türantriebskästen eingelassen und zwei auf dem Fahrerpult. Das mit den Notbremstastern im Fahrgastraum könnte ja noch lustig werden. Schon auf der Hinfahrt als dann der Wagen so ziemlich leer war kamen die ersten Fahrgäste mit der neuen Technik an ihre Grenzen. Wie geht bloß die Tür auf. So lange der Wagen voll war gab es genügend bereitwillige Hände die vom frisch erworbenen Wissen gesteuert wurden. Zusätzlich wurden an manchen Haltestellen die Türen von vorn direkt geöffnet.
Jetzt auf der Rückfahrt saßen wir die ersten 2 Haltestellen nur sekundenweise, vorn zuzuschauen war viel interessanter. Anfangs dachten wir die 1611 wäre ein extra Fahrschulwagen wegen des 2. Notbremstasters rechts. Nein am Montag wussten wir, den haben alle. Die große Glimmlampe zur Fahrdrahtspannungsanzeige wurde genauso registriert wie der Tachometer, bis 55 hatten wir dann später in der Jahnallee beobachtet. Das Voltmeter 28 Volt konstant , in Ordnung so, das Amperemeter, aber nicht der Ladestrom der Batterie sondern der Fahrstrom wurde angezeigt. Interessant auch die Beobachtung, im Rollen fließt hier ja auch ein Motorstrom. Mit dem Abschalten des Fahrstromes sprang der Zeiger auf Null zurück und kam dann in der nächsten Sekunde vielleicht auf die Hälfte zwischen Null und dem ersten Strich langsam zurück. Floß da ein Reststrom aus der Fahrleitung, wollte man den Auslaufweg verlängern und dabei Strom sparen ?. Nein das passte nicht. Der Schütz hatte doch nicht umsonst getrennt. Was war das mit den 2 roten Lampen Bremse 1 und 2. Das kannten wir überhaupt noch nicht. Der „ Zündschlüssel“ , zweifellos eine Sicherheitsmaßnahme, war der an allen Wagen gleich? Fragen über Fragen, die den 2 „Technikern“ unter uns schwer zu denken gaben. Jahre später wurde der Leerlaufstrom höher eingestellt um den Bremseinsatz zu verkürzen. Sehr schön fanden wir die Anordnung der Schalttafel in einem Halbkreis um den Fahrer , schräg gestellt und in der Höhe gestuft. Nicht alles rechteckige Tafeln wie bei bisherigen Fahrzeugen. Schön auch die Beschriftungen rot auf gelben Grund und nicht jedes Schild einzeln mit 2 Kerbnägeln gehalten. Was bedeutete das Sicherheitsrelais? Waschanlagendurchfahrt , gest. Wagen ? Und der große L -förmige Hebel mit den Schaltstellungen 0 bis 4 und er stand auf 1. Gab es auch einen Rückwärtsschalter. Er war nicht zu endecken. Die äußerliche Verarbeitung in- und außerhalb des Wagens war gut. Es waren die typischen damals in der CSSR gefertigten und in allen möglichen Produkten ( PKW, Werkzeugmaschinen, Lokomotiven ) benutzten Schalter und Leuchten verbaut worden. War ja auch richtig und sah nicht schlecht aus. Viel später bei einer Führung und noch später anläßlich eines Unfalls sah ich auch die typischen Kontaktbauelemente unterhalb der Verkleidungen wieder, die ich beim Unterrichtstag in der Produktion schon in tschechischen Werkzeugmaschinen gesehen hatte. Natürlich unter Anleitung eines Lehrfacharbeiters.

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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von 24V » 20.05.2012 20:33

In der PN gibt es mehrere Fragen nach dem vorderen Kontaktbalken. Wer hat noch Bilder von damals die noch nicht hochgeladen wurden?
Es ist bald so spannend wie die Frage nach den hinteren Kupplungen der G4. ( es gibt Bilder von 1103 und 1108 )

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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von Leo-Fahrer » 21.05.2012 20:17

Ich habe ein paar Bücher und Archive gewälzt. Von folgenden Fahrzeugen T4D habe ich was gefunden:

1601 bei Anlieferung Schaku vorn mit E-Teil,
1601 im Einsatz Schaku vorn ohne E-Teil,
1602 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1603 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1604 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1608 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1609 bei Anlieferung vorn mit E-Teil,
1610 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1611 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1612 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1616 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1619 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1620 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1622 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1626 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1629 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1631 im Einsatz vorn ohne E-Teil,
1644 im Einsatz vorn ohne E-Teil.

Fotos kann ich aus Urheberrechtsgründen leider nicht zeigen.

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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von 24V » 22.05.2012 05:48

24V hat geschrieben: hintere Kupplungen der G4. ( es gibt Bilder von 1103 und 1108 )
und die hatten nicht mal einen Ausschnitt für eine Kupplung unterhalb der Stoßstange im Blech, genauso wie die Potsdamer 162

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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von Leo-Fahrer » 27.05.2012 00:08

Die G4 1101 - 1110 hatten bei Anlieferung hinten keine Kupplung.

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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von Matze » 27.05.2012 00:40

Leo-Fahrer hat geschrieben:Die G4 1101 - 1110 hatten bei Anlieferung hinten keine Kupplung.
Das gleiche trifft auch für die G4 1111 und 1112 zu.
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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von 24V » 29.05.2012 20:56

Das Abbauen der vorderen Kontakte hatte ja mehrere Wochen Zeit gehabt. Deshalb gibt es
viele Fotos ohne diese. Aber eben die ersten Tage sind interessant.
1611 und 1629 hatten immer wenn ich sie sah auf dem mechanischen Teil immer den Kupplungsteil elektrisch drauf. Aber es hat sich die Kabelzuführung geändert, sprich etwas verlängert, da die 600 Volt mit nach vorn mussten bevor sie als 2. auch geeignet waren. Es kam eine weitere dickere in " Leder " eingekleidete , eingenähte, Strippe hinzu und die Halterungen dafür wurden verstärkt. Die schon mal dran gewesenen Kabel erhielten auch diese Ummantelung. Die 1626 fuhr als Testzug von Reudnitz und Heiterblick aus ohne Kontaktbalken auf der vorderen Kupplung, dahinter die 1613 hatte dann wohl schon wieder einen im August 1970. Außerdem musste der Paketschalter Steuerung in diese Änderung einbezogen werden.
Bei der Anreise zum Unterrichtstag in der Produktion nach Leipzig - Paunsdorf in die IMO etwa in dem Monat vor der Jungfernfahrt sah ich in Engelsdorf 6 Tatras auf Güterflachwagen . Es waren auch Beiwagen dabei. Die 501 war ja einen Dreiviertelmonat (7.12.68 ) vor der 1601 (31.12.68) angekommen. Zur Messe drei Wochen nach der Jungfernfahrt der 1611 war als höchste Nummer die 1612 auf der MM grün und die 1616 auf der 27 gesichtet worden.
Nochmal zu den uns aufgefallenen „ Besonderheiten“ der Tatras ( Einer meiner zwei damaligen Begleiter liest mit schreibt aber nicht selbst und stößt mich ebn immer mal an.) Nun noch zur Vorderseite die konnten wir an der Angerbrücke aus 15 m Entfernung stundenlang begucken bevor es los ging, richtig verstanden hatten wir das aber erst zu späterer Stunde mit dem Licht was was war, als das Licht anging. Die damals in den osteuropäischen Ländern übliche Blinkerfarbe weiß in Verbindung mit dem Begrenzungslicht vorn, dafür kein Standlicht in den hier montierten zwei Hauptscheinwerfern, auch erstmalig in Leipzig so, war hier an den Tatratriebwagen verwirklicht. Hinten Blink- und Bremslicht gelb, auch wie damals üblich und beidseitig Rücklicht rot. Letzteres , das beidseitige, wurde bei uns an Neubaufahrzeugen erst mit Einführung der Kleinspannungsanlagen Mitte der 50 - ziger Jahre üblich, in anderen ländern noch viel später. Parallelogrammscheibenwischer, 2 Stück je Frontscheibe waren auch eine Besonderheit. Nicht schön war hier das nach kurzer Betriebszeit die Gestänge unterhalb der Frontscheibe immer mehr Spiel bekamen und sich dadurch der Schwenkwinkel der Wischerarme verringerte.
Dann noch die einklappbaren Aufstiegstritte in der Wagenmitte neben der Mitteltür.
Im Innenraum gab es an Anzahl und Stabilität auch für Massen von Fahrgästen ausreichende und stabile Haltemöglichkeiten, auch in diesem übervollen Wagen des ersten Tages mit den für die Fahrgäste noch ungewohnten Anfahr- und Bremsverzögerungen.
Und der Fahrer fuhr auch am ersten Tag schon recht weich und geschmeidig. Mehrmals musste er auch der Ruf " Bitte zurückbleiben" geben, denn die Türen gingen wegen der vielen anströmenden Leute manchmal nicht zu. Dieser Einzelwagen und weitere fuhren im Plan eines Dreiwagenzuges in den ersten 2 Wochen, dann hauptsächlich Messesonderlinie grün.

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Möckern-Peter
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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von Möckern-Peter » 07.06.2012 08:30

In allen Bf. außer Witt.Str. fuhr die größere, gerade Nr. vorn (1900-1899...), nur in Wi. hing man anders (1965-1966...). Dass Bw. mit "halber" Nr. angehangen wurden, müsste sehr in der Frühzeit geschehen sein; die waren eher "kompatibel"...
In DSF erledigte sich das paarweise sehr schnell - es war (auch in der Reinigung, z.B. mal mit Reu. verglichen!) der "Vorzeigehof" - aber von hinten!! In DSF wurde genommen, was eine Kupplung hatte - der Einsatz des Zuges 1617-2173 ist mir erinnerllich!!
Während man anderen Typs immer "schob", um den Bf. nicht zu zerreißen, bekamen die Bf. beim Tatra durch Nichtschieben der vorhandenen in Richtung DSF z.T. mehrere Reihen. Normalerweise hätte mit dem Erscheinen der 1731 in Reu. die 1681 gen DSF wandern müssen, aber man wollte DSF auch paar "neue" spendieren :lol: :mrgreen:
Jahr e e e lang war das Bild etwa so:
DSF: 1601 - 1680, 1731 - 1782, 2145 - 2177
Reu.: 1681 - 1730, 1783 - 1826, 1991 - 2011, 2189 - 2197
Pau.: 1827 - 1935
Wi.: 1936 - 1990, 2117 - 2144
Leu.: 2012 - 2065
Dö.: 2066 - 2116, 2178 - 2188, waren aber auch mal 2001 - 2018 zuhaus' usw. ...
Auch gaben End-1800er aus dem 80/90er Bereich mangels Bedarf in Pau. u. Erfordernis in Wi. anfangs Gastrollen auf der 21 und Dölitzens Erste (auf der 24) waren nicht etwa jene 20er sondern erstmal geborgtes "Gerümpel" im 1770/1780er Bereich, lückenhaft wegen Schrotti's oder Langzeitstehern...
Kurzum: die Verteilung wurde immer liederllicher und unübersichtlicher; das wurde erst 1993(!) wieder "gerichtet"!!
Ich sagte immer, der schönste war die 2197 :mrgreen: weil dann keiner mehr kam...
Man muss mehrerlei unterscheiden:
a) für "Gothaner" (wie mich) war der "Kuhstall mit Melkschemeln" schlicht ein Kulturschock!
b) das mangelnde Durchhaltevermögen (Selbstbremser, MG-Schäden, feste Bw.-FSB) machte sie nicht sympathischer...
In Möckern sagte man - von der 6 mit "Erfahrungen" ausgestattet - so wie es Autos und Trabants gibt, gibt es auch Straßenbahnen und Tatras...
c) erst mit dem M-Umbau in den 90ern gab es eine wahrhaftige Aufwertung
d) heute favorisiere ich sie aus genau jenem Grund,
e) natürlich wären mir auch heute 100 T6-Großzüge lieber!! 8)
f) gestehe ich zu, dass für das Publikum der 2000/10er Jahre der original-T4D gerade der Komfort wäre, der einem ziemlichen Teil der heutigen Nutzerklientel angemessen wäre...
Meine Diktion wäre gewesen: vorn vollmodernisierter Tw., mittig (elektrische Kompatibilität nötig!!) ein unmodernisierter 3-reiher, hinten 2-reiher Bw. mit Tiefplattformen zum Einschichten/Aufstapeln sämtlichen Zeugs...

Zum leidigen E-Teil...
Dass sie als Einzelwagen oder Bw.-zieher gedacht nur Einzelkohlen hatten, war logisch. Auch Traktion fuhr man ja konstruktionsmäßig so, da 2.Bügel ja anlagen. Da brachte erst das "Leipziger Verfahren" Änderungserfordernis.
Ja, es gibt Fotos mit vorderem E-Teil und ohne. Für mich kam das Thema auf den Tisch, seit die 1602 als HTw. keines mehr hat. Man wolle ein versehentliches Kuppeln mit normalen verhindern, da elektrisch vieles anders sei. Meinte ich, aber aufbauen hätte man das E-Teil ja können, man muss es ja nicht anklemmen. Da erhielt ich die Antwort: Und außerdem waren die am Anfang vorn ja auch nicht dran...
Und dann kamen die Fotos und die Probleme. Verkehrsmeister Kuske ist der wohl letzte LVBer, der schon vor dem Eintreffen der T4D im Betrieb war. Er war seit Sommer Fahrer und im Winter kamen dann die "Revolutionäre" (die "Dubceks", bisweilen wegen ihrer Streckenblockaden auch "Dubceks Rache"). Er meint, die Lieferung sei ohne erfolgt. Wobei schwierig ist, das von jmdm. hieb-u.stichfest haben zu wollen, der sich ü40 Jahre rückerinnern soll... Anhand der Tatsache, dass anfangs mit gleichem Bw. gefahren wurde (1607-507, 1615-515) ist denkbar: Lieferung ggf. mit, dann Abbau (erstmal). Man fuhr ja nie Traktion, sondern ging vom Bw.-zug zum Großzug über. Planmäßige TT kamen erst später auf. Die 1616 - 1646 kamen zwar in einem Jahr, gelten formal aber als 2 Serien: bis 1631 und ab 1632. Es gab also bis 1631 gleiche Bw.-anzahlen. Erst als Tw. bis 1646 und Bw. nur bis 539 kamen, entstand ein Tw.-Überhang - offiziell weil Tw. naturgemäß mehr Schäden haben können, damit waren aber auch "Übungswagen" für Großzug übrig. Denen wird man wohl - Prag hatte evtl.(!) die ersten mit, und mangels Erfordernis die zweiten ohne E-Teile geliefert - die E-Teile sehr schnell verpasst haben. Ab Serie 3 (oder 4,wenn man so will), also 1647 - 1660, kann man E-Teile von Beginn an unterstellen. Das war mengenmäßig die Aufstockung zwecks Bestückung der 13. Alle ohne E-Teil bekamen es dann auch (wieder?). Es ist eine nicht ganz klärbare Geschichte, gewiss auch mit Übergangszeiten und nicht freizügiger Austauschbarkeit der Tw.
Es gab also keine Definition: ungerade oder gerade Wg. ohne, die anderen mit E-Teil. Die LVB hat von Beginn an Verfügbarkeit als 1. wie auch 2.Tw. gewollt - was die Praxis dann konterkariert hat, wenn welche nur noch als 2. taugten...
Fotos von Vorderwg., ob sie E-Teil zeigen oder nicht, sind also offenbar immer in dem Kontext zu sehen: D e r Wg. war am ......197x s o (und an anderen Daten durchaus anders); ebenso kann es am Aufnahmetag auch "Brüder" gegeben haben, die vorn anders waren!
Ich kenne die 1607, 1608, 1611 von der MMgrün zur Frühjahrsmesse 1969. Weil ich sie "umwerfend" fand (s.o. :mrgreen: :kotz: ), und auch wegen des zarten Alters von 8 Lebensjahren(!!), habe ich natürlich am wenigsten auf E-Teile geschaut, grins. Heiko konnte da ausführlicher sein: a) war er damals bereits über 8, und b) wohn(t)e ich in einer Gegend, wo sich planmäßige Tatras erst 1973 hinverirrten (Li.20, man nutzte bevorzugt die nagelneuen 1713 - 1730 mit 550er Bw.).
Die vorderen E-Teile, das ewige Rätsel...
Dass z.B. die 20 die Tatras eher bekam als die entschieden "gefülltere" 4 (1975), das sind eben Stromgründe...
Demgemäß gab es dann auch folgende Beschränkungen:
- wenn zw. Lützschena u. Schkeu. 1 Tatra war, wurde es dunkler, waren es 2, wurde es sehr dunkel, fuhren 3, war Ende.
- nach Markkleeberg-West war der Einsatz von 2er-Tw. lange Jahre unzulässig.
- zw. Eutritzsch/Krkhs. u. Wiederitzsch durfte nur mit 2.Anfahrstufe gefahren werden; auch war fahrplantechnisch gesichert, dass einer in Wied. erst abfuhr, wenn der nächste angekommen war. Die Indschennschörs-Schlaumeier hatten nur nicht bedacht, dass der ja rückwärts in's Gleisdreieck muss!! Und das machte man mit Strom, nicht mit Pferden!! Also negierten das die "pracktikker" und es flackerte das Licht, ging aus, die Hauptschütze machten klack und die Wagen piep...
Auf der 27 sind also zunächst Solo-Einsätze und bald mit Bw. überliefert, Traktionen also nicht, Großzüge dann ja. Bezeichnenderweise traute man sich, die Neulinge einzeln zu schicken!! Der Pullman-3er (die 27 voll umzustellen, gelang ja nicht :mrgreen: ) war zwar älter, aber platzmäßig eben das doppelte! Die 27 war ja gerade erst ihrer Splittergattung Gotha-ET enthoben worden, die man von Leu. nach Pau. auf die 30 verfrachtet hatte (um die Dreiachser und die letzten türlosen ("Puppchen")-Bw. der 200er Reihe abzulösen - 200er wurden dann K180-Gelenkbusse*), bevor sie nach Dö. auf die 24 gingen.
*Diese K180 waren dann auch das Debüt der Gelenkbusse, womit die Li.A nach und nach stromabnehmerlos wurde... Als Stift interpretierte ich anfangs das Kreuzgelenk eines K180 als "Hilfsstromabnehmer", den man vielleicht an die Fahrleitung legen könne. Jaja, man war eben stolze 9 Jahre alt damals...

Danke Heiko, für das Faksimile der Zeitungsseite. Ich habe aber eine andere in Erinnerung; es kann also deren 2 gegeben haben. Der Beitrag begann etwa so: "Noch vor den Dresdnern, Magdeburgern und Karl-Marx-Städtern kommen die Leipziger in den Genuss neuer, moderner Straßenbahnen..." und das Foto zeigte (ich glaube auch die 1611) breitseits auf der Nichttürseite. Die Erklärung ist wohl die: Du kopiertest aus der Leipziger Volkszeitung, dem Zentralorgan der SED im Bezirk; Mutter/Oma lasen das Sächsische Tageblatt (ST) von der LDPD, einem F.D.P.-Vorläufer in der DDR. Ergo anderer Reporter > anderer Text + anderer Fotograf > anderes Bild. Es war also eben nicht Gleichschaltung, wo dpa bestimmt, was von Sassnitz bis Garmisch-Partenkirchen gedruckt wird!
Ich muss mal arg schauen, ob ich das ggf. habe, weil zu jener Zeit eigtl. jeder straßenbahnlastige Artikel ausgeschnitten, aufgeklebt und die Seiten gelocht in Schnellheftern archiviert wurden.

Grundhaft: es ist eine mittlerweile ferne Zeit. Der Kreis der Erinnerer ist klein. Nicht alles weiß man heute noch 100%ig. Und (man sieht es u.a. an Prager Museums-T3) die Wagen/Fotos u.ä. aus der Anfangszeit wirken echt schon historisch, weil sich - auch bei DÜWAGs oder Gothas - vieles aus der Anfangszeit zum Endstadium hin verändert hatte. Auch im Umfeld. Oh Mann, waren die Straßen leer, gab es jenen Konsum noch, stand jenes Haus noch, usw.usw.
(I c h kenne z.B. noch das Adler-Eckhaus mit dem Imbiss, das heute mitten auf den stadtw. Fahrspuren stünde! Den "Goldenen Adler" selbst natürlich auch. Wenn ich heute mal salopp sage "da vorne am Goldnen Voochel", da gucken die jungen Kollegen dann durchaus recht unverständig... Die wissen ja nicht mal mehr, warum der Adler Adler heißt.
Für Ortsfremde: Es war eine Gastwirtschaft. Sie gab der Kreuzung den Namen, so wie in Prag eine Andel heißt = Engel; vermutlich auch eine ex-Kneipe, evtl. das Kentucky-schreit-ficken an der einen Ecke. Und irgendwann erhaschte der Wirt ein vergoldetes Vögelchen - soll wohl nicht Stuck sondern Holz gewesen sein - und montierte es über die Kneipentür. Bis man es irgendwann brüchig demontierte; später verschwand auch das Haus; heute gibt es Obst/Gemüse im Straßen"deal".)
Kriege heute mal einen HTw. auf's Foto, ohne deplatziertes West-Kfz. :mrgreen:

Apropos Holz: Holz-Pflastersteine(!) - ich weeß: Steine... - gab es auch mal: in der Michaelisstr.! Alles gar nicht so lange her und doch lange her. Zeit ist eben relativ. Die DDR hat eben - bei allem husch-pfusch - aber auch eines besorgt: Langlebigkeit und überdauern von Zuständen. Wir haben auf dieser Seite der "Wand" das Glück, noch erlebt zu haben, was dadrüben längst passé war. 1987 fuhr eben da kein Vorkriegs2achser mehr. Aber auch Leipzig - trotz Messestadt - war da recht allein: weil man woanders nicht so gründlich und total generalrepariert hatte, hauchten Wagen von etwa 1925 auch woanders in der DDR zeitiger aus...
Bevorzugung der Messestadt Leipzig? Dann hätten wir T4-62 bekommen und WG den Auftrag, die (Schützenwagen!!) verbundtauglich für Großzüge zu machen. (Eine nette Idee, finde ich. Ihr auch??)
Bevorzugung des kriegszerstörten Dresden? Der Kreis von LOWA- u. Gotha-ET/EB ist eher klein - Motto: es haben ja doch genug alte überlebt...
Bevorzugung der Hauptstadt Berlin? Dort baute man sich Rekos! Das wurde erst mit einsetzendem 750-Jahr-Wahn anders...
Bevorzugung der Ostseewochenstadt Rostock? Man enthielt sich das Tatra und nahm Halbschrott aus Leipzig.
Also dorthinein, wo der internationale Tourismus vorstellig wurde (eben auch der aus dem Westen!), pumpte man nicht.
Gut, es gab eine Betriebe-Hierarchie des Abnutzens. Wenn ein Wg. die Reihenfolge Magdeburg - Gera - Nordhausen ging, oder Halle - Cottbus - Görlitz, dann war das so eine "Stufenleiter"...

Rumgeschubst hat man in der DDR aber Tatras fast nicht. KMSt. und Schwerin haben nicht gegaubelt, Halle konnte der 1000mm wegen nie gaubeln, und bei Dresden/Leipzig/Magdeburg ist eigtl. nur der superverschlissene Großzug 1601III-1602II-656II bekannt. Dazu - s.o.! - waren sie betrieblich zu "differenziert" worden... Gut, auch gebrauchte ET erforderten Anpassungsarbeiten, wenn sie von Xhausen nach Ystadt kamen. (Ich weiß, dass es Wixhausen und Ystad gibt, meine ich hier aber nicht.)
Auch an die früh dahingesiechten 1601I, 1740I (damals ersetzte man Wg.nr. noch!!), 1809 u. 2016 erinnert man sich "kaum" noch; und wer kennt noch die 1978I, die Fahrschule wurde und schon im Folgejahr(!) fuhr die 1978II...
Wenn alle Betriebe nur T6/KT4(t)/KT8 verwenden würden, wäre die Welt eintöniger. Schöner wäre sie trotzdem!

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Kava je balzam za srce in duso. (slowen.: Kaffee ist Balsam für Herz und Seele) Giuseppe Verdi
Gustav Mahler ergänzte: Hier ist es wunderherrlich und repariert ganz sicher Leib und Seele.

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Standi
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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von Standi » 07.06.2012 15:52

Kleine Anmerkungen: L.20 fuhr ab 1974 mit Tatra (1973 wurde L.15 umgestellt). Es gab auch gut gepflegte Tatras, wie die Paunsdorfer und Wittenberger, die gut fuhren. DSF-und Reudnitzer Wagen hatten dagegen einen schlechten Ruf. Die Nummerngrenzen zwischen den Bahnhofsbeständen waren fließend, da es eine gewisse Verschiebemasse gab. So waren längerfristig z.B.: a) 1782 Reu., ebenso 1833-1848, b) 2011 wurde 1982 Leu., 1991-1994 waren Witt.Str. und erst ab Nr. 1995 Reu., c) 2117 war Dö. und 2144 DSF // Natürlich gab es auch noch weitere Wagenverschiebungen: So waren 1993+1994 mal Pau. und 2011-2019 sowie 2081-2084 mal Reu., das waren aber eher kurzfristigere Einsätze. // 1983 wurde die L.24 auf Tatra umgestellt. Bis zum Eintreffen der neuen T4D/B4D wurden 1770er/80er von DSF "ausgeliehen" und als dann 2070ff.+708ff. zur Verfügung standen, kamen diese auf die L.24. DSF hatte übrigens auch oft Nummern-Pärchen und auch oft die ungerade Nummer vorn, also z.B. 1605+1606, 1613+1614, 1737+1738, 1777+1778. Witt.Str. kuppelte auch 2118+2119 bis 2142+2143. Die 2197 war der Reudnitzer "Universalwagen", da konnte man "alles dranbammeln", z.B. 2197+1697. Angesichts der ersten beiden Serien mit insgesamt 31Tw. und 31Bw., ist davon auszugehen, daß in LE nur Minizüge fahren sollten, diese aber vom Platzangebot nicht ausreichten für den "Arbeiter-Berufsverkehr". In Dresden und K.-Marx-Stadt gabs erst nur Doppeltraktionen. In Magdeburg TT&TB, aber schon 1969 sah man dort TGZ und MD war gewissermaßen Vorreiter beim Großzug. Dresden gab auch 3 T4D nach Gera ab (zwecks Umbau als Atw.), sowie 2 B4D nach Halle.
Zuletzt geändert von Standi am 07.06.2012 16:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Möckern-Peter
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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von Möckern-Peter » 07.06.2012 16:15

na stoisch, also standhaft (kommt vielleicht von stojat = stehen?) unverrückbar war das alles nicht: es gab immer eine "Momentaufnahme"; ist heute nicht anders, kann auch anders nicht sein. Bezeichnend war eben die allmählich entstandene Unordnung, die bis 1993 stetig zunahm...
Insofern "wanderten" auch Reihen. Wer weiß noch, dass die end-1700er (1789 ff.) anfangs Paunsdorfer auf der 2 waren?! Diese u.a. wie 1802 u. 1806 (wo es Bilder gibt) wurden doch infolge des dort verbrachten Großteils ihres Lebens als Reudnitzer (jaja, Schrott-Ost...) wahrgenommen, hatten aber die Babylaatschen (die ersten Bandagen) halt in Pau. an. Das schob sich, als dann die 1827 - 1859, später die 1860 - 1893 kamen und auch die 1894 - 1927. Als Pau. gar bis 1935 reichte, war die 1808 längst paar Hst. stadteinw. gewandert... Das dargestellte hatte so in etwa allerdings lange Bestand.
Nur eben die ersten Reihen DSF u. Reu. fasste man erst 1993 besser zusammen - da war aber auch schon etliches im (Hoch)ofen... Auch die 1832, die 1977 die 597 umstieß, war ja da noch Pau. ..., während die verunglückte 1846-1845 1987 lääängst Reu. war.
2117 ist dann aber auch beizeiten weiter... Dö. hatte i.a. 6 solo, die man zumeist auf der 58 sah: 2066, 1935*, 2015, 2178 und das - warum auch immer einzeln oder m.Bw. laufende - getrennte Paar 2089, 2090. Die Aber wiegesagt: Momentaufnahmen, auch manchmal zu detailreich.
*jaaa, von 1935 abwärts gab es auch mal welche... dann kam mal die 36, die sich mit der 35 überhaupt nicht vertrug: mit der 35 dran verweigerte die 36 dauernd das bremsen, mit einem wilden anderen oder einem Bw. ging es..., mal ging es bis 1946, mal runter bis 1915(!), dann kamen Leutzscher wieder (ab 2047, auch die vermisste 2065), die 2001 - 2018 (ohne ~16 = Schrott) waren mal dort und und und. Die 1935 war zumeist die Hure, die für alles gut war, oder vornehmer: ein Joker...
Als z.B. Thomas Schöne sein Köpfchen in Altscherbitz 'raushielt - was dann ab war - da stand er in der 1944 (an der 1943) und geköpft hat ihn die 2062-2061. 2062 war der mit dem Schilderkasten vor Tür2, 2014 der mit dem Tisch auf Plattform1, 2025-2033-748 der Bochum-Räder-Versuch... Und die 2100 war das Scheißhaus. Entstanden aus dem Kürzel 00 war er auch unbeliebt, weil eine "Krücke". Nachdem er dann einen Kipper angeschubbt, der einen Radfahrer, und letzterer im Kabelgraben lag, stand er lange demoliert herum und Juxbolde hatten neben Tür1 Tür schadhaft gehangen! Stimmte ja: sie lag deformiert im Wagen... Er kam dann erst als M wieder (2124II).
Gut, über das Jahr der 20 streite ich nicht, aber dass a) die frequentiertere 4 (obwohl nichtfrequentierte gab es eh nicht...) später folgte, und die 20 mit nagelneuen 1713ff. daherkam, ist ja trotzdem richtig.
Wenn wir so feilschen, dann haben sogar Leutzscher in Dölitz laufen gelernt. Z.B. ist die 2057-704 definitiv auf der 24 gewesen (also noch die vorherige Serie bis 2065), als das unansehnliche "Gerölle" wie 1777-1778, 1784-1783 usw. wieder "heeme"gegangen war. Als nachkam, rückte es halt. Normal.
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Gustav Mahler ergänzte: Hier ist es wunderherrlich und repariert ganz sicher Leib und Seele.

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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von Standi » 07.06.2012 16:29

Ja Peter, deine Ausführungen stimmen schon, wollte halt nur ein bißchen ergänzen und nicht feilschen. Hauptsache die 1001-1028 waren immer zusammen, stimmts :?: :mrgreen:.

Leo-Fahrer
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Re: Die Leipziger 1611

Beitrag von Leo-Fahrer » 08.06.2012 00:07

Wenn es jetzt die 1002 - 1028 noch gäbe, wäre es noch viel besser. :lol: ;-)

@Standi, wir hatten früher auf der Angerbrücke (DSF) auch gute Wagen gehabt auch im 16xx und 17xx Bereich.

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