Polen: Starke Nerven erforderlich (Wer weiß Bescheid?)

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Möckern-Peter
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Polen: Starke Nerven erforderlich (Wer weiß Bescheid?)

Beitrag von Möckern-Peter » 05.10.2012 04:23

Unter



findet man die Dia-Schau

Wypadki tramwajowe - Polska

(wypadki heißt Unfälle).

Einige sind "beim hobeln gefallene Alltagsspäne", wenn z.B. ein Pkw. zwischen Bahn und Mast klemmt, eine Flankenfahrt auf der Kreuzung geschah (ob nun durch Vorfahrt oder Weichenstellung verursacht).
Zumeist ist auch herleitbar, was geschehen war: Ihr ist jmd. 'reingefahren oder sie ist jmdm. 'reingefahren; eine Auffahrt kleineren oder größeren Ausmaßes usw. Es gibt aber auch Plattformen im fast rechten Winkel (Danzig) oder welche, die eigentlich nicht mehr da sind.

Nerven erfordernd sind insbes. 3 Bilder:
- Wagen steht in
Kattowitz
quer über die gesamte Straße (fast) von "Hauswand zu Hauswand". (Zusätzlich ist ihm einer 'reingefahren.)
(In einem eigenständigen Video liegt seitlich des Wagens "etwas" - vermutlich ein Fußgänger, den er hinweggefegt hat)

- Von einer Traktion ist in
Breslau*
einer in einen Abgrund gestürzt, wobei er seine Drehgestelle verlor;
sein angehangener Wagen steht auf Kippe und hält sich geradeso auf der Kante
*Unten steht Bild (der Stadtfeuerwehr) we Wroclawiu

Auch eine als eigenständiges Video anschaubare Auffahrt in der Breslauer Liegnitzer Str. (Legnicka) mit 19T auf 105N ist schlimmerwertige Kategorie: eine Plattform ist da einfach nicht mehr da...

Von Posen gibt es auch als eigenständiges Video (katastrofa w centrum Poznania) einen umgestürzten 105N, aus dem die Insassen aus den (zugegegebenermaßen sehr großen) Dachluken aussteigen. Dem Wagen dürfte es ggf. nicht zu viel getan haben (er wich ja dem Angriff), jedoch liegt da eine Person. Der Wagen hat sie nicht getroffen, aber sie hat beide Füße im Bereich Dachplatte/Fensteroberkante unter dem Wagen und kann nicht weg.

- Das wohl vom Ereignis unklarste - und vom Ergebnis schwerste - ist ein Video auch aus
Posen
(das eigenständiges ist "dank" der GEMA nicht sichtbar, jedoch ein Standbild in der Dia-Schau)
Das Wrack (ein Konstal 105N, wie in Breslau und Kattowitz auch) hat im Grunde nichts mehr mit einer Straßenbahn gemein. Optisch wirkt es, als sei während einer Brückendurchfahrt die Brücke über ihm zusammengebrochen. (Dagegen ist die Prager 8697 weniger beschädigt...)
Anzunehmenderweise ist der Fotoort (in der 3:46 langen Dia-Schau bei 3:00) nicht der Ereignisort sondern während des Abtransports an beliebiger Stelle entstanden.

Weiß jmd. zufällig zu dem Absturz und dem letzten Ereignis näheres?? (Mir ist aus dem BS o.a. nichts bekannt.)
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Re: Polen: Starke Nerven erforderlich (Wer weiß Bescheid?)

Beitrag von koneggS » 06.10.2012 15:12

Dort scheint eine Teilnahme am Straßenverkehr ja ein echtes Abenteuer zu sein ;-)
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Sithis
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Re: Polen: Starke Nerven erforderlich (Wer weiß Bescheid?)

Beitrag von Sithis » 06.10.2012 19:44

koneggS hat geschrieben:Dort scheint eine Teilnahme am Straßenverkehr ja ein echtes Abenteuer zu sein ;-)
Meine bisherigen Erfahrungen bei Besuchen mit Auto in Polen bestätigen das...
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Re: Polen: Starke Nerven erforderlich (Wer weiß Bescheid?)

Beitrag von koneggS » 07.10.2012 00:55

War mit Auto bis jetzt einmal in Stettin, war recht chaotisch, aber hatte das bis jetzt als normales "Großstadtchaos" angesehen. Aber wenn man manche polnische Autofahrer auf der Autobahn so trifft, dann wundert man sich über dieses Video auch wenig ;-).
Bild

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Re: Polen: Starke Nerven erforderlich (Wer weiß Bescheid?)

Beitrag von Sithis » 07.10.2012 03:44

Nun ja, ein alter Fahrlehrer meinte mal, zum Autofahren ist zuviel Denken zu hinderlich(aus der Erfahrung heraus, daß der Fahrunterricht mit einem Professor haarsträubend war und der mit einem Bauarbeiter reibungslos und unkompliziert). Diesen Grundsatz scheint man auch in Polen verinnerlicht zu haben. Mit dem LKW und auch dem Reisebus wird ganz selbstverständlich auch 100km/h und mehr gefahren, Sicherheitsabstand wird generell als eher unnötig angesehen und auch Schlaglöcher auf der Autobahn sind kein Grund, das Tempo zu verlangsamen, da man lieber dran vorbeifährt - ob die andere Spur dabei belegt ist, spielt keine Rolle, dann wird eben gehupt oder auf dem Standstreifen überholt.
Ach ja, dieses Fahrverhalten gilt übrigens für 24 Stunden am Tag und bei jedem Wetter im Jahr. Wäre ja noch schöner, wenn man sich von solchen Kleinigkeiten wie Dunkelheit, Glätte oder Nebel aufhalten lassen würde...
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Re: Polen: Starke Nerven erforderlich (Wer weiß Bescheid?)

Beitrag von Möckern-Peter » 07.10.2012 21:31

Gab ein Kreisverkehrs-Video, da konntest echt sagen:
Na mal seeehn, wer jetzt anhält:
Du sagst: Keiner, und beide sagten: Ich nicht.
Und alle 3 hatten recht.
Und dann bildete die Physik eine sogenannte "resultierende Kraft"
und der DÜWAG stand leicht auf dem Gegengleis und der Lkw. guckte in eine Straße, in die er nicht wollte.
Verkehrsberuhigende Maßnahme...
Keiner hatte das Gesicht verloren: Wer bremst, ist feige...
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Re: Polen: Starke Nerven erforderlich (Wer weiß Bescheid?)

Beitrag von 105Na » 19.05.2013 19:10

Wenn das Video auch wirklich beeindruckend ist (im negativen Sinn), so kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht ganz so tragisch ist (solche Unfälle sind auch in Polen extrem und passieren nicht ständig). Vor ein paar Jahren, als die Straßen in Polen allmählich besser wurden, hatte ich etwas Angst davor, dass es die Leute veranlassen könnte, noch schneller und wilder zu fahren. Eigenartigerweise tritt meinen Beobachtungen zufolge eher das Gegenteil ein: Je besser die Straßen und je kürzer die mögliche legale Fahrzeit von A nach B, desto ruhiger, höflicher und entspannter die Verkehrsteilnehmer. So geht es in Ost- und Nordostpolen z.T. wirklich noch ziemlich abenteuerlich auf den Straßen zu (lange Landstrecken, relativ schlechte Straßen), während es beispielsweise in Kraków, Katowice oder Wrocław verhältnismäßig zivilisiert zugeht.

In den letzten Jahren wurden die Tempolimits auf Autobahnen und Schnellstraßen erhöht (von 130/110 auf 140/120), eine gesetzliche Toleranz von 10km/h auf allen Straßen festgelegt, dafür aber die Verkehrsüberwachung massiv ausgebaut. Demzufolge sind die Autobahnen und Schnellstraßen fast lückenlos videoüberwacht, genauso wie die wichtigsten Ausfallstraßen der Großstädte (in vielen Städten z.B. kann es passieren, dass man daran erinnert wird, langsamer zu fahren, indem das eigene Kennzeichen mit entsprechendem Hinweis für alle sichtbar auf einer Anzeigetafel angezeigt wird. Wenn man sich nicht daran hält, kommt kein Hinweis mehr, sondern ein Brief nach Hause :wink: ). Hier ein Beispiel: http://dvs.net.pl/upload/products/00010/5.jpg
Die Folgen dieser "Disziplinierung" kann man allmählich spüren. Zumindest habe ich keine Angst mehr, in Polen einen Zebrastreifen zu benutzen. Das war mal ganz anders :D

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Re: Polen: Starke Nerven erforderlich (Wer weiß Bescheid?)

Beitrag von Möckern-Peter » 11.10.2018 00:59

Fotoradar steht auch öfters auf Schildern.
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