Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

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Möckern-Peter
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Möckern-Peter » 24.09.2011 06:11

Das klingt in Bezug auf die 13N erfreulich!!

105 modernisiert. Käme sicher auf den Arbeitenumfang an. Klingel ist relativ: es ist wohl eher eine Schnarre, wie sie auch im Jelcz steckt. Sofern sie geht! Ich sah in Danzig 4 Varianten: nur optisches Abfahrtssignal (ohne Funktionsgewähr), nur akustisches Abfahrtssignal (ohne Funktionsgewähr), optisches und akustisches Abfahrtssignal (wovon nur eine Komponente funktionierte), opt. u. ak. Abfahrtssignal (wo ALLES funktionierte!!). Sang- und klanglos davonschleichen ist - offiziell - technisch nicht vorgesehen - etwas ist immer "dran" - in der Praxis aber durchaus möglich...

So gab es in Danzig auch 2erlei Tüschäden. Der eine (auf einer Brösener Linie) tangierte den Fahrer herzlich wenig: der Türflügel wurde halt per Hand zugeschoben. Und wenn nicht?: na dann eben nicht... Der andere auf einer 13 veranlasste die Fahrerin, das Gerät in Pasanil zu räumen und sich stadtwärts leer davon zu machen. Da kann aber auch eine Rolle spielen, dass man so vielleicht zu einem besseren Wagen kommt oder eine Runde "drücken" (aussetzen) kann... Ich denke, man handhabt das pragmatisch, welcher Effekt herauskommen soll...
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Sithis » 25.09.2011 19:20

Bei den unmodernisierten Wagen kommt eine Klingel ohne Leuchte zum Einsatz, die aber sehr leise ist. Diese fahren meistens solo.

Soundtechnisch sind die 105N eher fürn Arsch, muß ich so sagen. Man hört nur Gebläse und nur draußen mal ein leises Knacken. Die 13N machen wenigstens schön Krach, klacken dafür komischerweise nicht.
Die 105n2000(oder wie die heißen) gefallen mir dann besser. Da hört man wenigstens den Motor und ein Thyristor-Summen, nicht unähnlich den KT4Dt.

Die 13N sind teils auch mit ausgeschlachteter Fahrerkabine(geführte Wagen). Ich habe heute aber sogar eine frei zugängliche Rest-Kabine mit Pedalen und Seil(Stromabnehmer) gesehen. Ob das Ziehen am Seil das Herabsenken des Stromabnehmers zur Konsequenz gehabt hätte, habe ich dann doch nicht probiert. Nicht daß ich am Ende noch Konstal-Verbot bekomme :lol: .
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Möckern-Peter » 26.09.2011 06:17

Anzunehmen dass bei 2 angelegten Bügeln die Leine diesen auch zieht.
Konstal-Verbot >>> dann würdest auf Tatra umorientiert, mit Internierung in Magdeburg...
Die Lüfter im 105 sind in der Tat sehr hörbar: spricht nicht unbedingt gegen die Lüfterbauart - darf auch an einer gegen 0 tendierenden Isolierung liegen, die fast keinen Schall schluckt. Andersherum hast recht: Die Hauptschütze sind in der Tat weniger phon-machend als beim Tatra. Man hört ihn natürlich von außen auch - selbstverständlich. Aber dezenter ist er auf alle Fälle. Da der nicht isoliert sein DARF - der Lichtbogen fliegt ja bewusst gen Straße zum Löschen - liegt es hier sicher an der Bauart, es sei denn der Kasten ist größer, so dass der "Geräuschauswurf" nur ein kleineres Loch hat.

Fahren die die eigentlich als 3er? Anzunehmenderweise nein. Denn wenn man es von Danzig und Krakau weiß, wüsste man es ja von Warschau auch.
Und haben die auch "1." und "2." Tw.? Anzunehmenderweise ja. Denn warum sollte diese Stadt dem "allgemeinen Trend" zuwiderhandeln...

Mache bitte auch mal paar kurze Ausführungen zum "Allgemeineindruck": bombig i.O., weitgehend passabel, durchschnittlich, grad noch akzeptabel, verschlampt - kurzum am besten eine Schulnote im 1bis5-Schema für den Gesamtwagenpark. Ein Satz zum Streckenzustand wäre zusätzlich nett.

2000? Heißt das, die haben auch solche vermatschten Alstom-Fressen wie in Stettin?

Apropos Stettin: Das neue SM hat einen dortigen Haltestellenplan! Spektakulär deshalb, da IN STETTIN NICHT erhältlich!! In Pomorzany oder an der Ludowa bekommst zwar hemmungslos Fahrkarten, aber weder einen Netz- noch einen Fahrplan!
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Sithis » 26.09.2011 10:04

Nein, Dreifachtraktionen gibt es hier nicht.

Ja, wie gesagt, es gibt führende und geführte Wagen bei allen Konstal-Großraumern. Die 105N2k haben wohl zur Hälfte erst gar keine zweite Kabine erhalten.

Streckennetz: Ja, es ist annehmbar, es wird auch mal schnell gefahren(so 50 Sachen, denke ich), das gibt es her. Nicht so ein Geschleiche wie in Stettin.

Gesamteindruck: Die 13N und auch teils die 105N rosten teils schon außen deutlich, Graffiti und Scratching im Innenraum sind leider auch präsent. Und man macht nicht mal was dagegen.
Die 120N sind dann doch ein gewisser Fortschritt, Klimaanlage, Videoüberwachung, gerade jetzt beim letzten Aufgebot des Sommers doch recht angenehm...

Ähm, einen Liniennetzplan von Stettin fand ich auch auf der Seite der Verkehrsbetriebe zum Ausdrucken. Warschau hat sowas übrigens nicht... :roll:
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Möckern-Peter » 26.09.2011 14:40

Dachte ich mir. Aber ich denke auch, zu roten Zeiten waren dort sicher auch 3er usus. um die Massen wegzukriegen. Technisch kein Prob., wird man es sicher gemacht haben, wie Stettin und Posen ja damals auch.

Jepp, die Alstom-babies kamen z.T. führerstandslos, nur als Umwandler von elektrischer in kinetische Energie à la Dresdener 244er. Die richtigen 105er waren freilich alle mal vollwertig - dass man (je nach Stadt?!) mit dem hinteren manchmal allenfalls noch 'ne Notfahrt hinbekäme, ist ja dem Betreiber geschuldet und nicht dem Produzent. Der wollte das nicht, hihi. Aber wenn im hinteren die Bedientafel fehlt, der Sitz, Scheibenwischer, Scheinwerfer aus Blech sind und sogar(!) der Richtungsschild-Kasten f o r t ist, Pedale blankes Metall (ohne Gummiauflage) sind und und und, dann taugt der eben nur noch zur Notfahrt. Wenn man dann noch die Albertkupplungen sieht, weiß man manchmal schon dadurch, wielange die wohl nicht entkuppelt wurden. Ich weiß zwar nicht, ob man sie zum Drehgestellwechsel als Traktion auf'm Hebestand hebt (gröhl), aber ich weiß auch nicht, wann man sie dieserhalb überhaupt das letzte mal hob (wieder gröhl).
Den 2000ern klaute man ja auch eine Mitteltür und machte sie so nach bester T3-Machart (oder Münchens M) zu Asymmetrikern.
(Meinem Modell-mod. habe ich die "Enttürung" freilich erspart, grins. Da bekam der "1." noch alle Türscheiben, der "2." nur noch die eine ganz vorn und der "3." keine unteren mehr. Aber bei 4 Türen habe ich ihn belassen! Eine Kabine habe ich ihm freilich erspart, so wie er Klappfenster verordnet bekam. Wie ich schrieb: sie heißen zwar 755-756-757, sind aber "frei nach" Stettin und nicht unbedingt mit den 1:1-Nummernspendern fotoidentisch. Authentischer ist da freilich das "8 Gumience" durch den 01.Nov. und 100% identisch ist die Riesen-8 unter'm rechten Kabinenfenster.)
War es Breslau oder Posen - irgendwo steckten sie ja sogar den 105ern noch die Liniennummern-"Kuchenbleche" der KSW auf's Dach! Wohlgemerkt: nicht mit aufgemalter sondern ausgestanzter Zahl - ergo schimmert da Geäst oder Himmel durch. Aber das ist wohl mittlerweile so ein Altertum wie hier die Spiegelschilder.

Warschau und anderswo: Sind diese riesigen Liniennummern vor - oder auf - der 1.Tür Stettiner Spezität wie Rügenwalder Schinkenspicker und Bosman-Hafenwasser (genannt Bier) :-) oder ist dieses Schild polnisches Allgemeingut; weiß das jmd.?
(Sithis, da Du wohl kein Interessent bist, ersparte ich mir die Tipps für Zywiec, Tyskie, Warka, Lech - Schleichweeerbung! - und gegen Bosman...)

Also kann man Straßenbahn FAHREN. Nicht unbedingt rasen à la Prag, aber eben auch nicht Stettiner Schleicherei. Dort werden ja nichtmal die Weichen von Umleitungskurven ausgespült: sollten sie je genutzt werden (Matejki z.B.) geht das nicht "mal so schnell" sondern dann muss erst Kampftechnik ran, jahrealten Feststaub (nein, kein Feinstaub!!) mit dem Bohrer rauskratzen...

Ich glaube aber, Warschau griff in den 90ern so allerlei ab: Probanden und Kleinserien. Aber ob einem nun sowas grad vor die Linse fährt, ist ja immer die Frage. In Danzig haben sie ja von der einen - durchaus formschönen - Gelenkwagensorte grad mal 3 St. ... Die sind wohl post-VEB aber prä-Alstom, aus der Konstal-Kapitalgesellschaftszeit quasi. Heißen glaube 1501 - 1503. Eigengewächse, während die "immer mal kaputten" 1001 - 1004 optisch eher Jena/Bremen/Heidelberg/Zwickau/...verwandt sind.

Seite des VB Stettin. Hm, noch als ZKM oder als TS. Denn das Informationsmaterial mag von Zaklad Miejskiej Komunikacii zu Tramwaje Szczecinskie ggf. gewechselt haben. Vor Ort sieht es jedenfalls mau aus. Mit Fahrplänen genauso. Man deutete mir, dass die doch an Haltestellen abzuschreiben gingen...
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Sithis » 27.09.2011 01:04

Also ich halte Dreier für eher unwahrscheinlich. Der gemeine Fahrgast hat sich auch noch heute in die volle Bahn(Zweier genügen) zu quetschen und wenn es ihm nicht paßt, soll er eben die nächste nehmen oder sehen, wie er davonkommt.

Oh, teils kann man die Geschwindigkeiten schon mit Prag vergleichen. Der Gleiszustand ist eigentlich gut - der ZTM investiert ja doch recht viel in die Infrastruktur und die Gleise sahen alle eher neu aus. Vergammelte Schienen, denen man die Rillen schon von Weitem ansieht, sah ich keine.
Vom Stadtbau her gefällt mir Prag jedoch besser, auch weil man dort besser fotografieren kann. In Warschau erschweren teils diese affigen Zäune zwischen den Schienen und die Sonne verdeckende Hochhäuser vernünftige Positionen.
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Möckern-Peter » 27.09.2011 06:09

Ach, 3er in der roten Zeit können durchaus real gewesen sein. Größer waren die Fahrgastströme ja überall mal. Und da die Wagen schlechthin generell 3er-fähig sind, soll es uns auch nicht um den Schlaf bringen. Es mag sein, mag auch nicht sein. Wie gesagt, Krakau hat noch Linien mit 3ern und in Danzig gibt es Kurse der 6 u. 8 damit. Das sind die Jelitkowo-Linien (alias Seebad Glettkau), die bis Oliwa getrennte Wege (über Langfuhr = Wrzeszcz bzw. über Saspe = Zaspa) fahren.
Die Zaspa-Strecke tangiert z.B. die "Wellenhäuser". Das sind Blocks in leichter S-Form von Hauptstraße zu Hauptstraße, bestimmt 20 oder mehr Aufgänge und das mit geschätzt 12 Etagen aus den 70ern - da wohnen schon Massen. Früher war Saspe ein Dörfchen inmitten von Brachlandschaft... und die Strecke existierte nicht: Nach Glettkau ging es bloß über die andere.
Einen riesigen freien Platz haben sie noch: da war Massenauflauf, als Jan Pawel alias Karol Wojtyla Danzig besuchte und mit Walesa posierte.

Begreifbar sind die Investitionen dadurch: Hauptstadt ist halt Hauptstadt...

Die Zäune sind wohl landesweit üblich. In Breslau kannst z.T. nicht mal zurückfahren, da die Zäune auch an Hst. nicht unterbrochen sind - du MUSST durch den Tunnel. Zusammen mit dem Übersteigschutz (Scherengitter oder Seile) recht wirksam als Disziplinatoren - wäre hier auch sinnreich. (Die Seile wurden ja sogar am T6 nachgerüstet!) Dass es für Fotos stört, ist freilich so, leider.
Städtebaulich besteht der Unterschied darin, dass in Prag nicht eine Bombe fiel, während von Warschau anno'45 nicht mehr allzuviel übrig war. Das wirkt nun logisch noch Jahrhunderte nach. Soetwas wie Schloss Wilanów und der Rynek (= Markt) sind alles erstellte Kopien, wo das älteste um die 55 Jahre ist.
Auch die Danziger Altstadt sind größtenteils Kopiebauten der frühen 60er. Wie es gegenteilig aussieht, wenn man die Historie beim Wiederaufbau negiert, zeigt das gesichtslose Königsberg. Bis auf Dom, Börse, ein Turm und das Kant-Denkmal ist da kaum noch was. Und der Hbf. hatte nur das Glück, dass er in K. sehr abseitig der inneren Stadt steht.
So gesehen ist Kaliningrad architektonisch eher keine Reise wert; für uns insofern sinnvoller, da dort KT und T4D ex Halle unterwegs sind. Ist ja - der Geschichte geschuldet - eine russische Meterspurstadt. Die übrigens auch LOWA- und Gotha-Züge bekommen hatte, freilich mit der UdSSR-typischen "Halbwertzeit"...
Warschau bekam ja kaum deutsches Rollmaterial: Noch in den 40ern bekamen sie die Wagen wieder, die ab Werk statt dorthin nach Berlin geliefert worden waren und in den 50ern bekamen sie 16 werksneue LOWA-Bw., die alsbald nach Stettin gingen. Zugmittel waren logisch KSW oder der abgewandelte Folgetyp mit den versetzten 2-flügeligen Türen.
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Sithis » 27.09.2011 14:23

Also auch das klassische Buch "Straßenbahn-Betriebe in Osteuropa" (Teil 1) kennt keine Dreifachtraktionen ;-) . Und ob die 13N dazu fähig sind, ist eine Frage, die sicher nur der Verkehrsbetrieb in Warschau beantworten könnte.
Die Wagen sind übrigens auch Pedaler - die 102N sind ja dann wieder Kurbelwagen, wie hier erwähnt wurde.

Ich finde es schon bemerkenswert, daß man die Tatras doch fast exakt nachgebaut hat. Selbst die Türmotoren klingen den Tatra-Türmotoren sehr ähnlich. Die 13N waren eigentlich mal innen recht gediegen(für ihre Verhältnisse). Ledersitze(teils durch Plastiksitze ersetzt, auf denen man wie auf einem Melkschemel hockt - von der Höhe her). Drum gefallen sie mir besser als die 105N. Der 105N ist eigentlich auch nur eine zweckmäßige Kiste im Wortsinne. Innen ohne jeglichen Charme, außen eigentlich auch, lautes Gebläse und wozu man in der Mitte zwei Türen braucht, ist mir etwas unklar. Eventuell wollte man auf Nummer sicher gehen, da die 13N-Türen in der Mitte doch sehr schmal sind.

Jep, daß Warschau unfreiwillig abgerissen wurde, wird sicher ein Grund dafür sein, daß man dann vieles sehr eng wieder aufbaute. Eigentlich unterscheidet es sich von der Gestaltung her kaum von westlichen Städten: Enge Straßen und viel zu viel Raum für die Autos. Die Bahn stand auch öfters mal ewig an Ampeln...Vorrangschaltung? Fehlanzeige.

Das mit der erzwungenen Disziplin mag ja sein, nur ist es oftmals sehr sinnfrei, vor allem, da auch Lücken zum Übergehen dort drin vorhanden sind. Und die Gitter oft auch an Stellen stehen, wo die Gefahr hektischer Rüberläufer doch eher gering ist. Die Seite wechseln ging an einer Stelle nur durch eine ziemlich baufällige Brücke - die Treppenstufen waren teils gar nicht mehr vorhanden. In Deutschland sperrt man Treppen in weitaus weniger drastischen Zuständen.
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Möckern-Peter » 28.09.2011 07:28

Oh hier kann ein Missverständnis vorliegen!! Ich meinte mit den 3ern 105er! Da weiß man, dass es geht und es wäre durchaus glaubhaft, wenn Warschau dies auch getan hätte. Das die 13er ggf. nicht "trio-fähig" sind, mag hingegen sein.

Die doppelte Tür ist für einen zügigen Fahrgastwechsel sicher gut gewesen. Bei Modernisierungen verschwindet sie ja oft. Die Wagen stammen ja aus einer Zeit, als noch nicht funktelefonsüchtige shopping-tussies und verkabelte Burschen laaangsam die Stufen erklommen, sondern Massen von Werft-, Berg- u.a. Arbeitern zu Schichtwechselzeiten in die Wagen stürmten (bzw. hinaus).
Charme hin, Charme her. Er hat eben moderne Form. Ist mal spaßig tituliert ein "T5P" (5 weil vor T6 und P = polski, also etwas "entfeinert" = spartanischer...) Die Entstehungszeit des T5 (Most!) und des 105 dürfte auch wenig differieren: anzunehmen ist wohl etwa die Zeit der KT-Prototypen.

Ach und ich dachte gerade, der Wiederaufbau hat schnurgerade und breite "avenues" beschert? Ich meine hier bewusst nicht die Altstadt. Denn Trassen wie die Lazienkowska oder Marszalkowska dürften doch eher Dimensionen der Halleschen Neustadt-Magistrale haben. Z.B. gibt es ja die Ansichtskarte, wo sie immer mitten über einen Kreisverkehr fahren. Auch der Stadtplan vermittelt solche Erwartungen, z.B. vor dem unterirdischen Hbf.
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Sithis » 28.09.2011 12:54

Hm, ich denke, dann fuhr man einfach mit dichterem Takt. In der Stoßzeit könnten auf manchen Linien Dreier auch gut sein, gibt es nur nicht.

Weggefallen ist die Tür ja nur bei den "halben" 105N2k oder wie man die nennen mag...also alte Front, aber Schwenktüren. Die runden 105N2k sind ja Neubauten gewesen.

Klar gibt es breite "avenues" - nur hat die Bahn wenig davon. Drei- oder auch mal vierspurige Straßen á la Moskau und in der Mitte quetscht sich die Bahn. Daß man viele Haltestellen nur mit Unterführung erreicht, sagt eigentlich auch alles. Immerhin muß man nicht wie in Moskau rüberrennen, es sind noch abgegrenzte Haltestellen.
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Sithis » 28.09.2011 16:28

Hab schon das erste Mitfahrtvideo hochgeladen :mrgreen: .

[youtube-hd][/youtube-hd]
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Standi » 28.09.2011 17:03

@Möckern-Peter: Die Prototypen T5A5 und KT4 enstanden 1972. Die ersten 105N meines Wissens nach 1973.

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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Möckern-Peter » 29.09.2011 05:57

Standi schaut immer gleich nach... :lol:
Ich nehme mir meist nicht die Zeit zur Recherche und liege dann doch im Rahmen.
Auch hier werde ich mich wegen dem einen Jahr Unterschied nicht köpfen :mrgreen: und ihr bitte auch nicht... :mrgreen:
Tja, wer war wohl wieder zuerst da und wer hat's "abgemalt" (zumindest das grobe optische Konzept*) ...
*Wobei die Maße der 105 anders sind: es sind 2,40m-Wagen und auch nur 13,50 lang.

Gut, über das Warschau der 80er (3er ja oder nein) werden wir kaum aussagefähig sein. Dichter(er) Takt ist anzunehmen, aber bei genug Rollmaterial und zuwenig Personal eben auch 3er. Warum sollte W. nicht mitgemacht haben, was im Land als technische Möglichkeit genutzt wurde...

Nun ja, der Pole ist, was die Disziplinierung seiner Landsleute betrifft, halt recht restriktiv. Ich will keine Vorurteile bedienen, aber vieles auf der Welt geschah oft "aus gegebenem Anlass"... Stichwort Haltestellengatter, Stichwort Übersteigseile, Stichwort (theoretisches) Verbot der Alkoholeinnahme in Stettiner Wagen . . . (Wobei Baulichkeiten gewisses Verhalten erzwingen [können], angeschriebene Verhaltensvorschriften nur den jucken, der sich eh dran halten will...) Die Fortführung von Streckenzäunen über hunderte Meter ist vielleicht risikomindernd für eine Schnell-Strb. gedacht (gewesen), auch wenn das die Gleise oft verunmöglichen. Breslau z.B. ist durchaus schneller als Stettin "unterwegs"...
>>> Hat Berlin nicht auch solche Einzäunungen? Ich dächte, auf der Dimitroff- und Bersarinstr. waren Gleiskörper auch z.T. isoliert. Auch wenn ich hier freilich über die TE/B4-Zeit auf der 4 schreibe... (Großraumbw. an RAW-"Raddampfern" war ja längere Zeit gelebte Praxis auf der 4; auch auf der 15 und 82 kam das wohl vor.)
Jo, Unterführungen zu Haltestellen gibt es öfters mal. Z.B. in Danzig südlich des Zentrums an den Waly (auf der Stogi-Strecke [alias Heubude], wo man also nach Passieren aller Oderarme und eines Waldes am ostseitigen Strand landet.) Da kann man durchaus auch Nützliches wie Rasiercrème usw. im Tunnel kaufen. Zumindest kommt man nie in Konflikt mit "eiligen Kfz."... Prag hat das z.T. auch, in Ládví z.B., wo man trotz SEV für ca. 1 Jahr nicht die Geländer geöffnet hatte: auf-der-Fahrbahn-laatschen is nich - auch zum Bus ging's brav untenrum.
In Zentren sind die Anlagen frellich etwas "wertvoller" (Prag, Václ.nám., oder Budapest, Ring/Rakoczi), aber auch bisweilen verwirrender (Prag, Museum, oder Zagreb GK). Grundsätzlich werden Konflikte minimiert. Ich habe gegen die Anlagen nix, nur hier in Leipzig haben sich halt im Rathaus Kräfte breitgemacht, die Fußgänger unbedingt auf Fahrbahnen sehen wollen... :mrgreen: :roll: :evil: Stichwort Fußgängerbrücke am Goerdelerring: Erst fand man eine Brücke wie im Stettiner Hbf. schlecht in's Stadtbild passend - als sie wegsollte, war das gleiche Theater. Der Leipziger der Gegenwart wird eh immer suspekter, mit ihm kannst keinen Staat mehr machen. Fährt ein Zug auf Eisenbahngleisen (na wofür sind die wohl da... :roll: ), braucht er Bretterwände, fliegt ein Flugzeug am Himmel, sehnt er sich nach Käseglocken...
Prag hat ja auch z.B. fast überall Haltestelleninseln. Wobei dort der Wortsinn genügt: ein Podest zum warten - nicht wie Bundesdeutschlands mit Möbeln vollgefrachtete Anlagen zum herumspazieren, die die Insel in die Breite treiben und die bei "zu geringer Breite" zu Kaps führen... Der Prager sagt sich da: Ist die Straße noch so schmal, eine Insel passt noch allemal.
Für Leipziger: so wie "damals" am Südplatz oder K.-Eisner-Str. - ohne Kfz. oder Strb. daneben kamen 2 Bürger auch mal risikofrei aneinander vorbei, aber heute gibt es da siiicher eine DIN 000/000/0815, die bei Hst.-inseln von Korpulenzmaßen der döner-/McDoof-Menschen ausgeht :mrgreen: , weil sich sonst bestimmt ein klagender Anwalt fände: "Aaalso mein Mandant kann die Hst.-insel nicht nutzen, weil ihm infolge Nichtberücksichtigung seiner Körperabmaße eine in der Breite nur ungenügende Verkehrsfläche zur Fußmobilität zugemutet würde. Dies ist sittenwidrig und widerspricht dem Gleichstellungsgebot..." Die Gleichstellung, sich wie verkehrsgerechte Menschen zu benehmen, wird indes nicht angestrebt... (Schon bei Mensch gibt es da bisw. Zweifel, johl.) Ich habe nix gegen Rotlauf (eine Hufkrankheit des Wildes, glaub' ich), auch nicht an Ampeln: habe ich bisweilen auch... Aber das kann man dann, wenn keine Fahrberechtigten da sind. Das Unrechtsbewusstsein ist hier so minimal über 0, dass man beim Rotlauf dem Straßenbahnfahrer durchaus auch mal den Vogel zeigt, wenn der klingelt! Z.B. am Schönauer Ring hätte ich schon gern mal eine Secu, die Schellen verteilt = körperliche Belehrungen ausspricht - ein Klatsch auf den Hinterkopf soll doch das Denkvermögen erhöhen, sagt man... Es darf gelacht werden, aber die Leipziger Diskussion ist derzeit die - man hat ja sonst keine Themen, lol - ob Radwege für Radfahrer da sind, oder diese Tierchen nicht auf Fußwegen und Fahrbahnen besser aufgehoben wären. Also ob es eine Benutzungspflicht gäbe... Aber wehe sie fehlen: dann ist Kampfgejammer, dass für Radfahrer nix getan wird. Dabei tun wir doch was!: Wir sind durchaus mal mit der 8 dort zur Stelle, wo der Radfahrer drunter möchte :mrgreen:
Ich schließe mal den etwas abgeschwiffenen Inhalt mit: Leider sind noch nicht alle Leipziger Radfahrer im U-Bahn-Tunnel und dessen Einfahrten noch nicht zugemauert... :mrgreen:
Ich glaube, der Sarkasmus ist grad wieder gar nicht fern von mir...

Äh (nein, bin nicht Stoibi!), noch ein Satz zu Warschau: Werde mal sehen, was meine Ansichtskarten so hergeben; die sind ja etliche Jährchen her. Vielleicht sehen wir da auch Interessantitäten...
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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Möckern-Peter » 29.09.2011 06:23

So, Video geguckt!
Scheen isser. Bissel antiquiert, aber das mögen wir ja. Dass man zwar das Schaltbrett abdeckt, aber ansonsten "rankommt" - nun gut: verwunderlich...
Motoren scheinen aber keine TE022 vom Dubcek Pate gestanden zu haben.
Aber fern der Fahrbahn zieht er schön ab, auf seine alten Tage! (von - bis sind die eigtl.?)
So, und nun das Risiko stoppen!: 88 % aller Straßenbahnunfälle* gehen auf das Konto von Autofahrern** und Fußgängern, obwohl die Bahn aus 50 km/h*** 60m (Anhalte?)weg**** braucht und ein Auto nur 30. (Wobei sie hier wohl bewusst von Normal- und nicht Notbremsungen ausgehen.)
*wypadki sind Unfälle; **samochod wörtllich eigentl. "Selbstgänger"(!); ***man nimmt hier offenkundig das lateinische hora statt das polnische godz./godzina für Std. (der Tscheche nimmt hod. = hodina); ****droga = Weg
Das andere Plakat kann ich indes nicht deuten. Ob man Kavalier zu Touristen und Frauen sein soll, jeden Tag und jede Stunde? Das wäre jetzt aber "frei nach Text" in Qualität von Netz-Übersetzmaschinen, grrrh. Nein, mehr als die Überschrift, die wohl Aufmerksamkeit erzeugen will, kriege ich grad nicht zusammen.
Wenn alle Betriebe nur T6/KT4(t)/KT8 verwenden würden, wäre die Welt eintöniger. Schöner wäre sie trotzdem!

Zazní-li výstraha, opust'te dverní prostor!

Kava je balzam za srce in duso. (slowen.: Kaffee ist Balsam für Herz und Seele) Giuseppe Verdi
Gustav Mahler ergänzte: Hier ist es wunderherrlich und repariert ganz sicher Leib und Seele.

Prosimo se med voznju ne pogovarjete z voznikom!

Kein Sarkasmus liegt mir völlig fern :-)

Der frühe Vogel kann mich mal... (am Abend treffen - was sonst!)

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Re: Konstal 13N in Warschau - Ablösung in Sicht?

Beitrag von Incentro » 29.09.2011 15:33

Möckern-Peter hat geschrieben:War es Breslau oder Posen - irgendwo steckten sie ja sogar den 105ern noch die Liniennummern-"Kuchenbleche" der KSW auf's Dach! Wohlgemerkt: nicht mit aufgemalter sondern ausgestanzter Zahl - ergo schimmert da Geäst oder Himmel durch. Aber das ist wohl mittlerweile so ein Altertum wie hier die Spiegelschilder.
Das ist Posen und ist offenbar so einmalig, dass auch Modernisierungen sowie die neuen Niederflurwagen derartige Liniennummern in digitaler form erhalten:

Bild

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Solaris Tramino: http://transphoto.ru/photo/427763

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