älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Diskussionen über die LOWA-, Gotha- und Reko-Fahrzeuge
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Sithis
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Re: älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von Sithis » 02.11.2008 20:32

Wohl kaum. Die ET54 sind eine Entwicklung der LOWA-Werke. Der ET55 wurde schon in Gotha entwickelt.
Die T2D aus Prag sind ja auch keine Tatras...
Zynismus ist der geglückte Versuch, die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist. - Jean Genet

Manitou
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Kathegorien bilden

Beitrag von Manitou » 03.11.2008 00:28

Sinnvolle Kathegorien:

Je ältester und neuster

ET 50 / EB 50

ET54 / EB 54

ET 55 hatte nur Gotha

ET 56 / EB 56 (der Musterzug in Gotha wurde z.T. auch unter dieser bezeichnung geführt)

ET 57 / EB 57 (jeweils ER/ZR)

T2/62 / B2/62

G4/59 und folgende

Dabei wäre es auch von Interesse, aufzulisten, wer nur Tw / Bw hat bzw. wer noch einen kompletten Zug.
Will Chemnitz jetzt je einen doppelt behängten ZR/ER-Gothazug bilden, nach dem der Woltersdorfer Beiwagen gekauft wurde? Fehlen dafür noch Wagen bzw. wo her kauft man die fehlenden? Bleibt der Lowa-Wagen im Bestand oder geht der z.B. nach Dresden bzw. einer anderen Stadt, die Lowas früher im Planeinsatz hatte, wenn nicht hat man schon einen Beiwagen im Auge? Die vordere Scharfenberg-Kupplung ist sowieso unhistorisch, die hatten nur die Rekowagen (alle in Berlin, andere Städte nur z.T.).

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Möckern-Peter
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Re: älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von Möckern-Peter » 15.10.2010 05:12

Nein, die ET 54 sind LOWA-Wagen a u s Gotha: ET 50, in Gotha konstruktiv überarbeitet. Mal salopp ausgedrückt, ein Hund, der im Miezenkorb zur Welt kam... (deswegen bleibt er nämlich ein Hund), während der ET 55 eine Gothaer Entwicklung ist. Ein Vorgriff auf den ET 57; hätte er überzeugt, wären die 55er gebaut worden > so kam es zur erneuten Projektvervollkommnung und es entstand - wie bekannt - 56 der 57er, lach. War aber mit Dez.1956 fast 1957 ^^ !
Von den 50ern hat es nie einen Proto gegeben! (Man konnte also Schwachstellen erst in der Serie feststellen!) Der Leipziger 1601 ist von 1951. Allerdings hat er auf der Messe gestanden, von daher wird er wohl einer der sehr zeitigen sein, denn die Messe war im März. Die erste Serie umfasste 9 Tw. und 34 Bw. (überzählige an Altbautw.), wozu auch HBw. 803 gehört. Das sind die mit Omnibussitzen à la H 6 in Fahrtrichtung. Die späteren hatte bezogene Holzbretter in Abteilform. Alle Bw. und 13 von 15 Tw. waren ER - Sonderabsprache mit Leipzig. Die 2 letzten 1956 hatten linke (stets verschlossene) Türen, aber nur einen Fahrerstand - die Kästen waren für eine andere Empfängerstadt gedacht.
Der Berliner 1707 ist von 1950; da gab es noch keine Tw.! Es war quasi ähnlich wie beim Großraumer: die Bw. kamen im Vorlauf, da sie die Tw.-spezifische Ausrüstung nicht benötigten.
Wenn alle Betriebe nur T6/KT4(t)/KT8 verwenden würden, wäre die Welt eintöniger. Schöner wäre sie trotzdem!

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Re: älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von Standi » 17.10.2010 12:46

Ergänzung: Die 1614+1615 (später 1314+1315) waren für Naumburg bestimmt.

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Möckern-Peter
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Re: älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von Möckern-Peter » 17.10.2010 19:11

In Naumburg hättense dann aber andere Achsen gebraucht :lol: :lol: :lol: , aber wäre kein Thema gewesen. Achsbuchsenaussparungen bei Schmalspurwagen hat es umgekehrt ja auch gegeben :D
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Re: älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von Standi » 18.10.2010 19:46

Naja Peter, du sprachst ja auch vom Wagenkasten. Die Info habe ich aus der LVB-Chronik von 1996. Naumburg erhielt ja ohnehin 2 ET50, die 1957 weitergegeben wurden, wohin fällt mir jetzt nicht ein. Dafür und für die älteren Triebwagen übernahm man ja 8x Typ 27 aus Leipzig, wobei diese erst noch in Gotha neue Wagenkästen erhielten. Ach, jetzt fällt es mir ein, die Naumburger LOWAs NR. 1+2 von 1951 übernahm Cottbus als 45+46, angeblich wegen zu großem Achsabstandes. Als es dann Naumburg ab 1980 erneut mit LOWAs und außerdem T57, T2-62 und T2D versuchte, gab es keine Probleme mit dem Achsabstand.

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Re: älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von koneggS » 21.10.2010 13:43

Als es dann Naumburg ab 1980 erneut mit LOWAs und außerdem T57, T2-62 und T2D versuchte, gab es keine Probleme mit dem Achsabstand.
Die Streckenführung war dann auch etwas anders.
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Re: älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von Möckern-Peter » 23.10.2010 02:27

Ich denke mal, bis zum 2. Naumburger LOWA-"Anlauf" könnten in den knapp 25 Jahren die Kurvenradien erweitert worden sein :lol: . Auch haben die Gothas ja noch einen 20 cm längeren Achsstand, was diesen Gedankengang hypothetisch untermauert.
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Re: älteste und neueste fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von bim » 24.11.2010 19:27

Möckern-Peter hat geschrieben:Ich denke mal, bis zum 2. Naumburger LOWA-"Anlauf" könnten in den knapp 25 Jahren die Kurvenradien erweitert worden sein :lol: . Auch haben die Gothas ja noch einen 20 cm längeren Achsstand, was diesen Gedankengang hypothetisch untermauert.
Nein Peter, die Radien wurden kaum verändert. Inzwischen waren aber Rillenschienen ohne Probleme zu beschaffen.
In den 1950er Jahren standen diese auf der Embargo-Liste des "westdeutschen Großkapitals" ziemlich weit oben, nur auf geraden Strecken konnte man sich mit Vignolschienen behelfen. Bis die junge DDR eine eigene Stahlindustrie (Eisenhüttenstadt) aufbauen konnte, dauerte es ein paar Jahre.
Da beschaffte man lieber Aufbauwagen mit dem kurzem Achsstand der umgespurten ex-Leipziger Fahrgestelle, deren Wagenkästen ebenfalls Waggonbau Gotha baute (und die echten Gothawagen nicht viel nachstanden). Und die Cottbuser Straßenbahn konnte 1957 die beiden LOWA-Wagen sehr gut brauchen, denn damals waren dort zwei Züge aus ET54/EB50 die einzigen Nachkriegswagen (gemeint ist der erste Weltkrieg, jüngstes Baujahr 1914!).
So long

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Re: älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von Möckern-Peter » 25.11.2010 02:49

Na wie Gothas sahen die Dinger nicht aus; eher wie kurze Aufbauwagen.
Angesichts der verschrotteten Kästen von 1909/13 ( :lol: Vorkriegswagen!) sind es ja quasi sogar Aufbauwagen, wenn auch nicht Kriegsschäden wegen.

Das mit den Schienen akezptiere ich insoweit, wie es das Handelsobjekt Schiene betrifft, ohne Abstriche - zumal ist es allg. bekannt. Nur, wenn es gar nicht um Kurven geht: was unterscheidet einen LOWA von anderen? Ob nun ein 3,00m-Achsstand oder ein kürzerer über gerade Gleise rumpelt... (Entweder der Radius "geht" für LOWA oder aber nicht.)

Kuriosität am Rande: Leipzig betrieb 1971 ein provisorisches Gleisdreieck Wiederitzscher Str. Wegen des überaus engen Radius der provisorischen stadtw. Ausfahrkurve waren nur Pullman-Wagen mit 2,80 m Achsstand zugelassen und man nahm die 3-Fenster-LOWA zeitweise von der 11/28.
Und dann erschien ein E-Wagen! 1323-797-790 (Gotha-3er) . . .
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Re: älteste und neueste fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von bim » 25.11.2010 10:52

Möckern-Peter hat geschrieben:Nur, wenn es gar nicht um Kurven geht: was unterscheidet einen LOWA von anderen? Ob nun ein 3,00m-Achsstand oder ein kürzerer über gerade Gleise rumpelt... (Entweder der Radius "geht" für LOWA oder aber nicht.)
Ob die Radien für LOWA/Gotha gehen oder nicht, ist nicht die Frage. Für beide Typen sind 16-m-Radien sicher auch im Zugverband (also mit Beiwagen) befahrbar, solo geht es bestimmt noch etwas enger, wenn die Rillenweite entsprechend vergößert ist, so wie in den Gleisbauhandbüchern festgelegt. Bei Meterspur ist es ohnehin günstiger als bei Normalspur.
Je länger nun der Achsabstand im starren Fahrgestell ist, um so größerer Verschleiß entsteht bei Kurvenfahrt. Daher setzten die Naumburger ihre beiden LOWA-Wagen nur ein, wenn es nicht anders ging, damit die Kurvenschienen möglichst lange durchhielten. Und die Ringbahn hatte viele Kurven! Selbst mit Auftragschweißung kann man Bogengleise nicht beliebig lange nutzen, irgendwann ist Schluss. Daher nahm man viel lieber praktisch neue Aufbauwagen und gab die Einheitswagen ab.
Nach Nutzungsende der Aufbauwagen und der Lindnerwagen aus Halle gab es zu LOWA-Wagen keine Alternative mehr, später waren nur noch Gothawagen mit 3,20m Achsstand gebraucht zu haben. Drehgestellwagen wären hier optimal gewesen, aber unmöglich zu beschaffen. Immerhin bekam man neue Schienen dann ohne Probleme.
So long

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Re: älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von Manitou » 25.11.2010 23:58

Und nicht zu vergessen, auch die Spurkränze verschleißen um so schneller. Insofern waren die Aufbauwagen rationeller.

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Re: älteste und neusete fahrbare Wagen in Deutschland?

Beitrag von Möckern-Peter » 26.11.2010 00:42

Sooo wird aber immerhin ein Schuh daraus - schwere Geburt.
Wagen passen also grundsätzlich zu den Gleisen (bzw. umgekehrt)!

Interessant und für eine Entscheidungsfindung relevant war also einzig die (un)vermeidbare Abnutzung in diesem/jenen Falle und eben keine technische Komponente.
Damit ist klärchen: Ein LOWA bleibt ein LOWA und Gleise ohne Trassenveränderungen auch dieselben. Damit wäre es über all die Jahre möglich gewesen/geblieben und gegen die Wagen sprach keine Uneinsetzbarkeit oder Entgleisungsfreude (weil es in Kurven etwa übernatürlich drängelte).
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