Tatra T4D in TT

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das Fauli
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Re: Tatra T4D in TT

Beitrag von das Fauli »

Möckern-Peter hat geschrieben: 16.06.2021 13:35 Insofern halte ich T3/180 mehr für eine "vorübergehende" Bezeichnung, die CKD dann sachlich richtig später K2 benannte, nämlich kloubova (tramvaj): gelenkige (Straßenbahn).
Genau richtig, so steht es ja auch im Begleittext: "... anfangs als T3/180 bezeichneten ...".
Möckern-Peter hat geschrieben: 16.06.2021 13:35 "T3/180" findet sich noch in der Betriebsgeschichte der LVB von 1965, und ist damit eben älter als der T4D, ...
Auf alle Fälle. Der K2-Prototyp entstand laut Begleittext 1965, die Serie lief ab 1966.
Möckern-Peter hat geschrieben: 16.06.2021 13:35 ..., während o.g. Betriebsgeschichte ja bereits ein CKD-Foto bringt, das - Buchherstellungszeiten berücksichtigend - eher von 1964 stammen dürfte.
Ich glaube, daß das Foto erst von 1965 sein kann, da ja in dem Jahr erst der Prototyp gebaut wurde. ;)
Eventuell haben sie im Buch den Platz fürs Foto schon freigehalten, so daß es erst kurz vor dem Druck eingefügt worden ist.
Möckern-Peter hat geschrieben: 16.06.2021 13:35 Die GFK-"Kanzeln" der T3(D) und T4(D) - gibt ja auch R, SU, YU - sind im übrigen maßgleich! Die Wagenkastenbreite des "3 oder 4" wird, von der Kanzel ausgehend, durch unterschiedlich starke Schrägsetzungen der Vorder- und Hintertüren sowie der linken "Gegenwände" erreicht.
Das ist (für mich) sehr interessant. Damit dürften die also auch die gleiche Neigung der Frontscheibe haben. Weißt Du, welcher Winkel beim T4D verbaut wurde? Aus dem Bild des T4D-Gelenkwagens hatte ich 24° rausgemessen. Aber auf der T4D-Zeichnung vom Ingolf sind ja mit der Hand 30° eingetragen. Das Bild mit den 24° entspricht aber mehr meiner Erinnerung.

Gruß

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Möckern-Peter
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Re: Tatra T4D in TT

Beitrag von Möckern-Peter »

Kann ich leider nicht. Da die Kanzel nun mal nichts Gerades ist sondern eher elliptisch, wüsste ich garnicht, wie man soetwas technisch vermisst.

Aber T3 und T4 frontal angeschaut, sieht man, dass die 4er an der Türsäule zw. Kanzel und Tür fast schon "gerade" sind, man die Tür nur wenig sieht, und der Knick in der Wagenwand nur minimal ist, mit dem man 2,20 ereicht. Beim 3er sind Türen "deutlicher", der Knick auch; es ist also eine viel stärkere Schräge, damit man auf 2,50 kommt. Und damit konnte man halt gleiche Kanzeln an die Türsäule schrauben, egal wie breit der Wagen dann dahinter wird. Somit dürften auch die Scheiben der Kanzel gleich sein - nur dass die rechte und linke nicht gespiegelt sind.
Wenn alle Betriebe nur T6/KT4(t)/KT8 verwenden würden, wäre die Welt eintöniger. Schöner wäre sie trotzdem!

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das Fauli
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Re: Tatra T4D in TT

Beitrag von das Fauli »

Als ich so gegen 14:45 Uhr durch Zschertnitz fuhr, bog vor mir an der Räcknitzhöhe der 3-er-Zug T4D in die Paradiesstraße (wenn ich das auf die Schnelle richtig erkannt habe, dann war der als E3 nummeriert). Das der auf der Strecke der 11 fährt, wußte ich gar nicht. Ich dachte immer, der fährt nur auf der Münchener Straße für die Studenten.
Jedenfalls habe ich gleich mal die Chance genutzt und mir die Neigung der Frontscheibe angeschaut. Die 30° könnten doch hinkommen. Wahrscheinlich hat die schöne rot-beige Lackierung das früher ganz gut kaschiert, daß mir das nie so bewußt aufgefallen ist.
Da kann ich meine gestern auf 24° geänderte Front wohl wieder zurück ändern. :(

Gruß

Fauli

das Fauli
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Re: Tatra T4D in TT

Beitrag von das Fauli »

Ich war ja immer ein bißchen verwirrt, weil auf manchem Foto die Neigung wie 24° aussieht, auf anderen wiederum wie 30°. Und da der Peter ja geschrieben hat, daß die T3 und T4 alle die gleiche Frontscheibe haben (wobei ich im Artikel "PCC-Wagen" auf Wikipedia ein Foto gesehen habe [eventuell von einem frühen T3?], auf dem der T3 noch eine Mittelstrebe statt der beiden seitlichen Streben hat P: ;) ), konnte das ja nicht sein. Dieses Rätsel habe ich (für mich) gestern gelöst, nachdem ich beim Aufräumen zufällig das Buch "Bilder von der Dresdner Straßenbahn - 125 Jahre Stadtgeschichte auf seltenen Fotographien" von Gerhard Grundmann in die Finger bekam und durchgeblättert habe. Da sieht man auf den Seiten 73, 75 und 111 jeweils zwei T4D miteinander gekuppelt auf einem geraden Gleisabschnitt. Und jeweils beim ersten Triebwagen scheint die Frontscheibe eine stärkere Neigung (ca. 30°) zu haben als der zweite Triebwagen (die sieht aus wie 24°). Das liegt also am unterschiedlichen Winkel der Frontscheiben zum Fotografen.
Leider habe ich bisher kein Bild gefunden, auf dem ein T4D mal richtig von der Seite aufgenommen wurde. Alle Bilder sind immer nur von schräg vorn. Es wird also mal Zeit, das hiesige Straßenbahnmuseum zu besuchen.

Gruß

Fauli

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Möckern-Peter
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Re: Tatra T4D in TT

Beitrag von Möckern-Peter »

Einige Dinge sind länderspezifisch, wie dass SU-Wagen anfangs nur Türen 1 und 3 hatten, andere Dinge alters-(baujahr-)spezifisch, dass man etwas änderte.

Zu ersterem gehört bsp.weise, dass Länder, die eine Schleppöse wollten, eine unterbrochene Rammbohle haben (mit eben dieser Schleppöse), andere durchgehende Rammbohlen. Zagreb z.B. hat vorn überhaupt keine Kupplungen; abgeschleppt wird dann, indem die in der Schleppöse befestigte Stange von einem Traktor, Unimog o.ä. gezogen wird. Also Straßenfahrzeug zieht Straßenbahn, Straßenbahn nicht Straßenbahn!

Zum zweiteren gehören viele wenig sichtbare elektrische Kleinigkeiten wie Kontaktbelegungen der E-Teile, Anschlussstellen für Ladekabel bei B4D, anfangs Traktionskabel zwischen 2 T4D, aber auch deutlichere Dinge. Die B4D hatten anfangs genauso Motorgenerator-Lüfterritzen wie die T4D; als die MG in der DDR ausgebaut wurden (und der voraus-Tw. das Laden der Bw.-Batterie übernehmen musste) wurden die Ritzen allmählich zugeblecht. Und da es gelang CKD von generatorlosen B4D zu überzeugen, kamen neuere B4D dann gleich glattwandig.
Auch wurde Mitte der 70er die Elektrik schaltplanmäßig deutlich umgestellt; allerdings wurde dem Verlangen der Betriebe stattgegeben, dass Wagen beider Elektrik-Komponenten unbedingt kuppelbar sein müssen.
Frühe T3 hatten Polstersitze; frühe T3 hatten auch kleinere Schiebefenster, wo der aufschiebbare Teil deutlich unter 50% lag, evtl. bei 30(?)%. Zu sehen in Prag am HTw. 6102.
Anfangs gab es Alu-Rammbohlen mit farbigem Gummistreifen, später war es simples schwarz lackiertes Stahlblech.
Anfangs gab es diese Alu-Streifen um eine 3 Seiten umlaufende Schutzleiste um die MG-Lüfterritzen; später waren diese "pur".
Anfangs gab es diesen Alu-Streifen über der Frontscheibe, noch bis über die Eckfenster reichend - wurde auch weggelassen.
Anfangs gab es eben diese Mittelstrebe, um die Frontscheibe mittig zu teilen; später wurde diese als ganze verbaut; damit entstanden dann eben die Eckscheiben, die es zuvor nicht gab.
1974, Prag Václavské námestí.jpg
Das Foto ist von 1974und zeigt Mich und den Wagen 6310 aus den 60ern (1974 waren 6900er in Betrieb genommen worden).
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