Stadtbahn - Zeitverlust durch zusätzlichen Umstieg

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SBF
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Stadtbahn - Zeitverlust durch zusätzlichen Umstieg

Beitrag von SBF »

Bei der Planung einer Stadtbahn ist vorgesehen, viele der aus dem Umland kommenden Buslinien nicht mehr in die Innenstadt fahren zu lassen, sondern die Fahrgäste in die Stadtbahn umsteigen zu lassen.

Das bedeutet auf einer bestimmten Strecke, dass die bisherige 10 minütige Restfahrt mit dem Bus von der Stadtgrenze in die Innenstadt durch eine länger dauernde Fahrt mit der Stadtbahn ersetzt wird.

Wie viel Zeit geht alleine durch einen Umstieg ungefähr verloren? So z. B. bei einem 5 und einem 10 minütigen Stadtbahn-Takt? Man hat ja auch eine durchschnittliche Verzögerung, weil Bus und Stadtbahn nicht auf die Minute genau abstimmbar sind.

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M73
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Re: Stadtbahn - Zeitverlust durch zusätzlichen Umstieg

Beitrag von M73 »

Das kann man so Pauschal nicht festlegen - liegen die Haltestellen auf einer Eigenständigen Insel oder muß man eine Kreuzung überqueren und und und...

Dann die Frage, was zählt man alles dazu - z.B. Knappe Umsteigezeit, Verspätung, Tackt ect.

In München gibt's einige Beispiele, bei denen man von einer Haltestelle A zu einem Zielpunkt B mit der Tram laut Musterfahrplan an Station C unbedingt in das Schnellbahnnetzt umsteigen soll. Wenn man die Wegung von der Oberfläche in den Untergrund nimmt - die davor nötige Überquerung einer nicht gerade schwach befahrenen Ersatzeinfallstraße - gehen etwa 5-7 Minuten reine Umsteigezeit verloren - rechnet man dann noch mit hinein, daß die U-Bahn einem vor der Nase wegfährt, sind wir schon bei 17 Minuten... - also gar nicht so einfach bestimmbar...
In einem bestimmten Beispiel "weigern" sich zunehmend die Fahrgäste, den laut Musterfahrplan vorgesehenen Umstieg und sind mit einer umsteigefreien Tramfahrt im Idealfall bereits zeitgleich an Station B (Bei entsprechend ungünstigen Konstellationen durchaus öfters bis zu 12 Minuten schneller) - daß führt zu "kuschlig" gefüllte Trambahnen und die Verkehrsplaner verstehen die Welt nicht mehr... :mrgreen:

Soviel ich mal gehört habe, wir in die rechnerische Umsteigezeit folgendes mit eingerechnet: Weg in Metern, Anzahl der zu überquerenden Verkehrsflächen, Anzahl der zu überlaufenden Randsteine, Stufenzahl bei Treppen, Wegbreite, LSA's und deren Umlaufzeiten - um mal die wichtigsten mir bekannten Variablen zu erwähnen - also gar nicht so einfach zu bestimmen...

Bei dem vom SBF beschriebenen Beispiel müsste man auch mit berücksichtigen, wie viele Fahrgäste auf dem entsprechenden Abschnitt einen Nachteil haben und ob es vielleicht mit möglichen Zuschüssen zu tun haben könnte...
Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch .
(Karl Valentin, Münchner Volksschauspieler und Humorist)

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