SH2 als Ersatz für ein Ausfahrtssignal?

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M73
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SH2 als Ersatz für ein Ausfahrtssignal?

Beitrag von M73 »

Hier mal eine Frage an alle "Vollbahner":

In der Münchner U-Bahn gibt es einzelne Uralt-Bahnhöfe, wo in gegen der Regelfahrtrichtung am Bahnsteigende kein Lichtsignal, sondern eine Sh2-Tafel angebracht ist. (z.B. Odeonsplatz U3/U6 Richtungsgleis Ri. Norden, in gegen der Fahrtrichtung)
Im Bedarfsfall (an dieser Stelle nahezu ausgeschlossen) müsste also der Fahrer sich per Funk einen expliziten Fahrbefehl vom Stellwerk holen.

Gibt es vergleichbares im Eisenbahnwesen, wo ein (Ausfahr-)Signal bei nahezu ausgeschlossener Notwendigkeit durch SH2 ersetzt wird?

Auf schwach frequentierte Nebenbahnen kenne ich Signalersatz mittels Ne1, wobei diese Funktion einer genauen Definition in der ÖRIL benötigen würde. (für welchen Zug gilt die Tafel und wer erteilt die Fahrerlaubnis(Gegenzug Fahrdienstleiter...), sonstiges Verhalten notwendig....)

Hat Jemand dazu Beobachtungen?
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Manitou
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Re: SH2 als Ersatz für ein Ausfahrtssignal?

Beitrag von Manitou »

Ein Ausfahrsignal ist bei einer beginnenden Zugfahrt nach der FV (DV 408) nicht zwingend erforderlich. Bei Ausfahrten aus Nebengleisen bzw. entgegen der üblichen Fahrtrichtung eines Hauptgleises kann dieses mit schriftlichen Befehl (Aa ins Regelgleis, Ba ins Gegengleis) erfolgen. Als Ende des Einfahrweges (und somit ggf. Standort eines Zuges zur Weiterfahrt) kann auch die H-Tafel (So 8) bzw. ein Gleissperr-Signal dienen.
Eine Sh 2-Scheibe kann eher bei Bauzuständen bzw. zur Kennzeichnung eines verkürzten Einfahrweges (Deckung von Fahrzeuge in einem teilweise besetzten Einfahrgleis, wenn dafür kein Zwischensignal vorhanden ist) genutzt werden.

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M73
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Re: SH2 als Ersatz für ein Ausfahrtssignal?

Beitrag von M73 »

Ich kenne das Sh2 auch vor allem als Schutzhalt vor besonders kritischen Stellen, wie Baustellen, direkt befahrbaren Prellern oder auch geschlossenen Hallen- und Hoftoren, sowie bewegliche Eisenbahnbrücken ect. Irgendwo habe ich auch mal ein Bild eines Kippbaren Sh2 auf einer Drehscheibe gesehen... wobei bei Drehscheiben die große Masse, wenn überhaupt, ein Sh0/Sh1 eingesetzt wird...

Jedoch stellt sich die Frage, ob sich ein ganzes (Haupt-)Signal, samt Einbindung in die Flanken-, Rangier- und Frontalsicherung für nahezu ausgeschlossen Fahrtwege bei entsprechendem Streckenabschlussbedarf rentiert - wenn es eh nur Hp0 oder Hp00 zeigt... Offenbar waren die frühen Planer der Münchner U-Bahn an einigen Stellen im Netzt der Ansicht, daß sich das H0 (das BOSTRAB-Äquivalent zu Hp0 bei der Eisenbahn) an einzelnen Punkten nicht rechne und die billige Sh2-Tafel vorgesehen...

Dann scheint das eine Münchner Eigenheit zu sein... Ich kenne es eh nur bei einzelnen Bahnsteigen der ersten Stunde - alle Bahnsteige, Baujahr Ende 1970gern, haben meiner Kenntnis nach eh Vollwertige Lichtsignale...
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Manitou
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Re: SH2 als Ersatz für ein Ausfahrtssignal?

Beitrag von Manitou »

Ein Hauptsignal mit ständiger Haltstellung muß nicht in Fahrwege/Fahrstraßen eines Stellwerkes eingebunden werden, da es (mit Ausnahme der Rotlichtüberwachung/Lampenausfall) keine aktive Funktion hat. Allenfalls hat man die Kombination Haupsignal mit Haltbegriff und Rangiersignal (Hp0 + Ra12) und damit Einbindung in Rangierfahrstraßen.

Manitou
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Re: SH2 als Ersatz für ein Ausfahrtssignal?

Beitrag von Manitou »

Bei der Berliner U-Bahn wird auf Bahnhöfen ohne Ausfahrsignal für fahrten auf dem Gegengleis der Einfahrweg (Bahnsteigwende über Links-Gleiswechsel) bzw. Rangierfahrweg von der Kehranlage zum Bahnsteig mit einer H-Tafel (ggf. dem Zusatz "Halt für Kehrfahrten") beendet. Ein Sh2 ist nicht vorhanden. Teilweise ist auch nur ein Signalschild (Signal-Nr. + rotes Mastschild) ohne Signal-Lampe vorhanden.

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