Variobahn München

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M73
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Re: Variobahn München

Beitrag von M73 »

In München gibt's immer Probleme. Wo auch immer die Kisten auftauchen, beschweren sich reihenweise die Anrainer. Auch solche, die seit Jahrzehnten neben der Tramstrecke wohnen:

https://www.tz.de/muenchen/stadt/muench ... 32362.html

Und die Gerüchte verdichten sich zunehmend, daß die Gleisschäden auf Strecken mit regelmäßigen Variobahn-Betrieb exponentiell höher seien. Besonders in Kurven soll die Variobahn ein echter Gleisfresser sein...

Ist schon auffällig, daß Strecken, die erst vor einigen Jahren überarbeitet wurden, die letzten 4 Jahre schon wieder dran waren (fast alle mit regem Vario-Anteil) - in den späten 90gern waren oft Gleise im Betrieb, die schon 30 Jahre und mehr unterm Rad lagen. Die letzten Altbaugleise aus den spähten 60igern wurden wohl vereinzelt bis Ende der 90ger genutzt.

Man hat zumindest den Eindruck, daß alle 5-10 Jahre der Bautrupp ran muß - und das geht in München mangels geeigneter Umleitungsstrecken nur im Monatelangem SEV und hoch komplizierten Ersatzrouten, wo sich mittler Weile nicht mal die MVG noch auskennt... Und bauen unterm rollenden Rad, wie noch in den 1980gern üblich, geht heute offenbar überhaupt nicht mehr...
Humor ist nie herablassend, sondern entlarvend # Kæmi Óðinn í dag til Miðgarðs, tæki hann út hitt augað líka, til þess at eigi þurfa at sjá vesaldóminn.

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Sithis
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Re: Variobahn München

Beitrag von Sithis »

Ich glaube, das Problem besteht aber irgendwie in allen Städten. Wo wird nicht recht oft gebaut? Und wo liegen noch 30 Jahre alte Gleise? Außer vielleicht in Brandenburg an der Havel, ich glaube, da liegen teilweise noch Gleise, als das Staatsoberhaupt noch ´nen Bart hatte :mrgreen: (wahrscheinlich eher Ziege als Oberlippe, aber trotzdem).

Wer Niederflur will, muß das eben in Kauf nehmen. Man kann nicht erwarten, daß die Rückkehr zum Prinzip des Zweiachsers mit erhöhtem Gewicht dazu führt, daß die Gleise geschont werden. Ob die Variobahn anderswo auch so ein "Gleistöter" ist, weiß ich nicht.
Mein Eindruck im RNV-Gebiet, aus Chemnitz und Potsdam war an sich positiv. Recht laufruhig, kein Gerumpel. Das umfaßt natürlich auch zwei Betriebe, wo noch die originale Variobahn unterwegs ist, bevor Stadler das Patent bekam.
Was teilweise im Einzelnen schiefgelaufen ist, läßt sich schwer sagen. Die Grundkonstruktion geht ja auch schon auf das Jahr 1993 zurück...
Zynismus ist der geglückte Versuch, die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist. - Jean Genet

das Fauli
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Re: Variobahn München

Beitrag von das Fauli »

Sithis hat geschrieben: 05.10.2021 21:09 Ich glaube, das Problem besteht aber irgendwie in allen Städten. Wo wird nicht recht oft gebaut? Und wo liegen noch 30 Jahre alte Gleise? Außer vielleicht in Brandenburg an der Havel, ich glaube, da liegen teilweise noch Gleise, als das Staatsoberhaupt noch ´nen Bart hatte :mrgreen: (wahrscheinlich eher Ziege als Oberlippe, aber trotzdem).
In Dresden liegen noch an manchen stellen Gleise mit den DDR-Betonplatten. Darum denke ich, daß diese Gleise bestimmt 30 Jahre alt sind, denn wenn man dort die Schienen erneuert hätte, hätte man bestimmt auch die Betonplatten entsorgt.

Gruß

Fauli

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M73
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Re: Variobahn München

Beitrag von M73 »

so Jungs, den S -Wagen geht's jetzt an den Kragen. aufgrund der hohen Werkstatt Tagen und des enormen Schienenverschleiß, verschwinden sie gleich aus dem Netz. Sie werden tiefgeladen und im Schwabenland ausgelagert. Wer noch Fotos will sollte sich beeilen.
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Manitou
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Re: Variobahn München

Beitrag von Manitou »

Auch in Berlin gibt es noch Abschnitte mit (inzwischen bis zu 40 Jahre alten) Großverbundplatten, wobei die wichtigste dieser Strecken im Berbst außer Betrieb genommen werden muß. Deshalb wird vsl. ab oktober die Line 21 unterbrochen.

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Sithis
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Re: Variobahn München

Beitrag von Sithis »

M73 hat geschrieben: 16.06.2025 19:15 so Jungs, den S -Wagen geht's jetzt an den Kragen. aufgrund der hohen Werkstatt Tagen und des enormen Schienenverschleiß, verschwinden sie gleich aus dem Netz. Sie werden tiefgeladen und im Schwabenland ausgelagert. Wer noch Fotos will sollte sich beeilen.
Oha, das wäre dann ja insgesamt eine sehr kurze Einsatzzeit gewesen. Diese Seite Tram-Report berichtete ja schon im April von möglichen Verkaufsplänen, Nürnberg möchte das wohl auch...

Das war wohl ein ziemlicher Reinfall.

Hat man denn jetzt auch wirklich genug Avenios?

Wie man vernahm, wird in Berlin wohl bald der erste Niederflurwagen abgestellt, fast baugleich mit den in München als R2.2 bezeichneten Wagen. Aber ob man den möchte?
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M73
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Re: Variobahn München

Beitrag von M73 »

16 Jahre Anwesenheit, davon nur 68% der Zeit im Einsatz, die enormen Folgekosten an der Gleisanlage: Und nicht vergessen, sie sind defacto nur sehr begrenzt einsetzbar , immer noch sind nicht alle Bereiche im Netz für sie Freigegeben. Und die anhaltende Unbeliebtheit bei Fahrgast, Anwohner und Personal- Nürnberg, will ja ähnlich verfahren - die Dinger will ja offenbar nicht mal Osteuropa geschenkt - J-M-P konnte man wenigstens abgeben.... Im netz sieht man eh nur noch die Avenios, selbst die R-Wagen ist selten geworden. Und der Platz wird im Netz so Knapp, daß derzeit Intern darüber diskutiert wird, sogar den historischen Bestand auszulagern.... die Flächen in der Hauptwerkstätte sind derzeit wegen Bau der Interimwerkstätte praktisch 0 und die Abstellung in der Ackermannschleife ist wohl auch nicht das gelbe vom Ei.
Ist aber ein allgemeiner Trent im öffentlichem Bereich - Technik, die mal viel gekostet hat, aber nutzlos geworden ist, auslagern. Aus dem Auge, aus dem sinn und ja nicht verschrotten, lieber horrende Mietkosten in kauf nehmen -könnte ja jemand unangenehme Fragen stellen...
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Sithis
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Re: Variobahn München

Beitrag von Sithis »

Puuh...so schlimm? Ich meine, für den Schrott wären die ja echt noch zu neu, auch wenn das Ganze ein echtes Debakel ist. Es gab ja allerdings tatsächlich auch Niederflurbahnen, die recht schnell in den Schrott gingen, von Ansaldo Breda wohl.

Osteuropa hat sich mittlerweile selber tüchtig modernisiert. Die haben eigene Industrien, wie z.B. PESA und Modertrans. Die Zeiten, wo man auf mildtätige Gaben und Gebrauchtkäufe aus Deutschland angewiesen war, sind vorbei. Die sind teils moderner als hierzulande viele Betriebe.
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